Wem gehört die Zukunft?

Auch die schillerndste und neueste Medaille hat zwei Seiten! Das ist auch bei Facebook, Twitter, Instagram und anderen Social Networks nicht anders: Sie alle sind eigentlich etwas grossartiges, weil sie schnell und einfach Menschen vernetzen, ganz egal wo diese auf diesem Planeten leben. Facebook & Co bieten eine Kommunikationsplattform, nicht nur für Texte; geteilt werden kann grundsätzlich alles, was sich mit 0 und 1 abspeichern lässt (heisst: binär)… und sie alle sind – wengistens für Privatanwender – gratis! Jaron Lanier indes stört sich an dieser Kostenlos-Mentalität. Denn diese hat auch ihre Schattenseiten. Es geht in seinem Buch „Wen gehört die Zukunft“ nicht um die Veränderungen im Sozialverhalten der Facebook- und Instagram-User, Lanier fragt nach den Daten! Denn diese werden auf Servern mit gigantischem Speichervolumen abgelegt und dann ausgewertet. Hier verdienen die Konzerne Milliarden, denn diese Daten sind Geld wert, viel Geld, wie Lanier sagt. Und er stellt die Frage: Was wäre, wenn die Konzerne den Anwendern Geld zahlen müsste für die Daten, die sie auf Instagram oder Twitter teilen?

Dies ist einer der Aspekte, auf die Lanier eingeht: Wir sind nicht die Kunden der Internet-Konzerne, wir sind deren Produkte. Es gibt aber noch weitere Problemfelder: Eines ist die künstliche Intelligenz, die gemäss Lanier gar nicht so künstlich ist, wie die Konzerne uns weismachen wollen. Denn hinter jeder KI steht letzendlich wieder der Mensch! Hier ein Beispiel aus dem Buch: Wir staunen heute darüber, wie präzise Übersetzungsprogramme einen Text von einer Sprache in eine andere übertragen können. Gewiss, hier sind optimierte KI-Programme am Werk, die über Jahre weiterentwickelt worden sind. Aber letztendlich basiert das verwendete Datenmaterial dennoch auf Übersetzungen, die von Menschen gemacht wurden.

Wem gehört die Zukunft? Auch Jaron Lanier beantwortet diese Frage nicht. Aber er beobachtet scharf, wie sich das Internet weiterentwickelt und wie wir auf die nicht immer guten Trends selbst reagieren können. Wer das Buch gelesen hat, wird vermutlich die eine oder andere Dienstleistung der grossen IT Konzerne etwas kritischer betrachten. Weil er gelernt hat, was ein „Sirenenserver“ ist: Eine grosse Datenbank, in die wir unsere eigenen Daten abgespeichert haben und als Folge daraus nicht so einfach wieder davon loskommen…

Wiehnachtsgruess

Vor-n-es paar Tage het mi der Wäg dür Oberburg uf Burgdorf gfüehrt, u druf Lyssach zue. Es isch scho Aabe gsy u überall wo me häregluegt het, hets glüchtet, gstrahlet, glitzeret u glänzt. Schön gschmückti Hüser, Liechterchettine, Chrischtböim, guldigi Stärne u no mängs meh. Mir gfallt das. Itz i der Zyt vo de churze Tage u länge Nächt tuet es Liecht em Mönsch guet. Es Liecht lüchtet i der Nacht als Zeiche vor Hoffnig – d Feischteri het nid ds lechtschte Wort uf dere Wält, ds Liecht überwindet ds Dunkle u Trüebe.

Weihnachtsbaum in Rüderswil, aufgestellt vom Ortsverein

Es isch aber mit dene vilne Liechtli nid geng eso gsy, i ma mi no guet a d Schuelzyt erinnere, a d Zyt wo mir uf Wiehnachte blanget hei. Hets denn o scho im Novämber überall Liechterchettine gha? Bhüetis nei. Erscht im Dezämber het da u dert es Cherzli heimelig u warm dür ds Fäischter gschyne. Ir Mitti vom Dorf, dert wo früecher e alti Linde gstande isch, isch du einisch e Wiehnachtsboum mit elektrische Cherzli ufgstellt worde. Na der Schuel bim vernachte hei mir drum nume eis Zyl gha, üs hets mit allem zu däm Chrischtboum härezoge, wo da uf em Dorfplatz guldig i d Winternacht use glüchtet het. Isch es scho Wiehnachte? Nei, aber itz het d Wiehnachtszyt z’grächtem agfange! Mängisch na der Schuel si mir ume Chrischtboum umegstande, hei gstuunet und brichtet: wie wird ächt d Wiehnachtsfiir i der Schuel? U was gits für Gschänkli deheim, unger em Chrischtboum i der Stube?

