TGV Lyria wirbt mit Alphorn

Nun hat sich auch TGV Lyria dazu entschlossen, das Alphorn als Werbeträger zu verwenden. Das Schweizer Alphorn ist in überragender Weise identitätsstiftend, es ist ein dauerhaftes Sinnbild für Qualität, Tradition und Bestand. Werte, die immer gut ankommen. gut passen. TGV Lyria ist ein Reiseunternehmen, das TGV-Reisen zwischen Paris und der Schweiz vermarktet. Entsprechend sind auf dem Plakat Pariser Wahrzeichen zu sehen: Der Eiffelturm und der Arc de Triomphe:

TGV Lyria

Inmitten dieser berühmten bauten ist ein Alphorn zu sehen, das wie ein Periskop aus einem geöffneten Abwasserschacht ragt, den Schallbecher wie ein um sich blickendes Auge nach oben gerichtet. Daneben steht der Schriftzug: «Paris ist mehr als einen Blick wert». Für einmal also ist das Hirtenhorn nicht in seiner vertrauten Umgebung – den Schweizer Alpen – zu sehen, sondern mitten in einer Grossstadt. Warum eigentlich nicht?

Wireless Zugang zeitlich beschränken

Auf den DrayTek ADSL Routern Vigor 27nn und 28nn kann ein Zeitschalter (Scheduler) verwendet werden, um den Wireless Zugang zeitlich zu begrenzen. Das hat zwei Vorteile: erstens kann damit verhindert werden, dass mobile Geräte oder PC’s mit Wireless-Karte rund um die Uhr auf das Internet zugreifen. Und zweitens lässt sich so die Strahlenbelastung während der Nacht absenken. Solange es kein gesichertes Wissen darüber gibt, ob und wie stark elektromagnetische Strahlung den Organismus schädigt, ist dies eine gute und begründbare Vorsichtsmassnahme.

Ich verwende im folgenden ein DrayTek Vigor 2700G, das auf diesem Blog bereits vorgestellt wurde. Es verfügt über ein Wireless LAN, das schnell und einfach aktiviert werden kann. Anschliessend können Smartphones, Netbooks oder PC’s mit einem Wireless-Stick kabellos auf das Internet zugreifen. Während den Nachtstunden wird der Wireless-Zugang aber von niemandem genutzt, deshalb soll er automatisch deaktiviert werden, währendem der Router eingeschaltet bleibt. Ebenso soll am Morgen der WiFI-Zugang automatisch wieder eingeschaltet werden.

Um den Kabellos-Zugang zeitlich zu limitieren, sind nur wenige Schritte erforderlich, ich verwende im Beispiel eine Deaktivierung, die von Abends 22.00 bis Morgens 6.00 dauert. Um die Einstellung vorzunehmen, muss zuerst das Webinterface des Vigor 2700 über die IP Adresse 192.168.1.1 aufgerufen werden. Nun wird im Menu zuerst die Rubrik Applications, dann im aufgeklappten Untermenu der Punkt Scheduler gewählt.

DrayTek Scheduler

DrayTek Scheduler

Damit wird die Zeitsteuerung aufgerufen. Es können bis zu 15 Zeitperioden festgelegt werden, an denen bestimmte Einstellungen des Routers aktiv oder inaktiv gestellt werden. Es kann nun auf den ersten freien, mit einem „x“ markierten Index geklickt werden. Darauf werden die zugehörigen Einstellungen angezeigt. Es können nun die gewünschten Parameter so wie im Screenshot eingetragen und gespeichert werden.

Im zweiten Schritt muss bestimmt werden, dass diese Einstellung für den Wireless Zugang gültig sein soll. Also wird im Menu zuerst Wireless LAN und dann General Setup gewählt. Jetzt muss im ersten der vier Schedule Felder der Index der zuvor erfassten Zeitperiode (1) eingetragen werden:

Sobald die Änderung gespeichert ist, wird der Scheduler den Wireless-Zugang zur gegebenen Zeit deaktivieren. Massgebend für die Zeitnahme ist die interne Uhr des Routers, die im Menu System Maintenance kontrolliert und ggf. eingestellt werden kann. Wichtig: bei manchen DrayTek Routern hat das zeitbedingte Anschalten keinen Einfluss auf die WiFi-LED am Gerät – diese leuchtet auch dann, wenn der Router keine WiFi-Verbindungen annimmt.

