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Basar in der Pfrundscheune

Die Kirchgemeinde veranstaltete auch dieses Jahr einen Basar und wurde durch zahlreiche Besucher belohnt. Wie in den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Strick- und Handwerksartikel zum Verkauf angeboten. Im Erdgeschoss der Pfrunscheune wurden Backwaren, Getränke und ein Mittagessen serviert.

Jedes Jahr am zweiten Novembersamstag organisiert die Kirchgemeinde Rüderswil in der Pfrundscheune einen Basar. Das Datum fiel heuer auf den 12. November und schon am frühen Morgen herrschte in der Scheune ein emsiges Treiben. Im oberen Stock boten die Basarfrauen all die Strick- und Handwerkwaren an, die sie in zahllosen Stunden des vergangenen Jahres angefertigt hatten. Mit grossem Aufwand vorbereitet und liebevoll dekoriert wurden auf zwei langen Tischen Strickwaren wie Mützen, Socken, Mitli oder Kinderkleider, aber auch Schals, Küchentücher und viele weitere, kunstvoll gefertigte Textikartikel zum Kauf angeboten. Und da bald die Adventszeit beginnt, wurde das reiche Angebot mit Kränzen, Kerzen und Holzfiguren vervollständigt.

Wer zum Basar geht tut dies natürlich nicht nur wegen der schönen Ausstellung, denn das Basarteam lud auch ein zum Verweilen bei Kaffee und Süssigkeiten. Im kleinen Saal der Pfrundscheune wurden verschiedene Getränke, Backwaren und Süssigkeiten aller Art angeboten. Die hübsch dekorierten Tische luden ein zum Dableiben und zum Pflegen der Geselligkeit im Dorf. Erfreulich ist, dass viele Rüderswiler und Dorfnachbarn der Einladung folgten und sich verwöhnen liessen. Während der Mittagszeit wurde auch eine nahrhafte Suppe, zusammen mit Apfelsaft oder Mineralwasser serviert.

Der Erlös des Basar in der Höhe von ca. Fr. 3000.- wird für gemeinnützige Zwecke eingesetzt, wobei jedes Jahr neu über die Verwendung entschieden wird. Diesmal wird der Ertrag für einen Gehweg mit Treppe investiert, der eine direkte Verbindung zwischen Kirche und Pfrundscheune herstellen wird. Wir danken allen, die bei der Durchführung des Basar mitgeholfen haben, den Basarfrauen und Helferinnen, wie auch allen Besuchern, die mitgeholfen haben, aus diesem Tag etwas Besonderes zu machen.

«Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen»

In Rüderswil wurde heute der Erntedankgottesdienst gefeiert. Pfarrer Johannes Weimann eröffnete die Feier mit einer Betrachtung, in der er von seinen Erlebnissen in der herbstlichen Erntezeit erzählte. So konnte er im Seeland beobachten, wie die Bauern damit beschäftigt waren, eine reiche Ernte einzubringen: mit Harassen, Baloxen und Säcken werden Rüben, Zwiebeln, Obst und Kohl geerntet, auf Wagen geladen und in die Scheune gefahren. Auch in seinem Heimatdorf, im oberaargauischen Herzogenbuchsee, konnte Pfarrer Weimann die Landleute bei der Arbeit beobachten. Wer aber ernten will, muss auch säen. Säen, das ist heute ein Prozess, bei dem computergesteuerte Maschinen zum Einsatz kommen, alles ist genau berechnet und abgewogen. Ältere Bauern aus «Buchsi» wussten aber zu erzählen, wie sie früher noch mit dem Säesack über das bereitete Feld schritten. Wer säet, muss Vertrauen haben, dass die Saat aufgeht, gedeiht und Frucht bringt. Aber auch Geduld, denn in der Natur braucht alles seine Zeit. Werden und Vergehen haben ihren eigenen Rhythmus im Kreis der Jahreszeiten.

Erntedank Rüderswil

Erntedank

Eine reiche Ernte, wer will darüber nicht dankbar sein und sich freuen? In Rüderswil wurde auch dieses Jahr die Treppe vor dem Taufstein mit vielen Erntegaben der Dorfbewohner geschmückt und nach dem Gottesdienst waren alle eingeladen, etwas davon mit nach Hause zu nehmen. Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Organisten Heinz Born und von der Alphorngruppe Ahorn Heimisbach. Die stimmungsvollen und urchigen Alphornmelodien passten zu der Feier, ist doch das Spiel auf dem Hirtenhorn traditionell ein musikalischer Ausdruck des Dankes. Dank für einen langen Tag, an dem alles gelang. Wie heute auch als Dank für eine gute Ernte.