Churz drufabe het es gschneit u itz isch ds Bild vom Böimli uf em Dorfplatz märlihaft u verzouberet worde, früsche Schnee het sich uf d Eschtli gleit und der Schnee um ds Böimli ume het mit em Liecht vo de vile Lämpli gspilt; für üsi Ouge hets i däm Momänt nüt schöners gäh; u am Abe nam Z’nacht hei mir ungeduldig gfragt: Dörfe mir no einisch zum Böimli? Es schneit wider, itz isch es drum bsungerbar schön zum luege! O Erwachseni sy bim Wiehnachtsboum bliibe stah. Ds Liecht vom Chrischtboum macht o us ihne wider Chind, wo wei stuune und sich fröie uf Wiehnachte; fröie uf das was Wiehnachte bedütet, dass Gott e grossi Türe für alle Mönsche wyt ufgmacht het!

Es Liecht lüchtet i der Nacht u überstrahlt alles Feischtere. Liecht isch es Zeiche, dass Gott da isch. U im Läbe vo Jesus gits überall Liecht; won-är im Stall isch gebore worde, het am Himmel e hälle Stärn glüchtet, wo Mönsche ihm zueglost hei, het Jesus gseit, i bi ds Liecht vo der Wält, wär a mi gloubt, isch nie meh i der Feischteri. U am Änd isch Jesus zrügg is sis himmlische Deheim; derthi, wo alles Liecht u Liebi isch.

Wie chunt ds Liecht vor Wiehnachte zu üs? Jesus het gseit, dass är a üsi Tür dopplet; we mir si Stimm ghöre u ihm uftüe, der chunt är zu üs ine u het Gmeinschaft mit üs. Är bringt ds Liecht zu üs, i üses Läbe, i üses Härz. Mir bruche nid z’warte, bis es wider Wiehnachte worde isch, zum Jesus iizlade. Aber won-i voletscht die vile schöne Liechter ha gseh, wo glüchtet hei i der dunkle Winternacht, da isch es mir vorcho wie e Iiladig, Wiehnacht isch ds Fescht vom Jesus sire Geburt im Stall, aber o ds Fescht vom Liecht, wo är zu üs bringt. Vom däm Liecht wo üs der Wäg zu Gott wyst und wo nie verlöscht.

I wünsche euch allne es frohs u gsägnets Wiehnachtsfescht!

Es Gschänkli us em Ämmitau

Es ist wieder Adventszeit, in zwei Tagen wird bereits die vierte Kerze auf dem Kranz brennen. Bald ist Weihnachten. Möchten Sie jemandem ein Geschenk machen? Sie haben aber noch keines gefunden? Hier sind ein paar Ideen für Sie.

Foto: Lebensart Shop

Windspiel aus Holz

Die Markthalle in Bärau ist dieser Tage festlich geschmückt, auf der grossen Verkaufsfläche finden Besucher viele handgefertigte Geschenkideen: Sachen aus Holz, Spielzeug, Schmuck, feines für ein festliches Essen und einiges mehr. Handgemacht mit Herz lautet das Motto der Markthalle, ausgewählt aus dem Online Shop habe ich ein Windspiel aus Holz, das mit seinen kräftigen Farben überall gute Laune verbreitet, Mehr Artikel finden Sie im Online Shop.

Foto: Emmental Shop

Kugel aus Eibenholz

Es tut einfach gut, eine Holzkugel in der Hand zu halten, Holz fühlt sich angenehm an, es entspannt und erdet. Und natürlich sind Holzkugeln sehr dekorativ, immer und überall. Dieses schöne Exemplar aus Eibenholz gibts auf dem Emmentalshop. Viele weitere regionale Geschenke finden Sie unter der Rubrik Geschenkideen.

Foto: Spycher Handwerk

Schafmilchseife

Fein riechende Seifen aus Schafmilch vom Spycher Handwerk sind mit ihren Farben auch ein Blickfang im Badezimmer. Diese hier ist mit Eisenkraut verfeinert, viele weitere Seifen und natürlich weitere Geschenkideen gibts im Online Shop. Apropos: Spycher Handwerk ist ein Paradies für alles, was mit Wolle zu tun hat.

Foto: Dorfmitti Lützelflüh

Geschenkkorb

Die Dorfmitti in Lützelflüh ist eine erfreuliche Erfolgsgeschichte: Als Dorfladen und Begegnungsort zieht das schön eingerichtete Ladengeschäft Besucher aus Nah und Fern an. Und natürlich gibt es auch Geschenkideen wie etwa einen Geschenkkorb mit süssen Überraschungen. Weitere Ideen wie z.B. Kerzen, Handgemachtes oder Spezialitäten aus der Region gibt es im Laden z’mitz im Dorf in Lützelflüh.

