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Ein Stationenweg beleuchtet die Pandemie aus christlicher Sicht

Auf dem Oberdiessbacher Stationenweg ist man rund 1.5 Stunden unterwegs, dabei erfährt der Besucher, dass die Bibel auf die Corona-Pandemie Antworten geben kann.

Eine Feder beim Gumi Findling als Symbol für Liebe und Gnade

Wer am Waldrand über dem Dorf beim Haslifeld angelangt ist, hat bereits vier Stationen kennengelernt. Nun weitet sich der Blick über Oberdiessbach hinaus nach Norden und über die Ebene in Richtung Kiesen. Ganz passend ist hier bei der fünften Station die Schöpfung das Thema; auf einer Tafel kann der Besucher einen Bibelvers lesen, der die Natur mit dem unsichtbare Wesen Gottes verbindet. Gerade in einer Zeit, wo vieles nicht möglich ist, könne die Begegnung mit der Schöpfung Trost und Zuversicht schenken. Die Tafel stellt dem Leser aber auch Fragen, die zum Weiterdenken anregen; hier zum Beispiel, wie die Begegnung mit dem Schöpfer in der Natur den Corona Alltag verändern kann. Oder: «Wo erkennen und erspüren Sie Spuren Gottes in der Natur, im Wald?»

Zu jeder Station gehören zudem Impulse für Kinder; am Waldrand werden sie angeregt, einen Tannenzapfen zu suchen und als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Schliesslich findet sich jeweils eine passende Kunstinstallation von Ursula und Jürg Zurbrügg; bei der fünften Station erfreut eine golden schimmernde Metallplatte mit Wiesenblumen den Betrachter. 

Eine theologische Reflexion der Pandemie
Der Oberdiessbacher Stationenweg wurde am 17. Februar eröffnet und dauert noch bis zum 23. Mai. «Unsere Idee des Projektes ist angelehnt an die meist katholischen Kreuzwege, die betend oder meditierend abgeschritten werden», sagt Pfarrer Daniel Meister. Bereits 2015 habe es einen Stationenweg im Dorf gegeben, dieser wies inhaltlich über Karfreitag hinaus bis zum Pfingstsonntag. Für den diesjährigen Weg seien alle Stationen neu entworfen worden, fährt Daniel Meister fort. «Die Stationen orientieren sich an wichtigen Glaubensthemen und schlagen immer wieder die Brücke zur Corona-Situation. Es ist auch eine theologische Reflexion der Pandemie». Viele Menschen seien dankbar für diese Form der theologischen Auseinandersetzung, erläutert Daniel Meister weiter und erwähnt dabei auch eine erfreuliche Erkenntnis: «Manche Besucher reisen von weit her an, um den Weg zu erwandern.»

Pandemie als Strafe Gottes?
Der Stationenweg beginnt mitten im Dorf beim Brunnen neben der Verkehrsampel, er führt zum Soldatendenkmal und dann am Schulhaus vorbei zum Friedhof. Natürlich wird hier auf die Vergänglichkeit des Lebens hingewiesen. «Was erwarten Sie nach dem Tod», wird auf der Tafel gefragt, die Kunstinstallation zeigt einen zerbrochenen Krug. Über eine Anhöhe führt der Weg weiter dem Wald entlang zum Gumi Findling; über dem Felsen leuchtet eine vom Künstlerpaar gestaltete weisse Feder. Hier bei der sechsten Station wird der Besucher mit einer ernsten Frage konfrontiert: «Ist Corona eine Strafe Gottes»? Wahrscheinlich gäbe es genügend Gründe dafür, ist da zu lesen, denn vieles laufe auf dieser Welt schief! Das klingt zunächst pessimistisch, doch dann kommt es zu einer entscheidenden Wende, denn Jesus habe am Kreuz die Strafe auf sich genommen. Liebe und Gnade entsprechen dem Willen Gottes, nicht Strafe.

Distanz, Nähe und ein Ziel
Beim Ölbergli im Dorf wird auf das Thema Nähe und Distanz eingegangen. «Social Distancing» vermeidet Ansteckungen, kann aber auch entfremden. Auch Jesus habe am Auffahrtstag am Jerusalemer Ölberg die Jünger verlassen. Damit taucht einmal mehr die Frage nach der Distanz auf. Jesus habe seinen Anhängern und allen Menschen den heiligen Geist versprochen, der die Distanz zwischen Gott und Mensch für immer aufhebt. 

Zuletzt führt der Weg zurück zur Kirche in den Raum der Stille; der letzte Posten sei wichtig als Ziel sagt Daniel Meister, «dort haben Besucher die Gelegenheit, vor dem Kreuz und vor Gott still zu werden und zu beten.»

Mit Jesus durch die Krise

Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon
Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon, 1979. Quelle: jesus.ch

Bei einem Spaziergang durch das Dorf bietet sich derzeit ein ungewohntes Bild. Obwohl es ein ganz normaler  Werktag ist, sind alle Restaurants geschlossen, Fachgeschäfte bieten nur einen Teil ihres Sortiments an; auch das Solbad und das Fitness Center können keine Gäste begrüssen. Hinzu kommt, dass das Vereinsleben fast vollständig zum Erliegen gekommen ist, die Stadien bleiben leer und im Kulturkeller bleibt es still. Natürlich kann dies auf die Stimmung drücken. 

Manche Menschen tragen am Handgelenk ein Armband, auf dem die Buchstaben «WWJD» zu lesen sind: What Would Jesus Do (Was würde Jesus jetzt machen)? Auch er war mit Enttäuschungen und Rückschlägen konfrontiert; denken wir etwa an die Brot-Predigt im Johannes Evangelium (Kapitel 6), die zur Folge hatte, dass viele seiner Anhänger sich von ihm abwandten. Auch Jesus war manchmal niedergeschlagen, aber er schöpfte immer wieder neue Zuversicht aus dem Gebet, die Gegenwart Gottes gab ihm Kraft. 

