Sanft und leise berührt uns die wundervolle Ahndung einer Welt, die fern von uns ist, die aber tief in unserem Innersten lebendig geblieben ist und an die wir uns in einem stillen Moment erinnern, wenn ein sanfter Hauch der lichtvollen Sphäre der himmlichen Wesen uns berührt. Die von Sulamith Wülfing wundervoll illustrierte Engelsmeditation ist ein literarisches Erlebnis voller Hoffnung und Trost. Das liebevoll gestaltete Buch erzählt von einer himmlischen Sternenwelt, die wir auf dem Weg in das irdische Dasein verlassen, deren Licht aber nie ganz in uns erlöscht. Engel begleiten uns über die Grenze der beiden Welten und verlassen uns im kindlichen Bewusstsein erst wenn die Jahre der Weltenuhr fortschreiten. Nie aber sind wir auf dem Weg durch das Erdenleben alleine: ein Schutzengel ist stets unser Begleiter und wacht über uns.
Und wenn der Lebensabend näher kommt, dann öffnet sich die himmlische Welt allmählich wieder, wird lebendiger und deutlicher vor unseren Augen. Wenn sich der Mensch am Ende müde an einem stillen, schattigen Teich hinsetzt, dann ist wieder der Engel da, der die Seele in das irdische Leben begleitet hat. Sanft trägt er die Seele durch die Himmelspforte, zurück in die Sternenwelt.
Autorenarchiv: Benjamin Stocker
Wiehnachtsgruess vom Silvan
Ja liebi Bsuecher, Dir heit das scho richtig gseh. Der Wiehnachtsgruess uf em Benjamin sire Site chunt das Jahr vo mir, em Silvan. I bi e Haflinger u ha es schöns Deheim bi der Familie Zaugg in Rüttiswil. Es gfallt mir sehr i mim warme Stall. Wil i aber es Ross bi und gärn desume springe, mach i o ab und zue es Usflügli dür ds’Dorf zum geseh, was da alles geit u passiert. Mängisch ou ganz ellei…

Aber Dir wärdet öich jetz sicher frage, werum grad es Ross es paar Wort über ds Wiehnachtsfescht seit. Wenn Dir e Momänt sinnet, de wärdit Dir merke, dass das ganz guet passt. Hüt, am 24. Dezämber, fire mir ja d’Geburt vom Wiehnachtschind, üsem Heiland, wo für üs alli uf d’Wält cho isch. A däm Abe het am Himmel e Stärn glüchtet, häll und glänzend, als Zeiche für Mönsch und Tier, dass Gott üs alli gärn het, dass Gott Ateil nimmt au üsem Schicksal, üs nie im Stich laht, wenn mir fescht a ihn u si Liebi zu üs gloube.
U sägit liebi Läser, wo isch der Heiland gebore? Richtig, im Stall. Und wil o i im Stall mis Deheim ha, passt es doch ganz guet, dass i öppis über d’Wiehnachte säge. I de letschte Tage ha-n-i vil Zyt gha zum usem Pfäischter luege. Mängs schöns ha-n-i derbi gseh. Ha gseh, wie d’Mönsche sich Zyt gno hei fürenand, schöni Päckli brittlet hei, zum öpperem e Fröid z’mache. Oder o ganz spontan uf Visite gange si, Vellicht ja grad zu öpperem, wo si lang nümme gseh hei. U da ha-n-i mi e Momänt gchehrt i mim Stall, zum all das z’chüschtige, wo mini Ouge gseh hei. Isch nid grad das z’Wiehnachtswunder? Die Frag isch mir lang düre Chopf gange. Isch es nid das, wo das Chind im Chrippli vo üs möcht, dass mir fürenand Zyt hei, dass mir mit offene Ouge und Ohre dür d’Wält gah und probiere z’gseh, wo es liebs Wort, e Geschte vo der Zueneigig oder eifach es Cheerli zum Zuelose so wichtig si? Wo öpper fescht druf blanget, dass e Seel da isch und Zyt het, seit: I lose Dir zue, erzell mir doch Di Gschicht.