In seiner Predigt ging Pfarrer Weimann auf ein bekanntes Gleichnis ein, das beim Evangelisten Lukas mit den Worten eingeleitet wird: «Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen» (Lk. 8,5). Was kann uns denn dieses bekannte Gleichnis heute noch sagen? Natürlich ist der Saemann, von dem Jesus erzählt, ein Sinnbild für den gütigen Gott, der sich den Menschen zuwendet. Gott säet sein Wort, die gute Nachricht, wie ein Same aus und er lässt sich bei seiner Arbeit zusehen. Die Saat geht auf und wächst, wenn wir Gottes Wort mit offenem Herz aufnehmen und in uns gedeihen lassen. In seinem Gleichnis erzählt Jesus, dass einiges vom Saatgut auf den Weg fiel. Die Menschen hören es, nehmen es aber nicht an. Wieder andere Körner fielen auf felsigen Boden, wo sie zuerst aufgingen, dann aber verdorrten. Erinnert uns das nicht an unsere schnelllebige Zeit, fragte Johannes Weimann. Wir hören die Botschaft und nehmen sie – vorerst – freudig, ja mit Begeisterung an. Doch dann wenden wir uns wieder anderen Dingen zu. Es hat ja noch Zeit. Die Saat vertrocknet, bevor sie im Boden einwurzeln kann. Das Gleichnis fährt fort mit dem Hinweis darauf, dass einiges der Saat in Dornensträucher fiel. Sind Dornen nicht wie die Zweifel, die uns nach und nach in Besitz nehmen können, wenn wir die gute Nachricht hören? Und zuletzt erstickt das Saatgut.

Doch einiges von der Saat fällt auf guten Boden und bringt hundertfache Frucht. Dies gleicht dem Menschen, der mit aufrichtigen und breitwilligen Herzen das Wort hört und daran festhält.
Ist der Acker, von dem hier erzählt wird, wie ein Spiegelbild unseres Lebens? Es ist geprägt von Rückschlägen und Traurigem. So gleicht es einem harten, steinigen Boden. Doch dann schöpfen wir neue Hoffnung, unerwartet geht eine Türe auf und öffnet auch das Herz, damit es das gute aufnehmen kann. Wir gleichen nun der weichen Frühlingserde, die neues Vertrauen in Gott schöpft und die Saat aufnimmt.

Nach dem Gottesdienst erwartete die Kirchgänger ein milder Herbsttag, der zum Verweilen einlud, bei einem Spaziergang durch die bunten Wälder oder über die Felder, die nach frischer Erde riechen. Die Sonne hatte noch Kraft und löste bald den Morgenreif in glitzernden Tau auf. Und dann zog sie weiter auf ihrer Bahn und leuchtete bis in die Abendstunden über einem warmen, goldenen Herbsttag.

Begrüssungsfeier für Neuzuzüger

Der Umzug in ein neues Zuhause ist weit mehr als einfach nur der Wechsel des Wohnortes. Der Umzug in eine neue, vielleicht noch fremde Wohngemeinde wird begleitet von vielen Veränderungen im Leben: ein neues Zuhause, an das man sich erst gewöhnen muss. Ein neues und unbekanntes Dorf. Fremde Gesichter, mit denen wir erst nach und nach bekannt werden und aus denen Freundschaften entstehen können. Vielleicht auch eine neue Arbeit und damit einhergehend ein neuer Kollegenkreis. Wer umzieht hat den Wunsch, sich in dieser neuen Lebenswelt bald heimisch zu fühlen; einen kleinen, vertrauten Flecken Erde zu finden, auf dem man sich wohlfühlt und zu dem man immer gerne zurückkehrt.


Blick auf das Dorf Rüderswil

Die Kirchgemeinde mit ihrem vielfältigen Angebot kann den Neuzuzügern helfen, sich im Dorf einzuleben und neue Bekanntschaften anzuknüpfen. Dies sagten sich auch die Ratsmitglieder der Kirchgemeinde Rüderswil und luden am 1. Mai alle frischgebackenen Rüderswiler zu einem Begrüssungsgottesdienst ein. Auf die Besucher wartete an diesem schönen und sonnigen Frühlingsmorgen eine abwechslungsreiche und spannend gestaltete Feier mit viel Musik und Gesang. Mit ihren in englisch gesungenen Gospels überraschten die Celestial Singers und verbreiteten in der festlich geschmückten Kirche einen Hauch nordamerikanischer Begeisterung und strahlender Lebensfreude!