Wie kann eine Krise wie die, die wir gerade durchleben, überwunden werden? Den Blick auf das Gute richten, das uns geblieben ist. Und darauf, dass die Leichtigkeit des Lebens wiederkommen wird. 

Einen wichtiger Gedanke zum Überwinden einer Krise findet sich im Brief des Jakobus, im Kapitel 2, Vers 14. Die Restriktionen, die zurzeit gelten, bringen viele Unternehmer und Selbstständige in Bedrängnis, da die Einnahmen fehlen. «Wir haben Verständnis für Eure Probleme, können aber im Moment nichts tun», Sätze wie diese sind hin und wieder von Gewerbeverbänden zu hören. Aber damit ist niemandem geholfen, Jakobus fordert, dass hier tätige Unterstützung angeboten wird! Das ist der Jesus Weg: Den Blick von den eigenen Problemen weg richten auf die Menschen, die Hilfe benötigen. Möglichkeiten dazu gibt es viele! Wer dies nicht alleine tun möchte, kann sich einem Verein anschliessen, der Hilfsbedürftige unterstützt, oder der Kirche. Anderen Menschen helfen macht Freude!

Wiehnachtsgruess

Wald Weihnachtsdekoration
Dekoration auf dem Adventsweg im Schönholz

Die chlini Gschicht chönnt sich vor langer Zyt zuetreit ha, irgendnöime imene frömde Land, wyt ewägg vo üsem vertroute Bärnbiet: Es paar Chinder hei bim Dorfbrunne gspilt. Der Brunne isch drum e ganz e interessante Platz gsy. U das het grad zwe gueti Gründ gha! Natürlich hei sich hie d Lüt us em Dorf troffe u hei o Zyt gha zum nöis z brichte u dorfe. Aber, was für die Meitschi u Buebe no wichtiger isch gsy: bim Wasser hei sich o frömdi Lüt zueche gla. Mönsche vo wyt här, Frömdi uf der Reis nach Damaskus, Jerusalem oder sogar nach Rom! Mängisch hei sich sogar Soldate zeigt mit glänzige Ysehüet u Bruschtpanzer! 

Einisch, es isch scho am Aabe zue gange, sy ganz bsunderi u interessanti Manne zum Brunne cho. Si hei prächtigi Gwänder treit u sy uf grosse, chreftige Kamel agritte cho! Derzue e Dienerschaft, wie se die Chinder no nie hei gseh! U so e Huufe schöni Sache wo si he derby gha! Die chöme gwüss vo wyt här, het e Frou gseit; vilich sy si sogar im färne Babylon deheim, het e angeri gwärweiset. Item, d Ching sy bim Brunne gstande u he dene gheimnisvolle Manne mit Ehrfurcht zuegluegt, wie si graschtet hei, was si gässe hei, wi si i frömde Sprache brichtet hei. Gwüss isch der Gwunder gross gsy, öppis z erfahre! Aber isch es äch erloubt, öppis z frage? Eis vo de Meitschi isch gar nid schüüch gsi; es isch häre zu dene Frömde u het gfragt: Wo chömet Dir här? 

Eine vo de Frömde, e alte Ma mit wysse Haar het itz das Ching agluegt, isch druf ufgstande u macht es paar Schritt zu däm Meitschi häre. Lue dert am Himmel, het är gseit u mit syre Hand nach obe zeigt. Gsehsch dert dä Stärn? Ds Meitschi u die andre Burscht hei ihri Ouge zur dunkelblaue Himmelsfeschti grichtet. U tatsächlich! Dert het e Stärn glitzeret, häll u klar! U so starch dass me ne grad ume het chönne entdecke! Der alt Ma het es fründlichs u güetigs Gsicht gha u d Chind hei sich no necher zuechegla zum meh ghöre vom däm Stärn. Mir folge däm Stärn, schon syt vilne Tage, het der Bärtig wyter erzellt. Der Stärn zeigt üs der Wäg zumene Chünig, wo gly uf d Wält wird cho. Är wird e guete Herrscher sy u alli Mönsche gärn ha, ganz glych, ob si arm oder rych sy!

E hälle Stärn, e guete Chünig, E gheimnissvolle Ma, wo vo däm allem brichtet. Itz isch der Bann bi dene Burscht zgrächtem broche! Liebe guete Ma! Verzell no meh! Ds Meitschi, wo sich zerscht getrout het, z frage, möcht wüsse, ob äs dä Chünig o chönn gseh? Isch är wyt furt? Chunt är einisch o zu üs? I möcht ne so gärn einisch gseh! Der alt Ma überleit e Ougeblick, druf seit är: I dim Härz bisch du ihm scho begägnet. Wenn du anderi Mönsche gärn hesch, de isch är ganz nach bi dir u wenn Du dine Gspänli, dine Eltere u de andere Mönsche öpis guets tuesch, de bisch du e Prinzässin i sim Chünigrych. 

Am angere Morge isch dä Tross wyter zoge. Was aber im Dorf blibe isch, das isch d Hoffnig gsy uf dä guet Chünig. U d Fröid ufene Herrscher, wo nid mit Soldate Stedt u Länder wott erobere. Nei, e Chünig wo d Härze vo üs Mönsche möcht gwinne. 

Denn, wo das alles isch passiert, hei sich Mönsche uf e Wäg gmacht zu däm, wo alli Gränze zwüsche Gott u üs wägnimmt. U si hei gwartet, dass sich e alti Prophezeiig erfüllt und der Immanuel uf d Wält chunt: Gott isch mit üs! Wenn es itz wider Wiehnachte wird, de däiche mir a d Geburt vo Jesus. Mir fröie üs, so wie die Chinder bim Brunne, dass dä guet Chünig o zu üs isch cho! U mir heis guet, für üs gits keis Warte meh; aber Jesus wartet uf üs, Wiehnacht heisst, dass der Himmel parat isch für üs.

I wünsche euch allne es frohs u gsägnets Wiehnachtsfescht!