I der Nacht wo der Heiland gebore worde isch, het e Stärn am Himmel glüchtet. E Stärn! Aber lüchte de nid jedi Nacht tuusig mal tuusig Stärne am Himmel? Ömel i cha se gseh, wenn i während der Nacht erwache und zum Stall us a Himmel luege. Wenn aber e einzige Stärn es Zeiche für ds Wiehnachtswunder isch, si de die vile, unzählige Stärne nid no es vil dütlichers u schöners Zeiche derfür, dass ds Wiehnachtswunder nid nume am eim Tag sött passiere? Dass grad jede Tag im Jahr Platz hätt derfür? Dass grad jede Tag Glägeheit bietet Zyt z’ha, öpperem e Fröid z’mache.
I wünsche öich allne es frohs und gsägnets Wiehnachtsfescht.
I dr Chile

E Chile isch e bsundere Ort. Es isch der Ort vom Gottesdienst, der Ort wo d’Mönsche dr Kontakt zum Herrgott sueche. Wo si der Predigt vom Pfarrer zuelose. Wo si alles, was drückt u plagt, aber o fröit und glücklich macht däm chöi erzelle, wo immer zulost. E Chile isch e bsundere Ort, nid nume wil si ds Gotteshus, dr Ort vor der Versammlig und vom stille Gebätt isch. Nei, ou wil d’Chile üs immer iladet zum e Momänt Rueh und Ichehr z’finde. Nid nume, wenn d’Glogge zum Gottesdienscht lüte. Nei, o denn, wenn es ganz still isch. Grad denn bietet d’Chile e Insle vo der Rueh, villecht z’mitz am Tag, wenn alles de Gschäft und Bsorgige vo der Arbeit nachegeit. D’Chile ladet i, zum e Momänt e Rückzug us em Alltag z’mache.
I weis e Ort, wo-n-e schöni, alti Chile steit. Zmitz im Dorf ragt das grosse und stattliche Gebäude mit em höche Chileturm über d’Hüser us. Der Platz lit uf ere Ahöchi, so dass vom Chilehof us fasch ds ganze Dorf cha gseh wärde. Rings um d’Chile het es alti Linde. Im Summer spände si Schatte, so dass es uf em Platz rund um ds Gotteshus ou a heisse Tage chüehl und mild isch. Im Winter schütze die alte Bäum ds Gebäude vor Wind u Wätter.
Wil dr Houptigang mit der grosse, schwäre Eichetüre verschlosse isch, nime i der Igang uf der Site und stah im nächschte Momänt im Innere vo der Chile. Plötzlich verstummt der Lärm vom Tag hinter de dicke, alte Muure vo däm schöne Gebäude. Es isch, als ob vo eim Ougeblick zum andere alles wit wäg und nümme wichtig isch. Und während i die schöne, farbige Fänschter, der gross Chor und die mächtigi Orgele uf der Gallerie bestuune, merke i gar nid, wie mi e eigeti Stilli langsam usfüllt. D Witi und Grosszügigkeit vo däm bsundre Ort treit mi mit, schafft o i mir Seel Platz für Stilli und Ichehr. Und während i uf der Bank e Momänt abhocke, zieh d’Gedanke i d’Witi, si bi däm, was mi beschäftiget und mir bsunders am Härz lit.
Mis Stärndli (II)
E prächtig schöne Wintertag erwacht
E blaue Himmel strahlet, häll und klar
Es Wunder entsteit, us töifer Nacht
Es Wunder, voll Liecht und doch unsichtbar
E prächtig schöne Wintertag isch da
Ha vo witem die erschte Wulche gseh
Im chalte Winterwind zie si de Bärge nah
Und bringe üs der erschti Schnee

Im Abe lüchtet jetzt der prächtig Wintertag
Und uf ds wisse Schneefäld leit sich d’Nacht
Finschterer wird’s mit jedem Stundeschlag
Wenn am Himmel mis liebe Stärndli erwacht
I luege zum Himmel in der Winternacht
Gseh mis Stärndli schine häll und warm
Gseh’s lüchte a der wite Himmelspracht
Wie wär ich doch ohni mis Stärndli arm
Ds Uhrwärch
Wär het nid scho einisch beobachtet, wie-n-es Uhrwärch funktioniert und isch derbi i ds Stuune cho? Isch doch so es Uhrwärch vil meh als Technik und Mechanik, es isch es Kunschtwärch, isch während Jahrhunderte immer nöi entworfe, verbesseret und zur Volländig bracht worde. Ganz glich, ob es jetz es mächtigs Uhrewärch im Chileturm oder das vore fiine, silbrige Tascheuhr isch.