Als «schöns Fläckli Ärde» bewarb die Ratspräsidentin Ruth Blaser in ihrer Begrüssung das Dorf mit seiner Umgebung. Eingebettet in die sanften Emmentaler Hügel hat Rüderswil nicht nur landschaftlich viel zu bieten. Und so vielfältig wie das grüne Hügelland sei auch die Kirchgemeinde mit ihren Aktivitäten, so die Präsidentin. Zusammen mit Marianne Zaugg und Pfarrer Lorenz Schilt stellte Ruth Blaser darauf die verschiedenen Angebote der Rüderswiler Kirche vor. Während Marianne Zaugg über die Altersarbeit berichtete, stellte Lorenz Schilt in einem spannenden Diavortrag die Angebote für KUW-Schüler und für Betagte vor. Die Kirche bietet Raum für alle Menschen und lädt ein zum Mitmachen, betonte das Trio. So leistet die Kirche einen wichtigen Beitrag zum Leben und Einleben für Neuzuzüger in der Dorfgemeinschaft. Apropos Einladen: am Ende der Feier waren alle zu einem Apéro in der Pfrundscheune eingeladen. Da es sich um den ersten Gottesdienst dieser Art in Rüderswil handelte, gab es entsprechend viel zu berichten und zu «brattigen». In einem Punkt waren sich alle einig: die Begrüssungsfeier wirkte auf die Besucher sympathisch und einladend, sie machte «gluschtig», wie man im Emmental sagt. Heiter und freundlich wie an diesem schönen Maientag lud so die Kirche nicht nur die Neuzuzüger im Dorf zur Gemeinschaft im Christsein ein: herzlich willkommen in Rüderswil!

Kommentar: ein guter Anfang

Die Kirche lud die Neuzuzüger zur Begrüssung ein und leistete damit eine wichtige Ergänzung zum Neuzuzügerabend der Einwohnergemeinde. Gewiss, nur wenige Neuzuzüger fanden den Weg in die Kirche, sicher auch weil ein blühender Frühlingstag ins Freie lockte. Es kamen aber auch bekannte Gesichter und Besucher aus den umliegenden Gemeinden. Das ist ermutigend, zeigt es doch, dass das Interesse am Leben der Kirche und am Glauben vorhanden ist. Wie die Landwirte unter der Woche auf den Feldern, so hat auch die Kirche Rüderswil an diesem Sonntag gesät. Wir dürfen auf eine gute Ernte hoffen.

«Ihr seid das Salz der Erde»

Kirchensonntag im Rüderswil vom 30. Januar 2011

Ein Team des Kirchgemeinderates gestaltete den Kirchensonntag und berichtete facettenreich von der Freiwilligenarbeit in der Kirchgemeinde. Freiwilligenarbeit ist bereichernd für alle Beteiligten, ist beglückend und lädt ein zum Mitmachen in einer lebendigen und aktiven Kirche. Jürg Neuenschwander begleitete die Feier virtuos und zog auch ein paar Überraschungen aus dem Ärmel.

Langsam erwachte aus einem kalten Mittwintermorgen ein neuer Tag, begleitet von einem heiteren und freundlichen Dämmerlicht, das die Stille des erwachenden Dorfes überstrahlte. Und trotz der noch eisigen Kälte erhoben sich mit dem Tageslicht die ersten Vogelstimmen und luden die Zuhörer ein, sich von der winterlichen Morgenstimmung inspirieren zu lassen. Inspiration, das fanden auch die Besucher des Gottesdienstes an diesem Morgen. Es war der Berner Kirchensonntag, der jedes Jahr von Laien vorbereitet und gestaltet wird und heuer ganz im Zeichen der Freiwilligenarbeit stand. Gestaltet wurde die Feier von Mitgliedern des Kirchgemeinderates, unterstützt von Menschen, die sich freiwillig für eine lebendige Kirche engagieren. Auch dieses Jahr musizierte in der reich geschmückten Kirche der bekannte Organist Jürg Neuenschwander. Mit seinem Spiel inspirierte und verzauberte der Virtuose einmal mehr sein Publikum. Nuancenreich waren die Stücke, zu denen auch beschwingte Tänze und bekannte Jodelmelodien gehörten. Jürg Neuenschwander beweist meisterhaft und stets auf’s Neue, wie vielfältig und überraschend das Spiel auf der Kirchenorgel sein kann.

Menschen mit verschiedenen Interessen setzen sich ein für die Kirche wie auch für den persönlichen Glauben. Sie tun dies freiwillig, weil Freiwilligenarbeit bereichernd und beglückend ist. Und weil Freiwilligenarbeit zum fruchtbaren Erdreich gehört, auf dem eine lebendige und prosperierende Kirche wachsen kann. «Freiwillige sind wie das Salz der Erde», stellte Ruth Blaser in ihrer Ansprache fest und verwies auf das bekannte Gleichnis im Matthäus-Evangelium. Jede Stunde bezahlter Arbeit wird um eine Stunde Freiwilligenarbeit ergänzt, stellte die Präsidentin fest und beendete ihre Betrachtung mit einer Einladung: alle sind herzlich eingeladen, am Kirchenleben teilzunehmen. Ganz im Geiste von Jesus Christus: «Komm, und folge mir nach».