Jakob, Samuel u Marta

Es Wiehnachtsgschichtli

Wüsst Dir, wie dä Momänt isch, wenn ds letschte Liecht vom Aabe verlöscht u d Nacht z’grächtem wott cho. Scho e Zytlang isch der Aabestärn z’gseh, är glitzeret häll und klar am Weschthimmel. U druf lüchte immer meh Stärne ar Himmelsfeschti, es isch jede Aabe wie es grosses Wunder; me überchunt nie gnue vom häreluege. U denn, denn chunt die fyschteri Nacht, es wird ganz still im Wald und uf de Matte. Ds vernachte het e eigete Zouber, öppis gheimnivolls. Es isch grad so, als ob der Schöpfer mit em Vernachte e wunderbare Momänt gschaffe het. E Momänt, wo mir Mönsche dörfe still wärde, häreluege u stuune. U denn e töife Schlaf finde. 

I dere Nacht si Wulche über ds Tal von üsem Deheim zoge: wo Tier u Mönsche töif gschlafe hei, isch es cho schneie. U wär itz noh wach isch gsi, het im Liecht vo de Stärne u vom Mond de Schneeflöckli chönne zueluege u wie alles glaarig wiss worde isch. Was aber niemer im Tal gseh het, si die zwe himmlische Bote, wo sich ganz z’oberscht of ere Egg es Plätzli gsuecht hei, zum ds Vernachte chönne z’erläbe. Der Samuel u der Jakob si zwe jungi Ängel. U so wie alli Himmelswäse hei si es ganz es fiins Gspüri für d Mönsche; was se fröit u was se truurig macht. Was se plaget töif im Härz inne u was ihrem Läbe Fröid u Hoffnig git. Nume no es paar Tag, de chunt die heiligi Nacht. Samuel u Jakob hei e Uufgab gha: De Mösche öppis guets tue, so dass ihres Härz wyt wird für ds Wunder vor Chrischtnacht; dass sie gspüre, dass Gott da isch, i jedem Momänt vom Läbe. 

Aber no einisch hei sich die zwe über die schöni Winternacht gfröit. Ds Band vo de Wulche, ds Liecht vo de Stärne, der Dunscht über em Wald u der Schnee si mitenand verwobe, als wär alles eis. Samuel u Jakob hei ihri Arme usgstreckt, si hei alles chönne berüehre, für Ängel git es e kei Wyti, d Wält u ds Firmamänt si für Ängel wie es schöns Deheim, e Ort wo si i jedem Momänt es nöis Wunder chöi entdecke u gseh, was Gott alles erschaffe het. Alli Ängel wüsse, wie gärn der Allmächtig si Schöpfig het, dass är e jedem Stärn e eigete Name het gäh. U dass si Liebe keini Gränze kennt. Samuel u Jakob hei uf ihrem Wäg vo eire Egg zur angere über das nachegsinnet u das het se glücklich gemacht. Natürlich si Ängel immer glücklich, aber itz äbe grad bsungers. U ihres Glück het so häll gstrahlet, dass zwüsche de Wulche über em Tal e Momänt lang e hälle Schimmer isch z’gseh gsi. 

Winter im Wald

Im Dorf het e alti Frou gläbt, Marta het si gheisse. Aber si het sich nid gärn zueche glah bi de Lüt, si het ihri Verrichtige im Dorf gmacht ohni z’brichte, het puckt Bscheid gäh, wen öpper grüesst het. Am liebschte isch si deheime gsi, im Garte oder im Wald. Es sig halt e alti verbittereti Frou isch hie id da gfischperet worde, ohni z’wüsse, was passiert isch, was e herti Chruschte um das Mönschehärz ume gleit het. Wenn es Morge wird, de mache mir der Marta e Fröid, hei Jakob u Samuel sich vorgnoh. U tatsächlich! Wo si vor ds Huus isch cho, hei sich Jakob u Samuel i zwöi Schuelching verwandlet, hei d Marta grüesst, so fründlich u schön wie nume Ching das chöi u hei gseit: Mir wei de Mönsche im Dorf Wiehnachte i ds Härz bringe un drum möchte mir Euch es Wiehnachtslied singe. Druf hei die beide aagstimmt und der Ängelsgsang het i wenige Ougeblicke erreicht, dass Mönsche vo überall im Dorf si cho z’loufe zum o chönne lose. So wunderschön isch es gsi! Nume halt d Marta, die het nume der Chopf gschüttlet, het öppis brummlet u isch wyter. 

Was itze? Natürlich hei Samuel u Jakob no mängi gueti Idee gha, aber alles het nüt abtreit. Keini Lieder, keini fründliche Wort, o nid es Chinderlache. Samuel u Jakob hei am Dorfrand bi der alte Eiche es Plätzli gfunge u hei überleit, was no chönt hälfe. Plötzlich chunt ihne e ganzi Familie mit Chinder, Eltere u Grosseltere entgäge. So dir Buebe, chömit dir o a ds Wiehnachtsfescht im Schuelhuus? her der Vater die beide gfragt.

Was? Es Wiehnachtsfescht? fragt druf der Jakob. Itz hei d Ching afa lache, so dass d Ängle grad e chli verläge worde si. Di Meitschi u Buebe hei drum voller Erwartig brichtet, dass hüt am Abe es paar Klasse us der Schuel es schöns Fescht wei mache, mit Lieder, Gedicht, sogar mit eme Chrippeschpil! Chömit doch o mit, hei si gseit. Hüt wei mir zum Wiehnachtsfescht. U gli, gli isch de o Wiehnachte!