D’Gschicht vom Wiehnachtschind

Gottfried Fankhauser: D’Gschicht vom Wiehnachtschind

«Mer sötte viel meh a Himmel ufe luege – u minder i Bode-n-ine.»

Gottfried Fankhauser

Stellen Sie sich ein einfache eingerichtetes, aber gemütliches Schulzimmer vor, irgendwo auf dem Lande. Die Kinder sitzen auf Holzbänken, die noch mit den Schreibpulten verbunden sind, an den Wänden hängen Buchstabiertafeln, Kinderzeichnungen und Landkarten, die den Schülerinnen und Schülern einen Eindruck von der weiten Welt vermitteln. Die niedrige Schulstube ist weihnachtlich geschmückt, beim Eingang steht ein Adventskranz auf einem kleinen Tischchen, die erste Kerze durfte von einem der Kinder heute Morgen angezündet werden. An den Fenstern hängen Sterne aus Stroh und Papier, es riecht würzig nach Kerzenwachs und Tannästen. Erwartungsvoll blicken die Kinder zur Lehrerin, denn sie hat eine Buch aufgeschlagen und beginnt gerade mit dem Vorlesen einer Weihnachtsgeschichte: «U würklich – i dr nächschte Nacht – alls isch still gsy u het gschlafe – da sy d’Maria u der Josef plötzlich erwachet. Und jetz ischt ds Wichtigschte gscheh, wo einisch uf der Ärde gscheh isch: der Heiland isch zur Wält cho.»

Berndeutsch in Betlehem
Der Ausschnitt stammt aus dem Buch «D‘ Gschicht vom Wiehnachtschind» von Gottfried Fankhauser. Das Buch stammt aus dem Jahr 1912 und ist natürlich ein Kind seiner Zeit; so wird etwa der deutsche Kaiser Wilhelm erwähnt. Gottfried Fankhauser stellt ihn als einen grossen, mächtigen Mann vor, der aber wie alle Menschen als hilfloses Kind auf die Welt gekommen ist. Der bis heute bekannte Berner Sonntagsschulpädagoge beweist ein feines Gefühl für die Bedürfnisse von Kindern. Sein Berndeutsch ist bildhaft und so gehalten, dass die jungen Zuhörer immer wieder in das Geschehen einbezogen werden. Fankhausers ausdrucksstarker Dialekt wirkt auch nach mehr als 100 Jahren frisch und lebhaft, es ist kaum etwas «älteliges» darin zu erkennen. Im Buch wird die Weihnachtsgeschichte nicht als etwas fernes oder abstraktes vorgestellt. Ganz im Gegenteil: Fankhauser vergleicht beispielsweise Betlehem mit Lützelflüh, einem Dorf, das den Kindern wegen Jeremias Gotthelf vertraut war. Und so wie das Emmentaler Dorf wegen des Dichters bekannt ist, war Betlehem damals weitherum bekannt, weil es der Geburtsort von König David war. Das ist anschaulich! Die Distanz von Nazareth nach Betlehem entspricht derjenigen von Bern nach Zürich, erfahren die Kinder weiter. Und wenn sie hören, dass Josef und Maria mitten im Winter auf oft schlechten Strassen unterwegs waren, dann sind sie ganz nahe am Geschehen, weil sie ähnliches selbst erlebt haben.

Ein Entscheid im Himmel
Das Buch enthält 200 Seiten in Frakturschrift, zahlreiche stimmungsvolle Illustrationen bereichern den hübsch gestalteten Band. Der Umfang mag im ersten Moment etwas überraschen, passen doch die biblischen Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus auf wenige Seiten. Der Grund liegt darin, dass Gottfried Fankhauser die Kinder auf eine Reise mitnimmt, die lange vor dem Weihnachtsgeschehen beginnt: Im Himmel machen sich Gott, Jesus und die Engel Sorgen um die Menschen, die ihnen am Herzen liegen. Betrübt beobachten sie, wie es auf der Welt viel Leid und Not gibt – und suchen nach einem Weg, wie alle Erdenkinder wieder zurück ins Paradies gelangen können.  Da ergreift Jesus die Initiative: «O Vatter, la mi zu de Möntsche ga und nes säge,  wie du ne herrliche, guete Gott bischt!» 

Illustration: Weihnachtsbaum mit Geschenken

Engel und Hirten
Auf den folgenden Seiten lernen die Kinder auch etwas über die Engel und über den Himmel, der wiederum bildhaft vorgestellt wird. Wie auf der Erde, so gibt es auch im Himmel  Berge, Täler, Flüsse, Wälder und Häuser, nur eben viel schöner! Die Engel freuen sich; sie lachen, singen und tanzen, als Gott ihnen seinen Plan eröffnet. Tausend mal tausend Engel sind im Himmel versammelt, alles ist erfüllt von ihrem strahlenden Glanz! Schon hier klingt die berühmte Stelle im Lukasevangelium an, wo die Engel den Hirten auf der Weide begegnen. 

Ein Platz im Herzen
Gehen wir noch einmal zurück in das Schulzimmer. Die Lehrerin hält einen Moment inne, um den Kindern eines der Bilder im Buch zu zeigen. Dann vergleicht sie die Liebe Gottes mit der Mutterliebe. Ist ein Kind einige Tage weg von zuhause, verspürt es bald Längizyti nach seinem vertrauten Heim, nach seinen Geschwistern, vor allem aber nach der Mutter, sie wohnt im Herzen des Kindes. Und genauso möchte auch Jesus in den Herzen der Menschen seinen Platz haben: «Er verdienets; dir wüsset, wie lieb das es is het.» Ja, das Buch hat eine missionarische Seite, ohne aber in irgendeiner Form einengend zu werden. Die Kinder lernen Jesus als guten und freundlichen Hirten kennen, der alle Menschen gern hat und sie einlädt, an seinen gedeckten Tisch – und an das Weihnachtsfest, das die Kinder herbeisehnen.

Leben ohne Weihnachten?
Es bleibt auch Platz für Gedankenspiele. Was würde wohl passieren, wenn Jesus nicht als Neugeborenes Kind in die Welt gekommen wäre, fragt Gottfried Fankhauser. Und gibt die Antwort gleich selbst: Dann gäbe es keine Weihnachtsfeier! Keinen Weihnachtsbaum, keine Weihnachtsgeschichten, keine Weihnachtsgeschenke. Der Autor setzt dann diesen Gedankengang fort, gibt es keine Weihnachten, dann gibt es keinen christlichen Glauben, so wie wir ihn kennen: Ohne Jesus gäbe es auch keine Ostern, keine Sonntagsschule, keine Kirche, keinen Pfarrer, keine Kirchenglocken, die am Sonntag Morgen läuten – und auch keinen Sonntag: «U all Tag Wärchtig, Wärchtig, Wärchtig!» Gottfried Fankhauser geht sogar noch einen Schritt weiter, ohne Christentum gäbe es keine Schule, so wie wir sie kennen, keine Bücher, keine schönen Geschichten, nichts!

Alles Liebe und Gute, das wir kennen, verdanken wir dem Kind in der Krippe zu Bethlehem. So schliesst Fankhauser diesen Gedankreis. 

Eine Botschaft, die aktuell bleibt
Die vielen Jahre sind nicht spurlos an diesem schönen Buch vorbeigegangen. Auf dem Papier hat es Stockflecken, die einzelnen Seiten lösen sich ab und der Bucheinband ist rissig und verblasst. Was den Inhalt anbelangt, hat das Werk indes nichts an Aktualität verloren; es erzählt von Jesus Geburt und vom Plan Gottes zur Rettung aller Menschen. Es lädt den Leser der Gegenwart ein, sich in einer Zeit, in der es viele Fragen und Unsicherheiten gibt, wieder auf Gott zu vertrauen. Damals, als die Hirten die frohe Botschaft von den Engeln erhielten, waren sie voller Vertrauen: „Kommt, wir wollen gehen und sehen!“ Mit demselben Vertrauen darf sich jeder Mensch an Gott wenden, der sein Versprechen hält.

Das Werk von Gottfried Fankhauser hält für Leser der Gegenwart noch etwas interessantes bereit: es eröffnet den Blick in eine vergangene Zeit; in eine Zeit, da der christliche Glaube einen ganz anderen Stellenwert im Schulzimmer hatte als heute.

Herbststimmung an der Emme

Herbst an der Emme
Herbststimmung an der Emme

Vom Südwesten her fällt das Licht der Sonne auf das Herbstlaub am Ufer der Emme. Die bunten Blätter beginnen zu leuchten, im Wasser spiegelt sich das Farbenspiel, das fröhlich, aber doch auch etwas melancholisch wirkt: Die letzten Wochen eines schönen Jahres sind angebrochen, bald wird alles kahl, bereit für den Winter. Aber noch einmal erstrahlt alles, noch einmal leuchten die kräftigen Herbstfarben!