Wer mitmachen will, findet dazu vielfältige Möglichkeiten. Dies bewiesen die Kirchenrätinnen Vreni Moser, Erika Stocker und Marianne Zaugg. In ihren farbig gestalteten Berichten luden sie die Zuhörer ein zu einem spannenden Rundgang durch das Dorf und machten dabei Halt bei den Wirkungsfeldern kirchlicher Freiwilligenarbeit. Erika Stocker lud in die «Glungge» ein, einem bekannten Jugendtreff, der nur dank dem Einsatz vieler Freiwilliger bestehen kann: «zäme spile, Filme luege, brichte oder e Themeabe mache», das und vieles mehr bietet die Glungge den Jugendlichen aus der Region. Den Besuchsdienst gibt es nun schon seit 25 Jahren. In dieser Zeit sammelte sich ein reicher Fundus an Erlebnissen und Erfahrungen, von denen Vreni Moser berichtete. Unschätzbar ist der Wert der Freiwilligenarbeit, der hier Woche für Woche geleistet wird, resumierte Vreni Moser.
Abgeschlossen wurde der Rundgang von Marianne Zaugg, die von der Altersarbeit berichtet und zu erzählen wusste, wie spannend und bereichernd der Kontakt zur älteren Generation ist. Wer auf ein langes Leben zurück blicken kann, hat Zeit, ist reich an Erfahrungen und erzählt gerne davon, wie es früher war. Gerade so wie die Diakonie und die Jugendarbeit ist die Altersarbeit geprägt von Geben. Und vom beschenkt werden.

Apropos Schenken: Susanne Stalder beschenkte die Besucher mit einem bewegenden Lied aus Italien: «O dio crea in me«, das sie mit zwei Sängerkolleginnen vortrug. Susanne Stalder lädt regelmässig zum «Zäme singe» in der Kirche Rüderswil ein. Jung und Alt treffen sich hier zu einer Singprobe in ungezwungener und lockerer Atmosphäre.
Anschliessend an den Gottesdienst waren alle zu einem Apéro eingeladen und so bot sich eine Gelegenheit, sich auszutauschen und über eigene Erfahrungen und Erlebnisse zu berichten. Ein Kirchgänger legte Wert auf die Feststellung, dass freiwilliges Engagement mit dem persönlichen Willen jedes Menschen zu tun hat. Der Wille wiederum hat seine Quelle in unserem Herzen. Wenn wir mit Herz und Gemüt bei der Sache sind, dann entsteht neues und schönes!

«Ein Herz und eine Seele»

Am 9. Januar wurde Elisabeth Beer-Gehrig feierlich in ihr Amt als Kirchgemeinderätin eingesetzt. Umrahmt wurde die Feier von der Sängerin Brigitte Mühlemann. Mit ihren einfühlsamen und stilsicher vorgetragenen Liedern bereicherte die Sopranistin den Gottesdienst. Auf der Orgel begleitet wurde Brigitte Mühlemann von Heinz Born.
«Ein Herz und eine Seele», so überschrieb Pfarrer Lorenz Schilt seine Predigt zur Amtseinsetzung, in der er darauf hinwies, dass unser Miteinander nicht immer harmonisch verläuft. Die Menschen sind aber zu einem friedvollen Miteinander berufen. Unsere Fähigkeit mitzufühlen, Leid und Freud zu teilen und Mitleid zu empfinden ebnet den Weg zu einem gelingenden Miteinander. Was aber sagt die Bibel zu diesem Themenkreis? Das Böse ist in den Büchern der Bibel eine ernstzunehmende Tatsache, stets von neuem schleicht es sich in unser Leben ein und richtet Unheil an. Aber die Bibel weist auch einen Weg aus dieser Sackgasse hinaus. Jesus Christus will mit seiner Botschaft befreien, er lädt uns ein, das Wagnis des Evangeliums einzugehen, damit neues entstehen kann. So wünschte der Pfarrer der neuen Rätin aber auch der ganzen Kirchgemeinde wenig Tränen aber lebensspendendes Wasser.

Auch ein Kirchgemeinderat ist nicht immer ein Herz und eine Seele. Dies betonte Ratspräsidentin Ruth Blaser in ihrer Ansprache. Es darf und soll ja auch verschiedene Meinungen geben. Der Diskurs der verschiedenen Ansichten ist auch ein kreativer Prozess. Die Mitglieder des Rates haben verschiedene Aufgaben und dementsprechend verschiedene Interessen. Aber: sie bilden auch eine Gemeinschaft, sind zur Einheit berufen. Enssprechend dem Gleichnis, von dem Paulus im ersten Korintherbrief erzählt (1. Kor. 12): viele Glieder, aber ein Leib.