Wo das Grüppeli isch witergange, hei Jakob u Samuel enang aagluegt, denn het Jakob e Idee gha: Itz ga ni grad zur Marta, i lade se y zum Wiehnachtsfescht, am Änd chunt sie ja mit. Fröhlichi Gsichter und d Vorfröud uf d Chrischtnacht, das wird sicher o der Marta gfalle! U bevor der Samuel öppis het chönne derzue säge, isch Jakob uf u los. Vilecht gwüss grad e chli schnäll gnue, wil es scho langsam fyschter isch worde u wider het afa schneie. D Sicht isch nümm würklich guet gsy! Der Jakob isch mit grosse Sprüng zrügg i ds Dorf, der Wind heit ihn treit, är het chum meh der Bode berüehrt, so gleitig isch är ungerwägs gsy; scho isch är a de erschte Hüser vom Dorf verbi, am Schuelhuus mit de vile Mönsche. Scho het är bi der nächste Strassechrüzig ds alte Holzhuus vor Marte gseh… u lit e Momänt schpeter im weiche Schnee näb der Hustüre! He ja, das het der Jakob vergässe, vor Martas Huus steit ja no e Telefonmascht! Dä het är im allem Bressiere nid gseh so dass es zum ne heftige Zämeputsch cho isch! Nei, am Jakob isch nüt passiert. Aber glich het ihn das ganze so überrascht, dass är e Momänt im Schnee isch blibe lige. 

Wo der Jakob wider uf sini Bei wott stah, ghört är näbe sich plötzlich e ruuchi Stimm! So, itz hani di ändlich verwütscht, Du Luusbueb, du bisch gwüss eine von dene, wo bi mir scho meh als einisch het Eier gstole! Aber dasmal geits lätz für di, muesch nid öppe meine i heig di nid ghört…

Der Jakob isch itz doch überrascht gsi, är het d Marta nid ghöre zur Tür us cho. Ängel u stähle? Nei, wo däicht d Marta o hi? Aber bevor är öppis het chönne vorbringe, isch es wytergange mit der unverdiente Strafpredigt: Du bisch gwüss eine vo dene Gärber Süchle, wo früsch i ds Dorf züglet sy. Dir wärdit de schon no lehre, gattliger z’tue! Ömel das um mis Huus ume dyche, das hört itz! 

Vor sich gha het d Marta itz es verdatterets Ängeli! So Sache het der Jakob doch no nie ghört. Das ganze het ihn so dürenang bracht, das är nümm gwüsst het, was säge! Är het aber o nid lang Zyt gha zum nachsinne, d Marta het ihn mit ihrne alte, aber doch klare Ouge gmuschteret. Plötzlich het der Jakob gmerkt, dass öppis vo der Strängi us ihrem Gsicht gwiche isch. U agleit bisch o no vil lützel für die Chelti, seit d Marta im nächschte Momänt. He, we Diner Eltere scho nid chöi luege, de mues i däich das mache. Druf het si der Jakob am Arm gnoh u mit i ds Huus ine zoge. U der Jakob het sich dei Behandlig la gfalle.

I der gmüetliche Wohnig mit der nidere Holzdechi macht d Marta e Chleiderschrank uf, nimmt es Bigeli mit sälber glismete Sache füre u het im nächste Moment es farbigs Chinderchutteli i der Hand. So, Bueb, das leisch itz a, aber i wotts  de zrügg, däichsch mir dra. Hetts gseit u druf em Ängeli das weiche, warme Chutteli umgleit u zuegchnöpft. Der Jakob het i däm Momänt im Stübli umegluegt. U a der Wand näb der Chunscht, dert isch es Chinderfoti ghanget, gwüss scho mängs Jahr. Ds Papier isch vergilbt, ds Holzrähmli verblasst. Lang Zyt gha zum häreluege het der Jakob aber nid, schon im nächste Momänt het ihn d Marta mit witere mahnende wort zur Türe us komplimäntiert.

Itz het der Jakob verstande, was mit der Marta passiert isch. Die ganz Wält freut sich in dene Tage uf d Geburt vom Ching i der Chrippe. D Marta aber het ihres Liebschte verlore. Was macht es Härz, wenn ds Weh gar e keis Änd me wott näh? Ja, es zieht sich zrügg, ane Ort won es vor no meh Verletzige gschützt isch. Wo der Jakob über all das nachedäicht het, isch o der Samuel wider derzue cho, är het der Jakob gsuecht u druf vor em Huus gwartet. Die beide Ängle si uf der Strass gstande u hei zum Huus gluegt.  Es isch i der Zwüschezyt Nacht worde; mit de Liechter i de Fänschter het ds Huus usgseh wie e Latärne. Wäm git si itz Liecht? Der Marta! Das hei sich die beide Ängle gwünscht. U plötzlich isch die alti Frou a ds Fänschter cho, het usegluegt u gseh, wie Samuel u Jakob ihre zuewinke.

Ob d Marta a däm Aabe o no zum Wiehnachtsfescht gange isch, wüsse mir nid. Aber am Wiehnachtstag isch si bi Gärbers gseh worde. D Ching hei vo ihre es chlises Gschänkli übercho. Vo däm Tag a si die zwöi Meitschi u der Bueb, wo o Jakob gheisse het, regelmässig bim alte Huus vor Marta z’gseh gsy. Isch si itz e Grossmuetter für die Ching worde? Nei, das nid grad. Aber ds Zuetroue vo dene Ching het d Marta veränderet.

I der heilige Nacht isch ds Tal noch einsch erlüchtet worde, e hälle Schyn het der Wäg dür d Schneewulche gfunde. Es isch ds Liecht vo Jakob u Samuel gsy; die beide hei ds Tal noch einisch bsuecht u hei vo ere Egg uf ds Dorf abe gluegt, wo mit de Liechter in der Winternacht schön u heimelig uusgseh het. Was meinsch, lüchtet itz o i Martas Härz es Wiehnachtsliecht, fragt du der Samuel. U der Jakob antwortet: Ganz sicher! …U wie mir das erreicht hei, isch ja nid ganz eso wichtig.

Segen wird kommen

Der Segen Gottes erreicht den Menschen in allem, was er ist, denkt, fühlt und träumt. Nicht irgendwann, sondern jetzt! Das ist die Botschaft von Konrad Blasers neuem Buch «Segen wird kommen».