WordPress: Full Site Editor vor dem Start

Wer WordPress regelmässig nutzt, weiss Bescheid: Seit 2018 gibt es beim beliebten CMS tiefgreifende Veränderungen. Wenn diese in nächster Zukunft abgeschlossen sein werden, hat sich WordPress grundlegend verändert: Aus einer Software für Blogger ist ein sogenannter «Page Builder» geworden; ein Werkzeug also, das eine Webseite schon beim Aufbau genau so anzeigt, wie sie auch der Besucher sehen wird. Das Konzept ist natürlich nicht neu, wir kennen es schon aus den 80er Jahren, als Textverarbeitungsprogramme mit «WYSIWYG» angeprisen wurden – What You See Is What You Get!

Für die Macher von WordPress haben die Umbauarbeiten hohe Priorität. Und dies aus gutem Grund. Konkurrenten von WordPress wie Wix, Weebly oder Jimdo offerieren schon schon seit Jahren einfach zu bedienende Page Builder und haben damit grossen Erfolg! Für WordPress gibt es sogar Page Builder Plugins, Elementor ist zurzeit das Bekannteste. WordPress ist aktuell das beliebteste CMS und hat mehr als 40% Marktanteil, was mehr als beachtlich ist, zumal mehrere hervorragende CMS gibt, die wie WordPress als freie Software entwickelt werden. Aber die Entwicklung bleibt nicht stehen und wer nicht Schritt hält, bleibt zurück, was viele Software Entwickler schon leidvoll erfahren mussten!

Mitte Dezember wird WordPress 5.9 erscheinen, bereits diese Version wird mit dem Full Site Editor (FSE) ausgeliefert werden. Und wer nicht warten mag, kann sich schon am 16. November die erste Beta Version holen! Wenn Sie es installieren, erwartet Sie dies:

Neuer Gutenberg Block Editor. Der Gutenberg Editor ist schon seit 2018 mit von der Partie, er hat mit der WP Version 5 den Classic Editor ersetzt und damit für einigen Wirbel gesorgt. Rückwirkend betrachtet hat sich aber gezeigt, dass der Entscheid goldrichtig (!) war. Mit Gutenberg haben die Entwickler den Grundstein für den FSE und für weitere wichtige Veränderungen gelegt. Wie es der Name bereits verrät baut Gutenberg auf einem Block-Prinzip auf: Inhalte wie Texte, Bilder, Listen und Tabellen werden in Blöcke aufgeteilt, was der Struktur der Seite zugute kommt. Zudem gibt es Layoutelemente wie Spalten und Gruppen. Eine Einführung in den Blockeditor finden Sie hier.

(Anklicken für Vergrösserung)

Block Patterns. Das sind Layout Vorlagen für den Inhalt einer Seite, meist werden sie von den Entwicklern des verwendeten Themes mitgegeben. Block Patterns sind Block-Gruppen, die zum Beispiel das Aussehen mehrspaltiger Texte mit Bildern festlegen, den Fussbereich der Seite oder ein hübsches Layout für Karten (Featured Cards). Der Screenshot zeigt einige Block Patterns, die vom Theme Twenty Twenty One angeboten werden: Layouts für mehrspaltige Texte.

Block Patterns sind ausbaufähig. Sie können verändert und als wiederverwendbare Blocks (Reusable Block) gespeichert werden. Reusable Blocks sind ohnehin eine spannende Angelegenheit. Einmal erstellt, können sie auf mehreren Seiten wieder eingefügt werden und sehen überall genau gleich aus! Wenn ein wiederverwendbarer Block verändert wird, passen sich auch alle Kopien automatisch an.

Block Widgets. Bereits mit WordPress 5.8 wurde der sogenannte Block Based Widget Editor vorgestellt. Damit können die Widget-Bereiche mit beliebigen Inhalten des Block Editors ausgefüllt werden. Ursprünglich waren Widgets statische Elemente wie zum Beispiel ein Kalender, ein Suchfeld oder eine Linkliste. Sie konnten nur in den vom Theme vorgesehenen Widgets Bereichen eingefügt werden. Neu sind Widgets Blocks und damit können sie verwendet werden wie ein Absatz oder ein Bild: Sie können grundsätzlich überall auf der Seite eingesetzt werden.

Full Site Editor. Damit sind wir bei der absolut wichtigsten Neuerungen angekommen, die WordPress 5.9 bringen wird. Kurz gesagt: Der FSE gibt Ihnen die Möglichkeit, alle Inhalte Ihrer Webseite in einem Druchgang zu bearbeiten. Bis und mit Version 5.8 gab es den sogenannten Composer. Mit ihm konnten die grundlegenden Eigenschaften einer Webseite bestimmt werden: Farben, Aussehen des Headers, verwendete Schriften, etc. Dies hatte den Nachteil, dass bei der Entwicklung einer neuen Webseite ständig zwischen Block Editor und Composer hin- und hergeschaltet werden musste. Mit dem FSE haben Sie neu alle Werkzeuge an einem zentralen Platz!