Nach der Ansprache der Präsidentin wurde Elisabeth Beer feierlich in ihr Amt eingesetzt. Die Ratsmitglieder lasen gemeinsam Psalm 24, anschliessend wurde neue Rätin von allen Amtskolleginnen und -kollegen mit einer roten Rose im Kirchgemeinderat willkommen geheissen. Eilsabeth Beer wird von Katharina Kilchenmann das Ressort Öffentlichkeitsarbeit, Erwachsenenbildung und Kultur übernehmen. Elisabeth Beer nimmt das neue Amt als Herausforderung an, wie sie selbst sagt. Ihr neues Amt eröffne ihr die Möglichkeit, eine moderne und um Wandel begriffene Kirchgemeinde mitzugestalten.

Gottesdienst mit Alphorn und Jodel

Am kommenden 16. Januar um 20.00 Uhr findet in der Kirche Rüderswil ein Abend-Gottesdienst statt, bei dem ein Jodlerduett und eine Alphorn Formation zu hören sein werden. Der von Pfr. Lorenz Schilt geleitete Gottesdienst wird zusammen mit der Kirchgemeinde Lauperswil gefeiert. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher.

Mein Freund Calvin

Johannes Calvin
(Quelle: Wikimedia)

Einige Regionen der deutschen Schweiz stehen im Ruf, dass ihre Bewohner ausgesprochen harte Schädel haben. Johannes Calvin war kein Schweizer, aber wenn es um das eigene Durchsetzungsvermögen geht, dann passt Calvin sehr gut in das Alpenland. Schliesslich wurde ihm mehr als einmal in seinem Leben Sturheit vorgeworfen. Geboren wurde der grosse Reformator 1509 in Noyon, einem kleinen Städtchen in der Picardie in Nordfrankreich. Schon in jungen Jahren entwickelte der kleinwüchsige Franzose die Fähigkeit, mit aller Entschlossenheit auf einem Standpunkt zu verharren – gegen allen Widerstand, ganz egal wie stark dieser auch sein mochte. Mit anderen Worten: Johannes Calvin war ein hochgebildeter Jurist und Theologe, der den Diskurs mit anderen Menschen schätzte und suchte. Sobald es aber um zentrale Lehren des christlichen Glaubens ging, konnte Calvin zum eifernden Dickschädel werden. Und dann konnte Calvin sogar grob werden, wie seine Zeitgenossen berichten. In seinem Hauptwerk, der Institutio, beschimpft Calvin seine Gegner mehrfach, wobei er bei der Wortwahl nicht wählerisch war.

Hartnäckig wie ein Holzscheit zeigt sich Calvin auch am zweiten Ostertag im Genf des Jahres 1538. Meinungsverschiedenheiten zu allerlei Kirchenfragen hatten bereits im Vorfeld zu Unstimmigkeiten zwischen ihm als dem ersten Stadtpfarrer und dem Rat von Genf geführt. Calvin weigerte sich nämlich, denjenigen Genfer Bürgern das Abendmahl auszuteilen, die es nach seiner Meinung nicht verdient hatten. Dummerweise befanden sich unter diesen Übervorteilten auch einige alteingesessene Enfants de Geneve, also Genfer Aristokraten. Und diese hatten keine Lust, sich ihren Lebenswandel von einem Pfarrer vorschreiben zu lassen. Erst recht nicht, wenn dieser auch noch Franzose war, also kein Genfer Bürger. So kam es in der Hitze der Auseinandersetzung wie es kommen musste. Als Calvin wegen des Abendmahlstreits das Predigen von Amtes wegen verboten wurde, strafte dieser im Gegenzug das Verdikt mit Nichtbeachtung und stieg am zweiten Ostermorgen mit grimmiger Entschlossenheit auf die Kanzel von St. Pierre. Von dort aus wetterte der sprachgewaltige Pfarrer gegen den Genfer Rat. Was seine Forderungen anbelangt, war Calvin dabei nicht bescheiden. Alle Genfer, die sich nicht auf ein von ihm – Calvin – verfasstes Glaubensbekenntnis vereidigen lassen wollten, hätten die Stadt zu verlassen. Zu Beginn gefiel den Räten diese Idee noch. Als sie aber erkennen mussten, dass bei der Umsetzung ein Exodus droht, konnten sie sich nicht mehr recht darüber freuen und machten einen Rückzieher. Nicht die Ketzer waren es, die gehen mussten. Calvin sollte entweder den Stadtherren gehorchen oder selbst Genf verlassen. Und dieser blieb einmal mehr hart: Calvin verliess die Rhonestadt schon am kommenden Morgen.