Segen wird kommen
Blaser, Konrad: Segen wird kommen

«Halte an deinen Träumen fest», ruft Konrad Blaser seinen Lesern zu. Für den bekannten Pastor spielt es keine Rolle, ob die verträumten Jugendjahre schon weit zurückliegen. Und wenn jemand im stetig schneller drehenden Rad der Geschäftigkeit und der Belastung seine Träume losgelassen hat, dann rät Konrad Blaser zum Innehalten. Denn es sei nie zu spät zu zum träumen; der Glaube an Wunder und Segen hat für den Prediger der Hope & Life Church kein Verfallsdatum. 

Wie ein rauschender Regen
Konrad Blaser vergleicht den göttlichen Segen mit einem rauschenden Regen, der die Erde belebt: «Trockene Bereiche in deinem Leben bekommen wieder Wasser und beginnen neu aufzuleben». Konrad Blaser ist überzeugt, dass Segen unser Leben auch dort bereichern kann, wo wir es bisher nicht für möglich hielten; zum Beispiel im Beruf. Und, was für den Pastor besonders wichtig ist: Dies geschieht nicht irgendwann, sondern jetzt! «Gottes Segen ist unterwegs zu dir», schreibt Konrad Blaser. Sein neues Buch will Mut machen. Ob wir gesegnet werden, sei auch nicht von unseren eigenen Verdiensten abhängig, sondern nur davon, ob wir Gott vertrauen und den Segen erwarten.

Ein Weg aus der Dunkelheit
Das dritte Kapitel ist mit «Dunkelheit» überschrieben, Konrad Blaser weiss aus eigener Erfahrung, dass im Leben nicht immer alles rund läuft. Wenn wir vor lauter Enttäuschungen und Entbehrungen am Abgrund der Verzweiflung stehen, hat Gott uns dann vergessen? «Nein», antwortet der Pastor. Gott stehe uns auch dann bei, wenn wir dies nicht mehr fühlen. Wichtig sei es, das Vertrauen nicht zu verlieren: Gottes Segen findet den Weg. Auch mitten durch die Finsternis! 

Passt zur Zeit
Wir leben in einem Jahr, wie es sich kaum jemand hätte vorstellen können: Eine Pandemie verbreitet Angst und legt einen Schatten auf alle Bereiche des Lebens. Es ist gut, dass Konrad Blasers Segensbuch gerade jetzt erscheint. Es kann die Gefahr, in der wir zurzeit leben, nicht wegnehmen; aber es verbreitet Mut und Zuversicht. Und es will ermuntern, genau das zu tun, was vor 2000 Jahren ein Wanderprediger seinen Zuhörern riet: Es mit Gott zu versuchen. Und seinen Segen erwarten.

Näbel

Hüt het mi der Wäg vom Dorf ewägg a Waldrand gfüehrt. Un wo ni zrügg ha gluegt, isch es gsi, als ob ds ganze Dorf verschwunde wär. Verborge hinger em e lüchtende Schleier, hinger wissem Morgenäbel. Mini Ouge hei nümme gseh, was doch da isch. Aber, wenn d Sunne der Näbel uufglöst het, isch ds Dorf wider da. Angers aber, isch da, doch üser Ouge chöis nid gseh.

Won es du am Mittag zue isch gange, het d Wermi vor Sunne der Näbel mache z’gah. E hälle und farbige Herbschttag het sich zeigt, het Härz u Oug erfreut! Itz cha i alles gseh, bis wyt i d Färni, bis zum Horizont. U was isch hinger em Horizont? Ja, i weiss, was hingedra chunt; aber doch frag i mi o: Gloube i a das, wo mini Ouge nie chöi gseh?

Vor 2000 Jahr, da het e Wanderprediger gläbt. Dä het üs gseit: Gloubet, o wenn dir nid chöit gseh. Wenn dir gloubet, de git es kei Näbel meh vor eune Ouge, dir chöit d Wält gschoue, so wie der Herrgott se erschaffe het, mit all siner Pracht. U wenn dir gloubet, de chöit dir no vil meh gseh, wenn dir Vertroue zu mir heit, der chöit dir Gott sälber gseh.

«Wahre Liebe verurteilt nicht, aber sie nimmt Anteil»

Zusammenfassung einer Predigt von Pfarrer David Mägli, gehalten in der Kirche Rüderswil am 5. Juli 2020.

«Hören wir darum auf, einander zu verurteilen! Statt den Bruder oder die Schwester zu richten, prüft euer eigenes Verhalten, und achtet darauf, alles zu vermeiden, was ihnen ein Hindernis in den Weg legen und sie zu Fall bringen könnte.» (Römerbrief 14,13, NGÜ)

David Mägli richtet in seiner Predigt den Blick auf die vom Zeitgeist geprägte Toleranz und entdeckt darin einen Widerspruch. Einerseits sei der moderne Toleranzbegriff geprägt vom Ideal «Leben und leben lassen»: Toleranz wird auch dann erwartet, wenn etwas nicht unseren Wertvorstellungen passt. David Mägli spricht auch von einer Toleranz, die sich verselbstständigt hat. Auf der anderen Seite seien Menschen, die genau diese Toleranz für sich einfordern, nicht bereit, die Denkungsart anderer gelten zu lassen. David Mägli liefert dazu mehrere Beispiele: Das Gedicht eines berühmten Poeten musste von einer Fassade entfernt werden, obwohl es dort seit Jahren zu lesen war. Grund: Es ist mit extrem-feministischen Ansichten nicht vereinbar, da es die Schönheit der Frau rühmt. Oder: Mehrere Filialen des Chocolatier Läderach wurden vandaliert, weil die Unternehmerfamilie evangelikal ist.