Ein Blick auf den Full Site Editor

Der Screenshot zeigt den FSE in unverhüllter Schönheit… vermutlich werden sich bis zur finalen Version noch einige Details verändern, aber Interessierte können sich schon jetzt einen Eindruck davon machen, wie WordPress 5.9 funktionieren wird: Mit dem Block Editor können alle Bereiche der Seite, auch Header und Footer verändert werden. Um zum Beispiel den Titel der Webseite zu ändern, gehen Sie wie folgt vor: Klicken Sie auf den Titel und geben Sie ihn im Textfeld neu ein. Fertig! wenn Sie es ausprobieren möchten, gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • Öffnen wie tastewp.com und starten Sie eine neue WorPress Instanz
  • Installieren Sie ein Theme, das block ready ist, zum Beispiel TT1 Blocks oder Blockbase
  • Installieren Sie das Gutenberg Plugin
  • Nun wird in der Navigation Site Editor (beta) angezeigt

Bitte seien Sie nicht enttäuscht, wenn nicht alles auf Anhieb wunschgemäss funktionieren wird. Es handelt sich hier um Beta Software. Sie könnte nicht nur Fehler enthalten, sie hat immer noch viele davon! Aber, was hier das wichtigste ist, Sie können Sich ein Bild davon machen, wie WorPress ab Dezember aussehen wird.

«Folge du mir nach»

Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon
Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon, 1979. Quelle: jesus.ch

Bestimmt haben die Apostel nie vergessen, was sie am See Tiberias erlebt hatten: Jesus war auferstanden und erschien seinen Jüngern. Einige Zeit später begegnete er ihnen noch einmal, während sie fischten, vermutlich während den letzten Stunden in der Nacht. Im Boot, das auf den Wellen schaukelte, sassen Petrus, Natanaël und noch einige weitere Jünger. Aber sie fingen nichts! Über dem See Genezareth dämmerte schon das erste Tageslicht, als sie am Ufer einen Mann erblickten, der ihne zurief und sie um ein paar Fische zum Frühstück bat. Als sie ihr Netz auf seinen Rat hin noch einmal auswarfen, war es beim Hochziehen übervoll; Johannes hat sogar nachgezählt: 153 grosse Fische! Da erst erkannten sie, dass es Jesus war, der am Ufer auf sie wartete. Er hatte bereits ein Feuer gemacht und zusammen assen sie einige von den Fischen und ein Stück Brot, das Jesus mitgebracht hatte. Wenn Sie diese schöne Geschichte nachlesen möchten, Sie finden sie im 21. Kapitel des Johannes-Evangeliums.

Beim folgenden Gespräch am Feuer bekam Petrus von Jesus einen wichtigen Auftrag: Dreimal foderte dieser ihn auf, für seine wachsende Gemeinde zu sorgen: Hüte meine Schafe! Ganz offensichtlich erhoben sich die beiden während des Gesprächs und gingen ein paar Schritte; dabei offenbarte Jesus dem Fischer auch seine Zukunft. Während er zuhörte, bemerkte Simon Petrus, dass Johannes ihnen folgte und fragte Jesus, welches Schicksal auf Johannes wartet. Die Antwort, die er von Jesus bekam, war kurz, aber enorm wichtig, auch für uns Menschen in den Gegenwart: Du brauchst das nicht zu wissen, lieber Petrus. Folge du mir nach.

Lass dich nicht ablenken, von Dingen, die nicht wichtig sind, oder für deine Aufgabe sogar hinderlich sein könnten. Das war der Rat, den Jesus Petrus gab. Und – das wissen wir aus der Apostelgeschichte und den Briefen – Petrus beherzigte diesen wertvollen Ratschlag: Er gründete Gemeinden, hielt gewaltige Predigten, taufte die ersten nichtjüdischen Christen, heilte Kranke, holte Tote ins Leben zurück, schrieb Missionsbriefe, liess sich auch von den Mächtigen der Welt nicht von seiner Aufgabe abbringen und wurde deshalb mehrfach eingesperrt. Er reiste nach Rom und starb dort als alter Mann am Kreuz.