Wenn mir i ds guldig glänzende Uhrwärch luege und gseh wie die vile Redli, Fäderli, Schrube und Stiftli e Einheit bilde, inenand griffe und im immer gliche Takt ihres Wärch verrichte, de chunt üs es eigets Gfüehl a. Wenn mir beobachte und üsi Gedanke bi däm Meischterwärch verwile, de isch es plötzlich, als ob ds Glichmass vom Uhrwärch üsi Gedanke treit, als ob üses Läbe für ne Momänt wie es Uhrwärch wird, ob allem Hin u Här i der Wält der immer glich Takt vom schön verzierte Pändel animmt. Und denn, denn chunt üs e eigeti Rueh a, wo so wohl cha tue. Grad denn, wenn ds Getribe vo üsem Läbe nid so regelmässig schlaht, wie das vom Uhrwärch.
Und wär isch da nid versuecht, sis Läbe so izrichte, dass es däm vom Uhrwärch glicht, dass ds Läbe vo glichmässigem Takt treit wird, dass es uf däm Wäg meh Rueh, e Rhythmus überchunt, wo grad däm vom Uhrwärch glicht? Nume, wär das nid o schad? Der Wäg dür üses Läbe isch ja o nid regelmässig, gar mängs schöns git es derbi z’gseh. Und all die vile Wunder und Überraschige, wo ds Läbe für üs parat het, wei nid si, wie es Uhrwärch, wei gsuecht und entdeckt wärde, wei bestuunt und bewunderet si, i jedem Ougeblick vom Tag, ohni Glichmass mit em Stundeschlag.
E Glägeheit a jedem nöie Tag isch es, vom vertroute Wäg e Abstächer z’mache, derthi z’luege, wo der Blick süsch nie häre schweift. Em Alltag für-n-e Momänt e Wändig z’gäh, so dass plötzlich öppis nöis entdeckt wird, so dass ganz nöi und überraschend wird, was so mänge Tag ohni Ufmerksamkeit a üs verbi gange isch. Der Wäg frei mache für-n-es chlises Wunder.
Überraschige wei nid wie es Uhrwärch si, wei i üses Läbe träte, wenn mir’s am allerwenigschte erwarte. Ihre Takt isch wie dä vo de Wulche am Himmel, wo tuusig Forme anäh oder wie es Blatt, wo vom Wind treit wird; niemer weis, wohi der Flug wird gah, wo das Blatt d’Ärde wird berüehre. Und wenn de üses Läbe prägt isch vo all de Farbe, wo jede Tag nöi bringt, de ma üse Blick o wider einisch e Momänt bim Uhrwärch verwile. Und stuune.
Alphorntrio Steiweid spielt auf!
Nach einem ereignisreichen Jahr und zahlreichen Auftritten macht das Alphorntrio während der letzten Wochen des Jahres eine Pause. Zum Höhepunkt des alten Jahres gehört zweifellos der Auftritt an der Musig-Stubete von Telebärn vom 19. November. Obwohl der Vortrag nicht wunschgemäss gelang, blicken wir zufrieden auf den Auftritt zurück und freuen uns, wenn wir darauf angesprochen werden.

Das Trio macht indes nur eine kurze Pause. Schon am kommenden 5. Januar findet in Boll-Sinneringen der erste Auftritt im neuen Jahr statt. Der gemischte Chor Utzigen lud uns ein, den Unterhaltungsabend mitzugestalten. Für die Gastfreundschaft bedanken wir uns bereits jetzt herzlich und freuen uns auf die Auftritte, die an den folgenden Tagen stattfinden: Samstag, 5.1.2008, 20.15 Uhr – Sonntag, 6.1.2008, 13.30h – Freitag, 11.1.2008, 20.15h.
Mis Stärndli

Ds Läbe isch wie e Gschicht, mit em Mehre vo de Jährli mehre o d Gschichte wo-n-es z’erzelle git. U mir alli wünsche üs, dass es us üsem Gschichtetruckli vil schöns u heiters z’brichte git. Aber wie’s im Läbe so geit, eis um ds ander Mal chunt halt e es Gschichtli i ds Truckli, wo nid froh u heiter isch. Aber grad das isch es doch, wo ds’Läbe schön u rich macht. Wie wär o das, wenn all vier Jahreszyte wie der Summer wäre.