So werde Toleranz totalitär, warnt David Mägli. Und gemäss dem Predigttext aus dem Römerbrief stehe es Christen nicht zu, über andere zu richten. Da stelle sich dann aber auch die Frage, wie Toleranz aus christlicher Sicht aussehe. Nicht verurteilen bedeute nicht, dass Christen dem Unrecht gegenüber gleichgültig bleiben und schweigen, betonte David Mägli: «Wahre Liebe verurteilt nicht, aber sie nimmt Anteil». So seien Christen gehalten, auf Fehler hinzuweisen, ohne aber ein Werturteil abzugeben. Dieses stehe Gott allein zu. Nur er könne einen Menschen richtig beurteilen, da er in dessen Herz sehe.

Lichter in der Nacht

René Christen: Lichter in der Nacht (Teil 1)
René Christen: Lichter in der Nacht (Teil 1)

Wenn man die Offenbarung an Johannes liest, dann kann es durchaus passieren, dass man um die Herzgegend etwas Kühles fühlt. Denn da ist von kosmischen Katastrophen die Rede, bei denen Milliarden von Menschen sterben werden! Gewaltige Erdbeben werden beschrieben, Kometeneinschläge, Naturkatastrophen, die unser Vorstellungsvermögen niemals fassen kann. Und es ist gewiss kein Zufall, dass eine Stelle aus dem 6. Kapitel im berühmten Film «Ghostbusters» aus dem Jahr 1984 erwähnt wird. Raymond und Winston sind mit dem Auto unterwegs, als sie auf das Weltende zu sprechen kommen. Dabei erwähnen sie den 12. Vers: «Und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack, und der Mond wurde wie Blut.» Die beiden Geisterjäger entschlossen sich darauf, etwas Musik zu hören und an etwas anderes zu denken…

Droh- oder Frohbotschaft?
Ist die Offenbarung eine Drohbotschaft, vor der wir uns fürchten müssen? «Nein», sagt René Christen, der Autor des neuen Buches «Lichter in der Nacht». Für den bekannten Theologen und Prediger ist die Offenbarung nicht Droh- sondern Frohbotschaft. Erlösung stehe im Mittelpunkt des letzten Buches der Bibel, davon ist Christen überzeugt. Denn Gott wendet sich den Menschen immer und immer wieder zu, er will retten, nicht vernichten. So ist im siebten Kapitel von einer grossen Menschenmenge aus allen Erdteilen die Rede, die laut ruft: «Die Rettung kommt von unserem Gott». Auch kurz vor der ganz grossen Katastrophe treten noch einmal zwei mächtige Missionare auf, die Zeugen, später auch Leuchter genannt werden. Sie rufen die Menschen zur Umkehr auf; zu ihrem eigenen Schutz sind sie mit ausserordentlichen Fähigkeiten ausgestattet, sie können das Wetter verändern und sich wirksam vor Angriffen schützen. Christen sieht in all diesen Hilfen zur Bewahrung Lichter der Rettung in einer sich zunehmend verdunkelnden Nacht. Deshalb trägt sein Buch den Titel «Lichter in der Nacht», aber auch wegen der altgriechischen Bezeichnung, apokalypsis. «Übersetzt: Aufdeckung, Enthüllung. Was im Dunkeln war, soll jetzt enthüllt werden. Licht statt Dunkelheit. Lichter in der Nacht!»

Die vergessenen Symbole
Wer in der Offenbarung zu lesen beginnt, stösst schon nach wenigen Absätzen auf Schwierigkeiten. Das liegt einerseits daran, dass wir einen 2000 Jahre alten Text vor uns liegen haben. Er richtete sich bei der Abfassung an Menschen aus dem ersten Jahrhundert in Kleinasien. Eine Zeit also, die uns fremd ist. Nur schon eine 100 Jahre alte Zeitung können wir ohne geschichtliche Erläuterungen kaum mehr verstehen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Apostel Johannes häufig eine Symbolsprache verwendet, die auf Leser der Gegenwart unverständlich und seltsam wirkt. Was zum Beispiel hat es zu bedeuten, wenn Jesus mit schneeweissem Haar und mit einem Schwert im Mund beschrieben wird? Oder was sollen wir davon halten, wenn ein Engel Johannes auffordert, ein Buch zu essen, das zwar süss schmeckt, sich dann aber als eine Art Magenbitter herausstellt. Denn nach dem Verzehr krampfte sich Johannes der Magen zusammen! 

Vier Schlüssel
René Christen gibt dem Leser vier Schlüssel in die Hand, mit denen die Offenbarung besser verstanden werden kann. Er sieht sein Buch als theologischen Beitrag, der auch für Laien zugänglich ist. Für Christen ist es wichtig, dem Verfasser Johannes über die Schulter zu schauen, während dieser schreibt. Dies bedeutet: Verstehen lernen, was der Apostel sagen wollte, die Bedeutung des Textes zur Zeit der Niederschrift sorgfältig im historischen Kontext analysieren und für unsere Zeit wieder verstehbar machen. Christen betont aber auch, dass es nicht möglich sei, alles in der Offenbarung verstehen zu können. Dies dürfe aber nicht als Nachteil gesehen werden: «Zu diesen Grenzen stehen, ist befreiend und bewahrend. Es befreit vor der Verkrampfung, alles erklären und verstehen zu müssen. Es bewahrt vor einer wilden Spekulation, die uns in Unwahrheiten manövriert.»

Werfen wir nun einen Blick die die vier Schlüssel, die sich bei der Lektüre als enorm hilfreich erweisen: Der erste Schlüssel steht für die erklärende Sprache: Manche Symbole oder Aussagen werden vom Verfasser der Offenbarung selbst erklärt oder eine passende Erläuterung findet sich in einem anderen Buch der Bibel. Der zweite Schlüssel hilft, Symbole zu verstehen, die einen alttestamentlichen Bezug haben, wie etwa die Versiegelung, mit der Menschen markiert und beschützt werden. Mit der zeitgeschichtlichen Sprache setzt sich der dritte Schlüssel auseinander, der den Leser mit dem alltäglichen Sprachgebrauch zur Zeit der Niederschrift vertraut macht. Der letzte Schlüssel ist zugleich der schwierigste in der Anwendung, denn er kann helfen, die oftmals abstrakte und skizzenhafte Sprache besser zu verstehen. Christen erwähnt als Beispiel die Heuschrecken aus dem 9. Kapitel, die nicht gegenständlich, sondern surreal, fantasieartig zu verstehen seien.