Das wesentliche an dieser Geschichte: Den guten Rat, den Jesus auch uns gibt, können wir jederzeit annehmen, wir müssen dazu nicht Übermenschliches leisten, so wie Petrus es tat. Wir können den Blick auf die Dinge richten, die in unserem Leben wichtig sind. Denn Jesus fodert alle Menschen auf, ihm nachzufolgen, in ihrem eigenen von Gott geschenkten Leben. Nicht irgendwann in der Zukunft, sondern hier und jetzt! Das Unmittelbare findet sich in der Bibel immer wieder. Der Apostel Johannes nimmt den Gedanken der spontanten Entscheidung am Ende seines Lebens auf, als er die Offenbarung schreibt. In einer Vision sagt Jesus zu ihm (Offb. 3, 20 NGÜ): «Wer meine Stimme hört und mir öffnet, zu dem werde ich hineingehen, und wir werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir.»

Was bedeutet es, Jesus die Türe zu öffnen? Jesus verwendete gerne das Bild der Tischgemeinschaft. Mit ihm Gemeinschaft zu haben bedeutet, seine Gebote zu halten, von denen das Liebesgebot das wichtigste ist. Es bedeutet, daran zu glauben, dass er unsere Sünden auf sich nimmt, damit uns nichts mehr von Gott trennt. Und es bedeutet eben auch, das Wichtige im Leben in Blickfeld zu behalten, genau so, wie es Jesus Petrus sagte: Füreinander da sein, Zeit für seine Mitmenschen haben, Zeit für ein Gebet.

Von Outlook zu Thunderbird

(Oder: Wie konvertiere ich PST Dateien in das EML Format)

Es sieht nach einer einfachen Aufgabe aus: Bei einem Wechsel von Outlook zu Thunderbird sollen alle Mail-Ordner übernommen werden. Das ist genau dann wichtig, wenn zum Lesen der Mails mit Outlook das POP3 Protokoll verwendet wurde. Denn dann werden alle Mails vom Server heruntergeladen und anschliessend auf dem Server gelöscht! Alle Nachrichten sind dann lokal gespeichert und – im Falle von Outlook – in proprietären PST Dateien (Personal Storage Table) abgelegt. Beim IMAP Protokoll verbleiben die Nachrichten auf dem Server. Da aber viele Anbieter mit dem Speicherplatz geizen, verschieben viele Benutzer ihre Nachrichten in lokale Dateien.

Thunderbird Import bleibt hängen
Hat man in Thunderbird den Mailzugang via IMAP (meine Empfehlung) oder POP3 eingerichtet,  kann man sich um den Import der Outlook Dateien kümmern. Hierzu bietet Thunderbird im Menu Extras eine Option Import an. Leider funktionierte diese in meinem Fall nicht (Thunderbird 91, Outlook 365). Der Import startete zwar, blieb aber hängen. Die CPU Auslastung für Thunderbird stieg auf 30%, 20 Stunden lang blieb dies so, ohne dass weiter etwas passierte. Leider halfen auch die ImportExport Plugins nicht weiter, da sie beim Abfassen dieses Textes alle veraltet waren. 

Outlook Viewer springt in die Bresche
Erfreulicherweise existieren zahlreiche Tools, die PST Dateien in ein Format umwandeln können, das Thunderbird versteht, zum Beispiel EML und MBOX. Aber die meisten von ihnen sind kostenpflichtig. Das erfährt man freilich erst dann, wenn der Export bereits läuft! Dieser wird plötzlich von einem Dialog unterbrochen, der eine «Pro» Version anbietet, die selten weniger als 40USD kostet. 

Ein freundliches Programm Namens «Outlook Viewer» brachte die (Er-)Lösung. Es ist kostenlos und zeigt nach dem Start sofort alle Outlook Mailordner an. Nun muss nur noch im Menu Process die Option EML gewählt werden. Outlook Viewer erzeigt nun eine Verzeichnishierarchie, die genau derjenigen der Outlook Ordnerstruktur entspricht. Alle Nachrichten werden darin im EML Format gespeichert! Das ist prima! Wir sind fast am Ziel.

Importieren: Ordner für Ordner
So bleibt nun nur noch eine Frage: Wie kommen diese Ordner in Thunderbird? Die weniger gute Nachricht vorweg: Die Ordnerstruktur mit dem EML Dateien kann nicht als ganzes importiert werden. Vielmehr müssen die Ordner manuell angelegt werden. Hier eine kurze Anleitung, wie es gemacht werden kann:

  1. Starten Sie Thunderbird und generieren Sie die benötigten Ordner. Entweder direkt unterhalb des Posteingangs oder bei den lokalen Ordnern. Wenn Sie die Ordner zu Ihrem IMAP Konto hinzufügen wollen, achten Sie darauf, dass genügend Speicherplatz für das Postfach zur Verfügung steht. 
  2. Markieren Sie einen neu erstellten Ordner. Und öffnen Sie mit der Dateiverwaltung denselben Ordner, der die zuvor exportierten EML Dateien enthält. An einfachsten stellen Sie beide Programmfenster (Thunderbird, Dateiverwaltung) nebeneinander, so dass in beiden die Ordnerstruktur sichtbar ist.
  3. Markieren Sie in der Dateiverwaltung alle EML Nachrichten eines Ordners und ziehen Sie diese mit der Maus über das Thunderbird Fenster. Aber nicht auf den Ordnernamen, sondern auf die Nachrichtenliste, die standardmässig oben rechts angezeigt wird. Sobald Sie die Maustaste loslassen, startet der Import.
  4. Wiederholen Sie Schritt 3. mit allen Ordnern und Unterordnern.