Das bis hierher erzählte scheint gut in das Bild zu passen, das viele Menschen von Johannes Calvin haben: Calvin der Eiferer, der anderen seine rigiden und strengen Moralvorstellungen aufzwängen will. Der Tyrann oder Despot gar, der es sich in den Kopf gesetzt hat, eine ganze Stadt in ein freudloses und enges Tugendkorsett zu pressen. Calvin, der Spielverderber.

Aber dieses Bild stimmt nicht. Gewiss, Calvin war ein Eiferer. Wer sich aber die Mühe macht herauszufinden, was den Reformator eigentlich antrieb, vor dessen Augen entsteht ein neues Bild von Calvin. Eines, das den grossen und oft als unnahbar empfundenen Genius als tief besorgten Mann zeigt. Besorgt um die Menschen. Denn Calvin hat beim Studieren der Bibel eine Entdeckung gemacht, die zum Mittelpunkt seines ganzen Lebens werden sollte. Aufgeschrieben hat er diese Entdeckung unter anderem in der Institutio Christianae Religionis (Unterricht in der christlichen Religion). Einem Werk, das in der Entwicklung des Protentantismus eine bedeutende Rolle spielte und bis heute nichts an Aktualität verloren hat.

Das gewichtige Buch

Institutio Christianae ReligionisUnterricht in der christlichen Religion

Wer Calvins Institutio lesen will, braucht Ausdauer und viel Zeit! Denn die deutsche Übersetzung der letzten Ausgabe aus dem Jahre 1559 umfasst 860 Seiten. Eng beschrieben in zwei Spalten mit kleiner Schrift. Während ihrer mehr als zwanzig Jahre dauernden Entwicklung ist die Institution zu einem umfassenden Kompendium herangewachsen, das alle Aspekte des christlichen Glaubens detailliert erläutert. Nach einer Einführung in die Gotteserkenntnis leitet das Werk über zu den Kernbegriffen des Christenglaubens: Gesetz und Sünde, Busse und Gebet, Vorsehung und Gnade. Zu den umfangreichsten Kapiteln gehört freilich dasjenige zum Gebet. Ferner die Erwählung und die Sakramente, von denen Calvin nur zwei anerkennt: die Taufe und das Abendmahl. Als Dreingabe legt Calvin dem Leser ein grosses Argumentarium in die Hand, mit dem er sich gegen andere Glaubensrichtungen erfolgreich zur Wehr setzen kann.
Doch was folgt nun als Substrat aus mehr als 800 Seiten geballtem theologischem Wissen? Es ist eine Erkenntnis, die uralt, aber doch auch immer wieder neu ist: der Mensch kann sich durch eigene Taten nicht selbst erlösen. Nur Gottes Gnade kann ihn erheben und sein Leben erneuern. Wer auf der anderen Seite Gott nichts nachfragt, begeht einen verhängnissvollen Fehler. Und genau das ist es, wovor Calvin die Menschen bewahren will. Sein gerne als unangenehm empfundener Eifer ist aufrichtig und ohne Eigennutz auf das Wohl der Menschen gerichtet. Calvin will seinen Mitmenschen zu einem erfüllten und gelingenden Leben verhelfen. Und er ist bis auf den Grund seines Herzens davon überzeugt, dass dies nur durch eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott möglich ist.

Hinter Calvins Forderungen stehen keine Machtansprüche. Man kann ihm alles mögliche vorwerfen, aber nicht, dass er ein Machtmensch war. Er selbst schrieb seinen Freunden immer wieder, dass er am liebsten das stille und zurückgezogene Leben eines Gelehrten führen würde. In Genf wurde Calvin mit der Aufgabe betraut, den Aufbau der reformierten Kirche zu leiten. Zuerst zögerte Calvin. Doch dann nahm er den Auftrag an und verabschiedete sich vom beschaulichen Gelehrtendasein. Seiner Aufgabe widmete sich Calvin mit allen Kräften. Für halbe Sachen war der kleine Mann mit dem Spitzbart ohnehin nie zu haben. Und Begriffe wie Disziplin, Redlichkeit oder Pflicht waren für ihn genau so wichtig wie sein Missionsauftrag. Doch barg diese Haltung stets auch ein ernstes Konfliktpotential. Und Konflikte waren in Calvins Leben keine Seltenheit. Schliesslich ging es um nichts weniger als um das Seelenheil – und da darf es keine Kompromisse geben. Dies war es, was Calvin antrieb.

Das Vermächtnis des Theologen

Wer Calvin genauer kennenlernen will, muss also die Instutio lesen. In ihr findet sich der direkte Weg, der zum Verständnis dieses genialen, aber auch eigensinnigen Mannes führt. Ursprünglich als Katechismus konzipiert enthielt die Institutio in der letzten Fassung ganze achtzig Kapitel, aufgeteilt in vier Bücher. Nach der Lektüre der einleitenden Kapitel, sollte der Leser zu Beginn des zweiten Kapitels kurz innehalten und tief durchatmen. Denn nun holt Calvin aus zu einem kräftigen Rundumschlag gegen das menschliche Selbstwertgefühl. Duch die Sünde ist der Mensch einem Fluch verfallen, schreibt Calvin. Ihres freien Willens beraubt kommt aus der menschlichen Natur nichts als Verdammliches (II, 3). Das sind harte Worte, die nicht so recht in unsere moderne Zeit passen wollen. Aber es war auch nie Calvins Ziel, den Menschen zu gefallen. Calvin, der Misanthrop? Nein, ganz im Gegenteil. Schon in den nächsten Kapiteln (ab II, 4) erläutert der Theologe den biblischen Plan, der aus der Sackgasse führt. Der Plan kommt von Gott selbst, der die Menschen liebt und ihnen alle Gaben für ein glückliches Leben schenkt. Jesus Christus kam in die Welt um uns von Gottes Wesen und von seinem Plan zu erzählen. Wer auf Jesus vertraut, findet Frieden und darf sich Goittes Verheissung sicher sein.

Das klingt gut. Aber wie finden wir diesen Frieden? Calvin antwortet: dadurch, dass wir glauben, dass Jesus auferstanden ist und mit seinem Tod für unsere Sünden bezahlt hat. Und dadurch, dass wir uns selbst nicht ganz so wichtig nehmen, dafür etwas mehr auf Gott vertrauen und unseren Mitmenschen mehr Aufmerksamkeit schenken. Die Hauptsumme des christlichen Lebens ist gemäss Calvin die Selbstverleugnung. Und damit sind wie wieder bei einem Begriff angelangt, der bei unseren Zeitgenossen nicht gerade Begeisterungsstürme auslöst. Warum sollen wir uns also selbst verleugnen? Im dritten Buch der Institutio (III, 7) steht die Antwort: nur so schaffen wir in uns selbst Platz, der dann von Gott ausgefüllt werden kann. Und da Jesus ein guter Hirte ist, können wir auf diesem Weg nur gewinnen.

Im Kapitel 20 des dritten Buches kommt Calvin auf dann das Gebet zu sprechen. Und dieses soll ein Christ pflegen, so gut er kann. Denn im Gebet kommen wir Gott immer näher. Durch die Bibel spricht Gott zu uns und im Gebet hört er uns zu. Durch das Gebet empfangen wir dann auch die von Gott verheissenen Segnungen. Johannes Calvin legt grössten Wert auf das Gebet, er erläutert bis ins Detail, wie wir beten sollen und was ein Gebet alles enthalten sollte. Gott ist für Calvin ein gütiger Vater, der uns zuhört und an unserem Geschick Anteil nimmt. In jedem Moment unseres Lebens. Calvins Bild von Gott ist von erhabener Grösse. Gott steht weit über allem Irdischen, er ist der Ursprung von allem was ist und er ist auch das Ende, zu dem alles zurückkehrt. Aber zugleich ist uns Gott auch nahe. Er möchte für uns Menschen ein Vater sein. Und ein Freund.
So schreibt auch Calvin am Ende des Vorwortes der Institutio: «Leb wohl, lieber Leser. Wenn Du irgendeine Frucht aus meinen Bemühungen empfängst, hilf mir mit Deinen Gebeten bei Gott, unserem Vater.»

Calvin war ein Schwerarbeiter, sein Arbeitstag dauerte oft 18 Stunden. Aber für etwas hatte er dennoch immer Zeit: für seine Freunde. So wird berichtet, dass er sich von seinem schweren Amt bei Ausflügen am Genfer See mit Freunden erholte. Calvin war kein Tyrann, denn Tyrannen haben keine Freunde. Sein ganzes Werk ist auch eine Einladung zur Freundschaft. Für seine Zeitgenossen – und für uns.

Johannes Calvin reloaded

Die für das 500-Jahr entworfene Webseite über den Genfer Reformator wird unter neuem Namen weitergeführt: www.johannes-calvin.org.
Die viersprachige Seite enthält vielfältige Informationen zu Calvin selbst und zu seiner Theologie. Dazu gibt es ein Angebot, das zu einem spielerischen Zugang zu Calvin einlädt. Auch ein Shop mit Büchern und Accessoires fehlt nicht.

D Quelle vo der Liebi

Öppis zum Buech Ruth

Ds Buech Ruth erzellt üs d’Gschicht vo der Moabiterin Ruth und vom Israelit Boas. Wiu Ruth’s Ma im Land Moab gschtorbe isch und kei Sohn het, chunt ds Gsetz vo der Leviratsehe us em alte Israel zur Awändig. E Ma us der Verwandschaft mues d’Ruth hürate und so dür ne gmeinsame Nachkomme d’Erbschaft sichere. Land darf drum im alte Israel nid verchouft wärde, wius’s vo Gott gschänkt isch; es mues vo Generation zu Generation vererbt wärde.