Die Sache mit dem Chip
Die Offenbarung wurde, wie schon erwähnt, vor 2000 Jahren auf der Insel Patmos aufgeschrieben. Johannes wurde ein Blick in eine weit entfernte Zukunft gewährt. Unsere Gegenwart ist ein kleiner Punkt, irgendwo auf der Zeitachse zwischen dem Abfassen und dem Eintreffen der Prophezeiungen. Einige der Aussagen der Offenbarung sind verblüffend zeitgemäss! Etwa wenn ein Engel so laut ruft, dass die ganze Erde ihn hören kann oder er von allen Menschen des Erdballs gesehen wird.  Im Zeitalter des Internet und des Smartphones ist dies überhaupt kein Problem mehr! Wenn ein «Rover» der NASA auf dem Mars landet, dann sind Millionen von Zuschauern per Livestream zugeschaltet. Und wenn im Kapitel 13 steht, dass dereinst nur noch kaufen und verkaufen kann, wer ein bestimmtes Zeichen an der Hand oder auf der Stirn trägt, dann denken wir unweigerlich an NFC Chips und an die bargeldlosen Bezahlverfahren die heute schon zum Alltag gehören. Noch ein Beispiel: Beim Blasen der sechsten Posaune ist von Kriegspferden die Rede, die Feuer, Rauch und Schwefel speien. Unsere moderne Waffen- und Raketentechnik kann das alles problemlos vollbringen!

Die Offenbarung befreit
Wer das Buch von René Christen liest, macht mehrere spannende Erfahrungen. Er hat zuerst ein Buch kennengelernt, das in jüngster Zeit leider nur noch wenig Aufmerksamkeit bekommt. Und er kann besser verstehen, worum es eigentlich geht. Es ist eine tröstliche Erfahrung, die die Offenbarung vermittelt: Wer an Jesus Christus glaubt, wird frei – frei von Sünden, weil Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist; es gibt kein Hindernis mehr auf dem Weg zu Gott. Die Sünde, die von Gott trennt, ist weggenommen! Ebenso tröstlich ist die Erkenntnis, dass Gott nicht ewig dem Treiben auf dieser Erde zusehen wird. Er hat einen Plan und wird diesen auch ohne Wenn und Aber ausführen. Deshalb sagt der Engel zu Johannes: Ich werde dir zeigen, was geschehen muss! Die Offenbarung zu lesen ist tröstlich und ermutigend, weil der Leser lernt, dass er Gott nicht gleichgültig ist. Gott liebt jeden Menschen, er wünscht sich, dass wir ihm unser Leben anvertrauen und hat für jeden  von uns einen einzigartigen Plan – für unser Leben hier auf der Erde und für unsere Zukunft in der Ewigkeit.

Christen, René: Lichter in der Nacht
Die Offenbarung an Johannes auf dem Bibelserver (Neue Genfer Übersetzung)

Welche Bibel soll ich lesen?

«Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.»

Wer an Heiligabend einen Gottesdienst besucht, wird dort bestimmt in einer schön geschmückten Kirche die vertraute Weihnachtgeschichte des Evangelisten Lukas hören. Für mich ist es immer der Höhepunkt der Feier. Dann, wenn von den Hirten auf der Weide erzählt wird, vom Stern über dem Stall und vom Kind in der Krippe; dann ist es wirklich Weihnachten geworden. Manchmal geht es in den Tagen vor Weihnachten hektisch zu und her, leider! Aber in diesem Moment ist alles vergessen; nun sind alle Gedanken bei der Weihnachtserzählung. 

Eine Bibel auf dem Tisch lädt zum Lesen ein

Der Ausschnitt «Fürchtet euch nicht» (Lukas 2,10) stammt aus der Übersetzung von Martin Luther, es ist auch nach mehr als 500 Jahren eine der beliebtesten Bibelübersetzungen. Die Worte des Engels haben wir schon als Kinder gehört, sie sind uns so vertraut wie die Kinderlieder, die wir in den ersten Jahren unseres Erdenlebens so gerne gehört haben. Die Weihnachtsgeschichte ist eine der am meisten gelesenen Stellen im neuen Testament, zusammen mit der Seligpreisung, dem guten Hirten und dem Herrengebet «Unser Vater». Möchten Sie wieder einmal in der Bibel lesen? Beginnen Sie doch gleich jetzt damit, die Vorweihnachtszeit ist eine gute Gelegenheit dazu. Im ersten Buch des neuen Testamentes erzählt Matthäus von Jesus, er erwähnt auch die Weisen aus dem Morgenland, die in keiner Weihnachtsgeschichte fehlen dürfen. Anschliessend folgt im 5. Kapitel die Bergpredigt.

«Aber welche Bibel soll ich lesen?», fragen Sie jetzt vielleicht. In der Tat gibt es zahlreiche deutsche Übersetzungen, insgesamt dürften es heute mehr als 30 sein! Natürlich verfolgen alle dasselbe Ziel, den Bibeltext in einer für uns verständlichen Sprache wiederzugeben. Dennoch gibt es Unterschiede. Ganz grob formuliert, können wir zwischen kommunikativen und formorientierten (philologischen) Übersetzungen unterscheiden. Kommunikative Bibeln legen auf Verständlichkeit grossen Wert, der Text soll leicht lesbar sein und unsere heutigen Sprachgewohnheiten berücksichtigen. Zum den beliebtesten kommunikativen Übersetzungen gehören die Gute Nachricht Bibel und die Neue Genfer Übersetzung. Beliebte Vertreter der formorientierten Übersetzungen sind die Elberfelder Bibel und die Schlachter Bibel! Diese beiden Bibeln stehen näher bei den griechischen und hebräischen Originaltexten. Sie berücksichtigen die den Rhythmus, den Satzbau und die Eigenheiten der Originalsprachen.

Wenn Sie in einer Elberfelder Bibel im 10. Kapitel des Markusevangeliums die Verse 6-8 lesen, finden Sie dort folgendes: «Von Anfang der Schöpfung an aber hat er [Gott] sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein». Der Text klingt in unseren Ohren eher etwas seltsam, weil wir zur Beschreibung menschlicher Beziehungen andere Begriffe verwenden. Wir sind ein Fleisch geworden, das sagt niemand! In der Guten Nachricht Bibel werden diese drei Verse so wiedergegeben: «Gott hat am Anfang den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele.» Das ist für Hörer der Gegenwart viel verständlicher – und vertrauter. 

Eine Sonderstellung nimmt die Luther Bibel ein. Obwohl der weltberühmte Mönch möglichst verständlich übersetzen wollte («dem Volk auf’s Maul schauen»), blieb er grösstenteils bei der Bewahrung der Originalform. Luthers Bibel ist bis heute schönstes Deutsch, die Sprache ist bildhaft, lebendig und kraftvoll! Und viele Menschen kennen den Luthertext seit ihrer Kindheit. Kein Wunder also, dass sie bei der Luther Bibel bleiben. Und wenn einzelne Stellen etwas altbacken klingen, dann stört das nicht – eher im Gegenteil! 

Möchten Sie wieder einmal in der Bibel lesen, haben aber gerade kein Exemplar zur Hand? Dann wählen Sie eine moderne kommunikative Übersetzung, wie zum Beispiel die Neue Genfer Übersetzung. Sie besteht zurzeit aus allen Büchern des neuen Testaments, zusammen mit den Psalmen und salomonischen Sprüchen. Und sie hat ein praktisches Format, so dass Sie sie überall hin mitnehmen können.

D Hanna het d Ängel ghöre singe

Kennit Dir d Hanna? Das isch e Frou wo vor meh als 2000 Jahr z’Jerusalem gläbt het. Viu Fröid, aber o viu Leid isch ihre im länge Läbe widerfahre. Wo si no jung isch gsi, isch ihre Ma gstorbe, u d Hanna het nie meh ghüratet. Wo het si Troscht u Geborgeheit i ihrem schwäre Läbe als Witwe gfunde? Bi Gott het die liebi Frou alles das übercho, wo si drum bittet het. U vo däm Momänt a het d Hanna mit Lyb u Seel für Gott u mit Gottes Liebi gläbt. Bäte im Tämpel, de Mönsche erzelle, was ihre alles Guets isch widerfahre, ganz eifach da si u d Gägewärt vo himmlische Wäse gspüre, das isch itz ihres ganze Glück gsi. 

Weihnachtsdekoration in Ranflüh

D Hanna het zum Himmel gluegt, ire länge Winternacht het am Himmel e Stärn glüchtet, häll und klar. E Stärn mit eme länge Schweif, wo itz grad über der Stadt glitzeret u gstrahlet het. U der Hannna isch es gsi, si ghöri Ängel singe. Nid eine oder es paar. Nei, e Chor us tuusig mal tuusig Ängel, u alli hei dervo gsunge, dass itz, grad i dere Nacht öppis grosses passiert: E Chünig isch gebore. Aber nid eine wie dä Herodes i sim Palascht. Nei, e Chünig wo d’Mönsche gärn het. Eine, wo alli Mönsche uf der Ärde mit Gott versöhnt. Es Chünigrich wo Glück u Fride schänkt u keis Ändi me het. A das alles het d Hanna fescht gloubt!

40 Tag speter isch im Tämpel z’Jerusalem öppis bsundrigs passiert: D Hanna het allne erzellt, dass hüt dä gross Chünig, wo alli uf ne warte, dass dä hüt i Tämpel chunt. Aber nid als Herrscher mit prächtige Gwänder und ere guldige Chrone uf em Chopf. Nei, als einfachs Chind, wo erscht wenigi Wuche alt isch. Wo d Hanna das erzellt het, het ihres Gsicht vor Fröid glüchtet! 84 Jahr alt isch si gsi, e Greisin mit wisse Haar, aber ihri Ouge hei gstrahlet u si klar gsi wie vor vilne Jahre, wo si no es Meitschi isch gsi. Im Tämpel het’s o Lüt gha wo villicht gmeint hei, dass das alte Froueli itz no wunderlig wird! Aber d Hanna het ganz genau gwüsst, wass si seit. Mit ihrem ganze Wäse het si uf Gott vertrout. U Gott het die tröi Seel treit, het ihre Flügel gschänkt,  so dass si ihm neecher het chönne si. U zum mit eigete Ouge, wass Gott für Plän het. 

Denn het d Hanna das Chind e Momänt uf de Arme dörfe ha, si isch glücklich u seelig gsi. U si het no einisch a die Nacht zrügg däicht, wo si der Stärn über Jerusalem het gseh. Ja, i dere Nacht isch das Ching gebore. 

O mir luege hüt i der heilige Nacht zum Stärnehimmel, so wie denn d’Hanna; u si voller Hoffnig. Wie schön wär doch das, we mir nume e chline Teil vo däm feschte Gloube hätte, wo d Hanna het gha. Gloube a ds Chind i der Chrippe, wo später gseit het, i bi ds Liecht vor Wält. D Hanna het gloubt, drum isch ihres Läbe voller Liecht gsi. Ds Liecht vom Schöpfer, aber o ds Liecht vom Stärn am Himmel het die Frou erfüllt. U so wird es o für üs Wiehnachte: Denn wenn mir a Stärn gloube und a d Botschaft, wo är üs bringt. Denn, wenn üses Härz wit offe isch für d Liebi vo Gott, wo üs möcht erfülle.