Das wars auch schon. Weiterführende Informationen zu Thunderbird finden Sie hier. Und wenn Sie grosse Mail Ordner Ihrer Festplatte speichern, stellen Sie sicher, dass diese gesichert werden, zum Beispiel auf ein Cloud Drive.

Der Wert des Tagebuches

Haben Sie in Ihrer Kindheit oder Jugend auch ein Tagebuch geschenkt bekommen? Vielleicht sogar vom Götti oder von der Gotte? Ich jedenfalls erhielt eines von meinem Paten! Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es aussah: Ein hübscher, bunter Einband, eine Lasche und sogar ein kleines Schloss, damit man das Tagebuch vor fremden Blicken schützen konnte! Es gibt diese schönen Tagebücher noch heute in der Papeterie. Aber eigentlich war mein Verhältnis zum Tagebuch damals eher etwas angespannt, zumal ich spielen im Freien viel anregender fand! Und wegen knapp ungenügender Schulnoten setzte es sogar eine Strafarbeit: Während den Ferien Tagebuch führen! Das war der leichtere Teil der Aufgabe. Der Schwierigere bestand darin, nach den Ferien am Esstisch aus dem Tagebuch vorzulesen. Auch dies habe ich irgendwie bewältigt.

Tagebücher

In der Berufsschule hatte ich einen Lehrer, der uns immer wieder anregte, ein Tagebuch zu führen, und zwar so: «Jungs, ihr seid nicht wie Chüngeli, die gemütlich auf einer Wiese sitzen und die Zeit mit wiederkäuen verbringen. Mit dem Tagebuch könnt ihr Euch selbst Rechenschaft darüber geben, was ihr tut. So, und nun zu den Noten der letzten Prüfung…» Der gute Herr L. hatte recht!

Kommen wir noch einmal zurück zu den bunten Kinder- und Jugendtagebüchern. Leider bleiben viele von ihnen leer und das ist schade! Denn eine leere Seite bedeutet immer, dass eine Geschichte, ein Erlebnis oder ein Gedanke nicht aufgeschrieben worden sind. Etwas aufschreiben bedeutet, es noch einmal erleben, schöne Erlebnisse aufschreiben tut gut! Und die weniger schönen? Sie können mit der Reflexion im Tagebuch besser verarbeitet werden. Und dann – ganz wichtig – wird eine neue Seite aufgeschlagen. Ein nordamerikanischer Indianer gab den folgenden Rat: Denke am Ende eines Tages über alles nach, was du erlebt hast. Schliesse mit guten Gedanken die Augen und erwarte mit Dankbarkeit und Freude den nächsten Tag!

Ein Tagebuch führen bedeutet nicht, dass jeder Tag mit ein paar Zeilen erwähnt wird. Manche Menschen schreiben wochen- oder monatelang nichts in ihre Kladde. Doch dann gelangen sie auf ihrem Lebensweg an einen wichtige Wegmarke, vielleicht seit vielen Jahren erwartet, vielleicht völlig überraschend. Und dann füllen sich die Seiten im Tagebuch wieder! Ich finde es besonders schön, wenn ein Ferientagebuch geführt wird. Jahre später kann dann das Erlebte zusammen mit den Photos noch einmal vergegenwärtigt werden.

Hier noch ein paar Tipps: Es müssen keine aufwendig verarbeiteten und gebundenen Bücher sein, schlichte linierte Notizhefte sind in der Handhabung viel einfacher. Am besten liegen sie jederzeit griffbereit auf dem Arbeitstisch und laden dazu ein, auch heute ein paar Zeilen zu schreiben. Es muss auch kein teurer Federhalter her, Kugelschreiber oder Bleistift genügen! Ein Tagebuch ist etwas lebendiges, es können auch Papierstücke eingeklebt werden, die es wert sind, aufbewahrt zu werden. Eine Visitenkarte zum Beispiel, oder ein ganz prosaischer Bierdeckel, auf den jemand etwas wichtiges notiert hat…