Linux Tool der Woche: bluefish

Das Bluefish-Logo

Um das Linux Tool dieser Woche besser verstehen zu können, müssen wir – wie so oft – um einige Jahre zurückblenden. Genau genommen in die Mitte der 90er Jahre. Also in die Zeit, in der das World Wide Web explosionsartig zu wachsen begann! Es war die Zeit, als eine Internet-Präsenz für Firmen unerlässlich wurde, als immer mehr Privathaushalte mit einem Internetanschluss ausgestattet waren, die Zeit, als auch auf Firmenautos und Lastwagen-Blachen E-Mail Adresse aufgedruckt wurden. Gewiss, viele surften damals noch mit einen Analogmodem, also mit kaum mehr als 50 KBits pro Sekunde. Aber das reichte vollauf, um E-Mails und Webseiten in akzeptabler Zeit abzurufen. Denn die Webdeveloper waren sich über die limitierte Bandbreite voll bewusst und achteten genau darauf, dass die einzelnen Seiten einer Präsenz nicht mehr als je 100-200 Kilobyte Speicherplatz benötigten.

Das Internet war in der vorletzten Dekade noch wesentlich einfacher und überschaubarer als heute. Es gab kein Youtube, kein Facebook, kein Twitter und auch keine Blogs. Dafür wurde viel Energie in Webverzeichnisse investiert und in Stanford hatten zwei Studenten eine Idee, wie die Suche im Internet revolutioniert werden könnte.

Wie wurden Webseiten zu dieser Zeit erstellt? WYSIWYG-Editoren waren rar – und teuer. Folglich griffen viele Webentwickler auf bestehende Editoren zurück, etwa auf Emacs oder auf NoteTab. Damit konnten HTML Dateien recht komfortabel erstellt werden und dank Textblöcken und Makros war es auch möglich, wenigstens gewisse Schritte zu automatisieren. Schon bald kamen aber Tools auf, die weitergehende Hilfen für den Webdeveloper anboten: etwa das automatische Einfügen und Vervollständigen von HTML Tags, farbliches Auszeichnen der verschiedenen Elemente (Syntax Highlighting), Projektverwaltung, Voransicht der Webseite, FTP-Support und vieles mehr. Einer der ersten bekannten und sehr erfolgreichen Vertreter dieser neuen Softwaregattung war HoTMeTaL. HoTMeTaL bot alles, was das Herz eines Webentwicklers begehrte. Es gab sogar einen einfachen WYSIWYG-Modus, in dem HTML-Tags als kleine grafische Symbole angezeigt werden konnten.

Bluefish

Bluefish Editor

Hier beginnt nun die Geschichte von Bluefish, einem extrem soliden und zuverlässigen HTML-Editor für Linux. Ich verwende Bluefish selbst seit mehreren Jahren. Es macht einfach Spass, mit diesem sehr schnellen und kompakten Programm zu arbeiten. Bluefish ist kein Werkzeug, das alles können will. Die Funktionen, die Bluefish kennt, sind gut auf die Bedürfnisse der Entwickler abgestimmt. Und sie sind sehr sorgfältig und gewissenhaft implementiert. Auch bei mehreren, grossen Dateien und wildem Herumeditieren ist Bluefish nicht aus dem Takt zu bringen!

Was aber kann Bluefish alles? Eine ganze Menge! Es beginnt bei einem Editor, der Syntax Highlighting nicht nur für HTML und CSS bietet, sondern auch für mehrere bekannte Programmiersprachen. Das funktioniert sogar bei eingebetteten PHP Scripts. Bluefish kann in Tabs bis zu 10000 (!) Dokumente gleichzeitig öffnen und verfügt über alle Funktionen eines ausgereiften Editors. Speziellen Support gibt es für das Erstellen von HTML- und CSS-Fragmenten. Dazu bietet Bluefish Dialoge an, die das Einfügen dieser Elemente erleichtern. Zu HTML, PHP und CSS gibt es eine Referenz. Wer sich genauer über den Funktionsumfang ein Bild machen will, sei auf die Funktionsübersicht oder die Online-Dokumentation verwiesen. Es sollen an dieser Stelle nur zwei Funktionen etwas genauer vorgestellt werden:

Projekte. Webentwickler kennen das Problem: zu einer Webseite gehören zahlreiche Dateien, die sich möglicherweise verstreut in verschiedenen Ordnern befinden, die aber eine logische Einheit bilden. Bluefish bietet dazu eine einfache Projektverwaltung:

Alle Dateien, die im Editor geöffnet sind, können als Projekt gespeichert werden. Wird das Projekte zu einem späteren Zeitpunkt wieder geladen, werden damit alle Dateien geöffnet, die zum Projekt gehören. Ferner kann eine Webadresse und ein Basisordner für das Projekt bestimmt werden. Das Bearbeiten einer Webseite wird damit deutlich erleichtert: es kann schnell auf die einzelnen Seiten zugegriffen werden, für neue Dateien gibt es ein Template und auf Knopfdruck kann das Ergebnis in einem Webbrowser angezeigt werden.