U der Boas, dä isch mit em Vater vo Ruth’s Muetter verwandt, wenn o nume wyt usse. Ärt hüratet d’Ruth u wird so o zum Verwalter vom wärtvolle Erbland. Wär aber die schöni Gschicht im alte Teschtamänt list, merkt gli, dass Boas nid nume hüratet zum ds Gsetz erfülle, da isch no öppis angers im Schpil. Wenn mir läse, wie ihm d Ruth scho bim erschte Gseh uffalt und ihres Wohl im es Alige isch, wie o si sich ihm avertrout, de merke mir: da geits o um d’Liebi.

D Ruth isch in Israel e Usländerin gsi, zu dere Zyt isch het das aus Nachteil goute. Der Boas hätt sich chönne us der Affäre zieh, wiu no necherei Verwandti si da gsi. U o d‘Ruth hätt, wie’s im Buech säiber steit, e jüngere u richere Ma chönne ha. Aber Ruth u Boas het’s zunenang zoge. D‘ Liebi het se zämegfüehrt. So zeigt sich im Buech Ruth einisch meh, dass d’Liebe aui Gränze u aui vo Mönsche gsetzte Schranke überwindet. O a däm chöi mir gseh, wo d’Liebi härchunt. Si chunt vo Gott. O är kennt keini Gränze, für ihn isch aues müglich.

«Und du sollst ein Segen sein»

Schon zeigt der Kalender die letzten Tage des Augusts, der Spätsommer ist gekommen und die ersten Boten des Herbstes sind zu erkennen. Frisch und kühl war der Sonntag Morgen und am Riedberg waren beim ersten Tageslicht Morgennebel zu sehen, die geheimnisvoll über den grünen Wäldern und Matten schwebten. Aber noch ist der Sommer da und schon bald wärmte die Sonne mit Kraft die Fluren und Hänge, verschwunden war bald der Morgennebel, der einem hellen und warmen Sommertag wich. Ein warmer Sommertag, das verbinden wir mit vielen guten und heiteren Gedanken, nennen es gerne auch einen Segen, der uns geschenkt ist.


Blick auf das Dorf Rüderswil

Das Segnen oder selbst Segen sein war auch das Thema der Predigt von Pfarrer Lorenz Schilt. Was ist eigentlich ein Segen? Es ist ein Begriff, der in der Bibel immer wieder zu finden ist. Ein Segen ist stets etwas gutes. Segen bedeutet: Gutes empfangen, das Gute aber auch weitergeben. Lorenz Schilt gab in der Folge einige Beispiele: ein Frühlingsregen, der Pflanzen und Bäume wachsen lässt und Grundlage für eine gute Ernte ist. Segen ist da, wo Leben frei von Krankheit entstehen und gedeihen kann. Segnen heisst, das gute wollen – und es auch tun.
Im neuen Testament ist es Jesus Christus, der durch die Taufe am Jordan gesegnet wird, selbst aber viele Menschen auf seinem Weg segnet, indem er ihnen Hoffnung und Zuversicht schenkt und ihre Krankheiten heilt. Segen liegt in einem freundlichen, ehrlichen Gesicht und in jedem guten Gedanken. Nicht umsonst heisst es im aaronischen Segen: der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten.

Gott möchte, dass auch wir Menschen ein Segen sind. So sagt er zu Abraham: Ich will dich segnen und dir einen grossen Namen machen und du sollst ein Segen sein (1. Mose, 12,2). Wie Abraham empfängt auch Jakob Gottes Segen. Im Gegensatz zu Abraham muss Jakob aber um diesen Segen kämpfen – alleine und eine ganze Nacht lang. Dieses gleicht dem Ringen mit dem Schicksal, dem Aufrechtstehen gegen alle Anfechtungen und Widrigkeiten. Und am Ende überwindet Jakob die Dunkelheit und erlebt das Aufsteigen der Morgenröte. Jakob kämpft entschlossen bis zur Mörgenröte, die ihn als Sieger im Zweikampf sieht. Längst hat Jakob erkannt, dass sein Gegner ein überirdisches Wesen ist und fordert von ihm das Kostbarste, das er sich vorstellen kann: segne mich!

Als die Predigt ausleutete, machten sich die Gottesdienstbesucher im Licht eines schönen Sommertages auf den Heimweg. Ein Segen auf dem Heimweg also. Und was ist, wenn es schon Morgen wieder nass und kalt ist? Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber etwas anderes steht in unserer Macht: den empfangenen Segen in den Tagen die nun kommen, grosszügig und mit vollen Händen weitergeben: selbst ein Segen für andere sein.