Was i mim Läbe grad passiert, isch meh als e Gschicht, es isch der Grund, dass es uf mim Blog ruhiger worde isch und der Grund, dass i nümm ganz so vil Zyt für d’Vereine u Verbänd ha. A mim Läbeshimmel isch e Stärn ufgange. Är lüchtet häll und guldig. Und chum ha-n-i sis Liecht gseh. het är mi scho mit vil Wermi u Liebi agstrahlet, het mi Seel bis i ds’Innerschte erfüllt. Dä Stärn lit mir immer im Sinn, i luege a Himmel, möcht geng mis Liechtli vor Ouge ha, möcht geng uf däm Wäg si, wo zu mim Stärndli füehrt.
Frau Gerber’s Krähen
«Ich sehe noch genau ihr Gesicht vor mir, als ich ihr sagte, dass ich in meinem Garten Krähen füttere. Sie machte grosse Augen, wurde dann zornig und rief: „Was, Sie füttern Krähen?!“ Nein, ich füttere sie ja gar nicht, ich gebe ihnen nur etwas zu essen, damit sie in meinen Garten kommen und ich sie beobachten kann. Es macht mir doch so viel Freude, diese klugen Vögel zu sehen. Ich kann einfach nicht verstehen, weshalb so viele Menschen böse sind auf die Krähen. Was haben sie denn bloss getan, dass alle sie vertreiben und verjagen wollen?
Gerade heute kam eine grosse Rabenkrähe und landete auf der Mauer vor dem Garten so geschickt und elegant, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Dann schnappte sie sich ein Stück Brot, flog zu einem Brunnen, hielt es dort einen Moment in das Wasser und flog dann davon. Und diesen Sommer besuchte mich regelmässig eine Krähenmutter. Manchmal hatte sie eines ihrer Kinder dabei. Die jungen Tiere wären so süss anzusehen, dass ich fast traurig war, wenn sie mich wieder verliessen.
Einst kannte ich einen Arzt, auch er mochte Krähen und erzählte mir aus seiner eigenen Kindheit, was er mit den schwarzen Vögeln alles erlebt hat. Während andere Kinder mit Katzen spielten fütterte er die Rabenkrähen. Einige von ihnen wurden zahm und blieben den ganzen Tag in der Nähe des Hauses. Eine von ihnen setzte sich jeden Morgen auf die Fensterbank vor dem Schlafzimmer und rief so, dass es klang wie „S’isch Zyt, ufstah! S’isch Zyt!“.
Leider schimpfen meine Nachbarn immer wieder mit mir, sie finden Krähen nur lästig, haben gar Angst vor ihnen. Aber ich lasse mich die Freude an meinen kleinen schwarzen Freunden nicht nehmen.»
Herbstwald
Felder und Weiden sind noch grün, leuchten in milden Farben unter dem tiefblauen Spätsommerhimmel; noch sind die Tage hell und warm, noch erstrahlt die Welt voller Freude im Sommerlicht unter einer goldenen Sonne. Nur in den Kronen der Bäume am Waldrand sind die ersten Zeichen des nahenden Herbstes zu sehen. Rot, gelb und braun färben sich die Blätter, bevor der Wind sie davonträgt und sie für einen Moment durch den Himmel schweben, ein frischer Herbstwind mit ihnen spielt, bis sie endlich auf dem Erdreich liegen bleiben. Die Melancholie des nahenden Herbstes ist überall spürbar, doch noch ist es hell, noch ist das Konzert der Waldbewohner zu hören, noch einmal dreht sich die Erde um das Wunder eines milden Sommertages.

Ich gehe in den Wald hinein, tiefer und tiefer. Bald ist rings um mich her alles grün, die Schönheit und der tiefe Frieden der Waldwelt gibt Weite und Raum. Zwischen den Bäumen gibt es viele Wunder zu entdecken. Da der Keimling einer Tanne, der sich hinter einem grossen Farnkraut verbirgt, seine jungen, zärten Ästchen suchen das Sonnenlicht und breiten ihre Zweige aus wie ein junger Vogel seine Flügel, bevor er sich das erste Mal in die Lüfte erhebt. Dort eine Gruppe von Pilzen, die sich im Unterholz verstecken. Und dann finde ich einen dicht bemoosten Platz, der von jungen, tiefgrünen Tannen umgrenzt ist. An einer Stelle ist eine Lücke offen geblieben, ein schmaler Pfad führt hindurch an einen Ort, der durch die vielen Äste nicht mehr zu sehen ist, in das Verborgene, