Ausflug des Kirchgemeinderates Rüderswil

Die Uhren- und Läutwerke in unseren Kirchtürmen beruhen auf Techniken, die während fast 1000 Jahren stetig weiterentwickelt wurden und heute auch mit Computern gesteuert werden. Um mehr über die Kirchturmtechnik zu erfahren, unternahm der Kirchgemeinderat Rüderswil am 10. Juni 2009 bei schönstem Spätfrühlingswetter eine Reise durch das Luzernerland nach Triengen. Zusammen mit Angehörigen besuchte der Rat die Firma Joh. Muff AG. Das Traditionsunternehmen hat sich auf die Entwicklung von Läutwerken und elektronischer Uhrensteuerung weltweit einen Namen gemacht. Auch der Turm der Kirche Rüderswil wird von der Firma Muff AG gewartet.


Joh. Muff AG Kirchturmtechnik

Am frühen Nachmittag erreichten wir das Firmenareal und wurden von Mathias Häfliger begrüsst, der uns während zwei Stunden durch den Betrieb führte und uns einen spannenden und lehrreichen Einblick in die wichtigen Aspekte der Kirchturmtechnik gewährte. Staunend standen wir vor mehr als 500 Jahre alten Uhrwerken und bewunderten die Mechaniker- und Schmiedetechnik der Uhrenbauer, die im Spätmittelalter einen ersten Zenith erreichte. Mechanische Uhren waren zu dieser Zeit eine Kostbarkeit und wurden deshalb in Türmen montiert, damit alle Bewohner des Ortes einen Nutzen davon hatten.

uhrwerk-1668

Ein Uhrwerk aus dem Jahre 1668

Darauf führte uns Herr Häfliger verschiedene Uhrwerke neuerer Zeit vor. Auch hier hat moderne Technik Einzug gehalten und wird zur Zeitsteuerung der Uhrwerke genutzt. Ebenso hat die Muff AG elektronische Steuerungen für die Sommerzeitumstellung entwickelt. Wie wir als nächstes erfahren konnten, profitieren auch Glockenstühle und Läutwerke von einer reichen Wissensgrundlage. Glocken, die ein Alter von mehr als 500 Jahren erreichen können, werden heute elektromechanisch gesteuert. Bremssysteme arretieren den Klöppel nach dem Läuten. Und während der Nacht kann die Lautstärke des Werkes abgesenkt werden. Läutwerke haben zudem eine wichtige kulturhistorische Bedeutung. Mathias Häfliger demonstrierte Läutmelodien, die je nach Region sehr unterschiedlich sind. Ein Gang durch die Werkstätte des Unternehmens rundete die spannende und unterhaltsame Vorführung ab.

Nach der Besichtigung gönnten wir uns eine Erfrischung und machten uns anschliessend auf den Heimweg. Gegen 19 Uhr kamen wie zuhause an. Nun blicken wir zurück auf einen erlebnisreichen und erfreulichen Ausflug, bei dem auch die Geselligkeit ihren Platz hatte. Wir haben einiges über das Innenleben eines Kirchturmes lernen können. Und gewiss werden sich viele gerne an den schönen Ausflug erinnern, wenn sie daheim oder in der Ferne den Zeitschlag einer Kirchturmuhr hören.

Wir danken allen, die diesen Ausflug möglich gemacht haben. Besonders Mathias Häfliger, für die kompetente Präsentation und Marianne Zaugg, für die gelungene Planung und Organisation des Ausfluges.

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