Remote Edit. Bluefish kann Dateien direkt auf einem Server öffnen und auch wieder abspeichern. Das hat den Vorteil, dass ein Upload von geänderten Files entfällt, ist aber mit dem Risiko verbunden, dass Änderungen nicht mehr rückgängig gemacht werden, wenn keine lokale Kopie existiert. Bluefish kennt verschiedene Protokolle wie FTP, SFTP oder WebDAV mit denen das direkte Editieren auf dem Webserver möglich wird. Zusätzlich gibt es einen Filebrowser, der auch die Dateien und Verzeichnishierarchien auf dem Server anzeigen kann.

Bluefish ist ein ideales Tool für alle, die ihre Webseiten noch ohne grafische Hilfsmittel erstellen wollen oder ganz allgemein auf der Suche nach einem Editor für gängige Programmiersprachen sind.

Update: Vor wenigen Tage ist Bluefish 2.0 erschienen. Zu den zahlreichen Neuerungen gehören das automatische Vervollständigen von HTML und PHP Scripts, das Synchronisieren von geänderten Dateien auf einem Server und ein Crash-Recovery.

Der Lebenskünstler

Der junge Mann war ganz in die Aufgabe vertieft, die ihm seine Mutter am Ende des Einkaufes stellte: behutsam und mit ganzer Konzentration nahm er ein Wollknäuel nach dem anderen aus dem Einkaufskorb, betrachtete es einen Moment, um es dann auf das Fliessband vor der Kasse zu legen. Dabei legte der am Down Syndrom leidende Mann die weichen Wollbündel nicht einfach nebeneinander, er stapelte sie vielmehr so, dass auf den Band eine kleine Pyramide aus den weichen, farbigen Wollknäueln entstand. Als dann das letzte Bündel seinen Platz auf der Spitze des Stapels fand, betrachtete der Mann zufrieden sein Werk. Und sein Gesicht wurde von einem spontanen, sanften Lächeln aufgehellt.

Doch dann nahm für ihn das Unheil rasch und unerwartet seinen Lauf: die Kasse wurde frei, das Fliessband setzte sich ruckartig in Bewegung, so dass das oberste Knäuel von der Spitze fiel. Um zu verhindern, dass etwas auf den Boden fällt legte die geschäftige Mutter rasch die gestapelten Bündel nebeneinander, ohne dabei auf ihren Sohn zu achten, der ganz verdutzt dabei stand. Denn er musste jetzt zusehen, wie sein kleines Werk zusammenfiel und wie die von ihm so liebevoll geschichteten Wollbündel routinemässig und im hohen Takt des Einkaufszentrums am Samstag Morgen abgezählt, in eine Tasche gepackt und bezahlt wurden.

Der jungen Mann stand immer noch ungläubig vor dem Fliessband. Hatte denn niemand gesehen, was er da schönes gemacht hatte? Konnte denn niemand sehen, wieviel Mühe und Sorgfalt er in seine kleine, aber für ihn wichtige Aufgabe er gelegt hatte? Nein, es ging alles viel zu schnell, etwas verwirrt und hilflos stand der Mann da. Und schon schien ein Schatten der Traurigkeit über sein Gesicht zu kommen, als seine Mutter ihm rief, ihn an der Hand nahm und mit ihm das Gebäude verliess. In diesem Moment heiterte sich das Gesicht des kindlichen Sohnes wieder auf. Mit einem Lächeln im Gesicht, geborgen am Arm seiner Mutter ging er zufrieden heimwärts.

Aber was lehrt nun diese kleine Geschichte? Zum ersten, dass es keinen Sinn macht, in der Enttäuschung zu verharren. Wenn wir nach einen Rückschlag beherzt und zuversichtlich weitergehen, dann werden wir auch das Glück bald wieder finden.

Und zum zweiten, dass wir von allen unseren Mitmenschen etwas lernen können.

iGoogle/Buzz – das persönliche Informationsradar

iGoogle ist ein äusserst praktisches Tool, wenn es darum geht, Informationen aus verschiedenen Quellen auf einer einzigen Seite zu vereinen. Vielleicht kommt Ihnen ja das folgende Szenario vertraut vor: sobald Sie sich an Ihrem PC angemeldet haben, prüfen Sie zuerst Ihre Mails, dann lesen Sie die Schlagzeilen aus einigen News-Portalen und zuletzt schauen Sie bei Facebook vorbei. Möglicherweise haben Sie dabei bereits drei, fünf oder mehr verschiedene Webseiten geöffnet. Einverstanden, mit modernen Browsern wie Firefox oder Opera ist dies kein Problem mehr. Denn diese Browser bieten zahlreiche Funktionen, die das Arbeiten mit mehreren Webseiten deutlich erleichtern. Dennoch: es wäre «gäbig», wenn alle Informationen auf einer einzigen Seite überblickt werden könnten. Etwa so wie auf der Titelseite einer Zeitung. Erst, wenn der Fokus auf eine Mitteilung gelegt wird, öffnet sich das entsprechende News-Portal oder Social-Network. Ein weiterer Vorteil: Wenn Informationen zusammengezogen werden, lässt sich leichter und schneller feststellen, wo es etwas Neues zu Entdecken gibt.

Genau hier setzt iGoogle an: es offeriert eine Portalseite, auf der sogenannte «Gadgets» (techn. Gimmick) mit den verschiedensten Informationen beliebig angeordnet werden können. Es gibt Gadgets für nahezu alle Google-Dienste wie GMail, Picasa, Youtube oder Calendar. Aber auch Gadgets, mit denen auf andere Anbieter wie Facebook, Twitter, oder MySpace zugegriffen werden kann. Ferner gibt es Gadgets für News-Meldungen von nahezu allen Medienagenturen und für verschiedene weitere Informationen wie die aktuelle Uhrzeit, das regionale Wetter oder die Scorerliste der NHL. Wem das alles nicht genügt, der kann mit einem Gadget auch auf ausgewählte RSS-Feeds zugreifen oder selbst eigene Gadgets entwickeln.

iGoogle

iGoogle in Aktion

Die Frage lautet nun natürlich: wie kommt man zu iGoogle und wie lässt sich die personalisierte Startseite den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen? Der Weg führt – wie bei allen Google Diensten – über ein eigenes Google-Konto. Und Google zeigt sich dabei sehr entgegenkommend: Lediglich eine E-Mail Adresse, ein Passwort und der Standort (Land) müssen angegeben werden. Die Seite zum Anmelden ist über den Link Anmelden, oben rechts auf google.ch zu finden. Ist das neue Konto erstellt und bestätigt, kann iGoogle sofort durch einen Klick auf den entsprechenden Link aufgerufen werden. Google merkt sich den Wechsel, so dass beim nächsten Anruf von der Suchseite sofort iGoogle angezeigt wird!

Beim ersten Aufruf von iGoogle ist eine schlichte Startseite zu sehen, auf der die wichtigsten Einstellungen vorgenommen werden können. Dies soll weniger aus 30 Sekunden dauern, verspricht Google:

Ist die Auswahl bestätigt, wird eine persönliche Seite erstellt, die jederzeit ergänzt und angepasst werden kann. Über den Link «Einstellungen» ist es ausserdem möglich, iGoogle selbst zu konfigurieren. Hier kann unter anderem die verwendete Sprache und das Seitenlayout festgelegt werden. Soll ein neues Gadget auf der Seite platziert werden, genügt ein Klick auf «Gadget hinzufügen». Dies öffnet den Katalog mit den verfügbaren Gadgets. Es sind so viele, dass am ehesten eine Suche zum gewünschten Tool führt. Ich habe auf meiner Seite neben einigen Standards-Gadgets eine Anzeige für Zeit und Datum, eine GMail Integration und das Mondphasen Gadget von Brad Anderson installiert. Soll ein Gadget umplatziert werden? Einfach auf den Titel klicken und das Fenster zur gewünschten Position ziehen.

Wer einige Gadgets von News-Agenturen eingebunden hat, wird rasch feststellen, dass diese Gadgets stets denselben Aufbau haben. Der Grund dafür ist ganz einfach: sie basieren auf RSS-Feed’s, die die Schlagzeilen für das Gadget liefern. Das schöne daran ist nun, dass jeder x-beliebige RSS-Feed in einem Gadget angezeigt werden kann. RSS Feeds gibt es auf (fast) allen News-Agenturseiten, es gibt sie auf Blogs, Foren und auf E-Mail Diensten. Um beispielsweise die Schlagzeilen der Bernerzeitung auf der iGoogle Seite zu integrieren, muss lediglich der Link von der BZ-Homepage kopiert werden. Anschliessend wird auf der Seite zum Hinzufügen eines neuen Gadgets die Option Feed hinzufügen gewählt und der Link wieder eingesetzt.

Google Buzz in iGoogle integrieren

In der vergangenen Woche hat Google einen spannenden neuen Service lanciert: Google Buzz. Ähnlich wie Twitter oder Facebook bilden Kurzmitteilungen, den Kern der Anwendung, die selbst «Buzz» genannt werden. Dies allein ist natürlich nichts besonderes. Google Buzz bietet aber einige Features, die aufhorchen lassen: allen voran steht da die Möglichkeit, Googel Buzz mit anderen Webdiensten wie GMail, Youtube, Flickr oder Picasa zu verknüpfen. Jedem «Buzz» können beispielsweise Bilder aus Picasa angehängt werden und wenn auf Youtube oder Flickr ein Film oder Foto hochgeladen wird, kann automatisch auch eine Buzz-Mitteilung generiert werden.

Nun läge es nahe, Buzz auch in iGoogle zu integrieren. So wäre die aktuellen Schnipsel jeweils neben den bevorzugten News und dem Posteingang sofort zu sehen. Leider hat Google bisher noch kein Buzz-Gadget für iGoogle freigegeben. Bestimmt wird der Suchspezialist dies aber bald nachholen. Es gibt aber schon jetzt ein Buzz Gadget für mobile Anwendungen und dieses kann erfreulicherweise auch für iGoogle verwendet werden. Natürlich ist es kein vollwertiger Ersatz für das Buzz-Panel aus GMail. Aber immerhin – die elementaren Funktionen sind vorhanden.

Um das inoffizielle Buzz Gadget zu installieren, genügt ein Klick auf diesen Link. Damit wird ein Buzz-Panel auf der iGoogle Seite angezeigt.

Blog wird fünf Jahre alt

Heute wird mein Blog fünf Jahre alt. Wie schnell die Zeit doch vergeht! Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an die Ereignisse, die dazu führten, einen eigenen Blog zu eröffnen. Es geschah im Februar 2005, als im Kanton Bern in einer sinnlosen Aktion mehr als 1000 Rabenkrähen vergiftet wurden. Krähen sind unschuldige Geschöpfe, die genauso wie wir Menschen ein Recht auf ihr Leben haben. Es darf nicht sein, dass diese klugen und sehr nützlichen Rabenvögel auf’s Geratewohl qualvoll mit Gift getötet werden. Und tatsächlich verlief die Aktion nicht so, wie es die Promotoren damals kommunizierten: viele der Rabenkrähen, die den vergifteten Mais assen, starben elendiglich! Die Opfer konnten entgegen den Behauptungen der Wildhüter davonfliegen und verendeten erst viele Stunden später qualvoll. Dank einem starken öffentlichen Druck wurde diese würdelose Aktion abgebrochen. Frühzeitig. Aber doch zu spät für rund 1400 Rabenkrähen.

Ich protestierte damals in Form eines Leserbriefes in der Solothurner Zeitung gegen den Entscheid der damaligen Berner Volkwirtschaftsdirektorin. Mir war daran gelegen, den Brief auch im Internet zu publizieren. Ich nahm mir vor, die Geschehnisse zu verfolgen, um ggf. wieder darüber berichten zu können. Und da sogenannte «Weblogs» (Blogs) damals in aller Munde waren, entschied ich mich für dieses praktische und flexible Medium. Tatsächlich folgten weitere Berichte, vor allem zu den Aktionen gegen die Saatkrähen im solothurnischen Kreuzackerpark.

Lesen und Schreiben – das ist etwas, das ich schon immer gerne macht habe. So bot der eigene Blog auch die Möglichkeit, das aufzuschreiben, was mich beschäftigt und bewegt. So kamen im Laufe der Zeit Geschichten, Gedichte und allerlei Betrachtungen und Beobachtungen dazu. Wichtig war es mir dabei, stets mit Freude und im Glauben an das Gute in der Welt und im Menschen zu schreiben. Deshalb gibt es auf meiner Seite nur wenig Kritisches.

Besucher hat meine Blog nicht viele. Dank regelmässiger Beiträge über Linux Tools gelang es aber, die Besucherzahl im vergangenen Jahr fast zu verdoppeln. Natürlich freue ich mich sehr über jede Rückmeldung. Und jede Antwort ist ein Ansporn, weiterzumachen. Wer meinen Blog regelmässig liest, wird ferner eine Verlagerung der thematischen Schwerpunkte entdeckt haben: der Glaube und das kirchliche Leben haben einen festen Platz erhalten. Im Header ist auch nicht mehr der Etziker Wald zu sehen, sondern das Arni im Emmental. Das Emmental ist seit 2008 meine neue Heimat. Hierher hat es mich schon immer gezogen, hier fühle ich mich wohl. Und hier habe ich die Liebe meines Lebens gefunden.

Liebe Leser, ich danke Euch, dass Ihr meinen Blog besucht habt – und ich hoffe, dass Ihr bald wieder vorbeischaut.

Die Augen des Dichters

Oberhalb der Kirche von Lützelflüh steht schon seit einigen Wochen ein riesiges Plakat, auf dem die Augen des berühmten Dichters Jeremias Gotthelf zu sehen sind. Am Abend wird das Plakat beleuchtet, es ist dann an seinem günstig gewählten Platz über dem Dorf besonders gut zu sehen. Dem Betrachter fällt es bereits auf, wenn er über die Anhöhe zwischen Hasle-Rüegsau und dem Dorf des Dichters fährt. Zuerst, noch rund einen Kilometer entfernt, ist es ein grosser, heller Leuchtpunkt am Berg. Erst wenn der Abstand kürzer wird, sind die Augen des berühmten Volksdichters deutlich zu sehen.

Augen Jeremias Gotthelf

So steht das Plakat am Hang über der Kirche, regt zum Hinsehen an, aber auch zum Nachdenken. Gewiss steht die Installation an einem Platz, an dem der Dichter selbst mehrmals vorbei gekommen ist. Vielleicht hat sich Gotthelf auf dem Rainbergliweg umgedreht, um das Dorf sehen zu können, das nun von dem erhöhten Punkt aus zu sehen war. Das Sehen und Erkennen war immer wieder ein wichtiges Thema für Gotthelf. Er selbst ging mit wachen und scharf beobachtenden Augen durch die Welt seiner Zeit. Und durch seine Schriften machte er das, was ihn bewegte auch für andere Menschen erkennbar. Und, wie viel Schönes hält doch das Leben für uns bereit, wenn wir genau hinsehen:

«Die Welt wäre eigentlich voller Freuden, man könnte deren auflesen bei jedem Schritt und Tritt; aber man muss eigene Augen haben, sie zu sehen, man muss eine Art von Glückskind dafür sein.»

Auf einem Plakat über dem Dorf sind die Augen des Mannes zu sehen, für den das klare und vorurteilsfreie Hinsehen und Erkennen so wichtig war. Und wenn wir das leuchtende Augenpaar Gotthelfs sehen, am hellen Tag wie auch in der dunklen Nacht, dann ist dies wie eine Einladung, auch unsere eigenen Augen im Sinne des Dichters zu nutzen. Und dazu gehört natürlich auch das Lesen von Gotthelfs Werken.

Da, wo Gotthelf auf einem Bild über das Dorf blickt, öffnet sich auch eine weite Sicht über das Emmentaler Dorf hinaus; zu sehen sind die weiter entlegenen Ortschaften, die Emmentaler Hügel und am Horizont die schneebedeckte Schrattenfluh, die an manchem schönen Tag weiss und silbern unter dem blauen Himmel leuchtet. Es ist dasselbe Bild, so wie es auch der Poet vor 150 Jahren erblickt haben mag. Aber es ist nicht dasselbe wie damals, ist es doch während all den Jahren von Menschenhand verändert worden. Auch wir selbst verändern uns, bleiben nicht dieselben, während die Zahl der Lebensjahre zunimmt. Am Leben sollen wir reifen und mit immer wieder neuem, an Erfahrung und Weisheit reicherem Sehen unsere Umwelt wahrnehmen – und zum Guten hin annehmen.

«Generationen gemeinsam unterwegs»

Begleitet von virtuosen Orgelklängen und Liedern reichten sich in der Kirche Rüderswil die Generationen die Hand. Und banden sich aus den Wünschen und Gedanken zum Thema einen bunten Blumenstrauss als Symbol für ein gelingendes und harmonisches Miteinander.

Weit über das winterliche und frisch verschneite Dorf hinaus waren am Sonntag Morgen die Glocken der Dorfkirche Rüderswil zu hören. Sie luden ein zum Kirchensonntag, der an die Berner Reformation von 1528 erinnert. Der Gottesdienst wird an diesem Sonntag nicht wie gewohnt vom Pfarrer, sondern von Laien vorbereitet und gestaltet. So wurde der Kirchensonntag auch in Rüderswil von einem Team aus Freiwilligen geleitet. Und während das Licht eines hellen, klaren Wintertages durch die hohen Kirchenfenster leuchtete, erlebten die Besucher einen abwechslungsreichen und farbenfrohen Gottesdienst, bei dem viel zum Theme «Generationen» zu hören und zu lernen war. Und der auch musikalisch viele Höhepunkte bot.

Musikalisch begleitet wurde die Feier vom bekannten Organisten Jürg Neuenschwander aus Burgdorf. Er ist in Rüderswil ein gern gesehener Gast, hat er doch schon im vergangenen Jahr die Besucher am Kirchensonntag mit seinem virtuosen Spiel begeistert und verzaubert. Entsprechend waren die Erwartungen der Zuhörer hoch. Und sie wurden von Jürg Neuenschwander nicht enttäuscht, der die Kirche mit Orgelklängen höchster Virtuosität und Brillanz erfüllte. Dabei erwies sich der Burgdorfer Künstler auch als Meister der sanften und gefühlvollen Klänge. Dies bewies er mit seinen bekannten Bearbeitungen von Jodelliedern aus der Feder von Adolf Stähli.
Wie jedes Jahr wurde das Thema des Gottesdienstes vom Synodalrat vorgegeben und lautete diesmal: «Generationen gemeinsam unterwegs». Kirchgemeinderatspräsidentin Ruth Blaser begrüsste die Besucher entsprechend diesem Thema mit einer einleitenden Betrachtung, die einstimmte auf die folgenden Vorträge und zum Nachdenken anregte. So frug Ruth Blaser, an welche Generation wir wohl als erstes denken – und gab die Antwort gleich selbst: oft an die eigene. Denn mit der eigenen Generation verbinden wir so manches. Unser Lebensalter, aber auch die Zeit in der wir leben schon gelebt haben. Das kann trennend wirken, deshalb soll unser Denken und Tun auch wie Brücken zu anderen Generationen sein.

«D Gmeind isch wie ne Bluemestruss»

«Worauf richten wir unser Augenmerk beim Generationenthema?» fragte anschliessend die KUW-Lehrerin Elisabeth Müller, die mit ihren Kindern ein erfrischendes und mit Gesang begleitetes Programm vorbereitet hat. Aus dieser grossen Auswahl der möglichen Antworten entschieden sich die Kinder für das, was verbindet und aufbaut. Und es bereitete ihnen sichtlich Freude, die dazu gewählten Antworten in vier Blöcken vorzutragen und in Form eines grossen, aus Holztafeln gefertigten Puzzles zusammenzusetzen. Die Antworten der Kinder waren geprägt von viel Herzlichkeit. Sie waren warmherzig, farbig und überraschend. Genau so wie der bunte Blumenstrauss, der beim Zusammensetzen des Puzzle immer deutlicher erkennbar wurde.

Auf die Kinder folgt das Lebensalter der Erwachsenen. Ihnen gab Erika Stocker an diesem Morgen eine Stimme. Die Erwachsenen sind wie ein Sinnbild für die Gegenwart, sinnierte die Kirchenrätin. Und: sie stehen zwischen den Älteren und den Kindern, gerade so wie die Gegenwart der Mittelpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft ist. Lernen wir doch von beiden, empfahl Erika Stocker. Lassen wir uns bereichern von der Lebensfreude und Tatkraft der Jugend. Und nehmen wir die Älteren mit ihrer Weisheit und Lebenserfahrung als Vorbild an.
«Das Alter ist mehr Sein und Betrachten als Tun und Schaffen.» Mit dieser schönen Erkenntnis schlossen Vreni Moser und Kathrin Kilchenmann den Reigen der Vorträge und setzten die letzten Steine des von den Kindern begonnenen Puzzles. Die Generation der Grossmütter und Grossväter erlebten eine Zeit, als vieles anders war, nicht nur aber auch in der Technik. Autos fuhren nur vereinzelt auf der Strasse. Und ein Telefon, das gab’s nur auf der Post oder beim Arzt. Ältere Menschen müssen sich in einer Welt zurechtfinden, die sich verändert hat. Es ist wichtig, dass sie mit ihren Sorgen ernst genommen werden und an den Jüngeren eine Stütze haben. Wenn es auch Unterschiede zwischen den Generationen gibt, so haben wir es mit Gottes Hilfe in der Hand, aufeinander zuzugehen und zu verbinden, was trennt. Denn – und damit schloss Kathrin Kilchenmann die eindrückliche und würdevolle Feier ab – für ein gelingendes und glückliches Miteinander braucht es alle.

Anschliessend an den Gottesdienst waren alle zu einem Apéro in der Kirche eingeladen. Dies bot eine willkommene Gelegenheit, um über das vielfältige Thema zu diskutieren und um Kontakte zu pflegen. So klang die kontrastreiche und gelungene Feier in gemütlichem Beisammensein aus. Und sie lieferte in Form von Musik und vielen schönen und aufbauenden Gedanken reichen Proviant für eine neue Woche – und darüber hinaus.

«Jahreszeiten — Lebenszeiten»

Jahreszeiten — Lebenszeiten

Landwirt Willy K. erinnert sich und erzählt längst vergangene Erlebnisse aus einer Zeit, als die Landwirtschaft noch nicht mechanisiert und motorisiert war, so wie heute: «auf unserem Bauerbetriebli mit zwölf Jucharten Land mussten auch schon die kleinen Hände zupacken.» Im Haus, bei der Ernte und im Stall, überall gab es viel Arbeit, erzählt der Subinger, der trotz seines späteren Lehrerberufes den engen Bezug zur Landwirtschaft nie verloren hat, wie er selbst sagt. «Es war oft eine mühsame Arbeit», fährt Willy K. in seiner Geschichte «Pflugspuren» fort, denn damals hatte wir weder Pferde noch Ochsen, zum Bestellen des Ackers wurden Kühe verwendet, für die das teilweise steile Land ein schwerer Brocken war.

«Jahreszeiten — Lebenszeiten», so heisst das von Regula Wloemer, Heinz Stauffer und Ueli Tobler herausgegebene Buch, in dem Schweizer Bäuerinnen und Bauern aus ihrem Leben erzählen. Es sind authentische, unverfälschte und lebendige Geschichten, Gedichte und Lebensbilder, in denen ein Berufsstand vorgestellt wird, der unser Land überall prägt, formt und mitgestaltet. Den Herausgebern gelang es in bester Weise, diese Lebensbilder zu einem Gesamtwerk zu formen, das einfühlsam und echt vom Bauernstand erzählt; von der kargen Alpwirtschaft bis zum grossen Bauernbetrieb im Mittelland, von prägenden Erinnerung, die viele Jahre zurückliegen, bis zum modernen, technisch zeitgemässen Stallbetrieb. Aber auch vom Leben unter dem grossen und schützenden Dache des Bauernhauses, von der Gemeinschaft von Mensch und Tier, vom Zusammenleben der Generationen.

Das schön gestaltete Buch wird ergänzt mit vielen zahlreichen Illustrationen und Fotografien. Und es sensibilisiert für die Anliegen der Landwirte: ein Bauernhof kann nicht mit einem industriellen Betrieb verglichen werden, er hat eigene Gesetzmässigkeiten, die von Tieren und Pflanzen, vom Zeitenlauf der Natur gegeben sind. Gesetze der Ökonomie müssen darauf Rücksicht nehmen. Dies ist auch ein zentrales Anliegen von Mitherausgeber Ueli Tobler, der das Sorgentelefon für Bauern mitgegründet hat. Der Pulsgeber für das landwirtschaftliche Leben ist der harmonische Gang der Jahreszeiten, der die Arbeit von einem Sommer zum nächsten prägt. Und der Hand in Hand geht mit unseren Lebenszeiten.

Infos zum Buch:
203 Seiten, broschiert, 75 farbige Zeichnungen/Bilder, 14,8 x 21 cm,
Fr. 28.80, Euro 18.–,
ISBN 978-3-85580-466-5
Bestelladresse: Blaukreuz-Verlag Bern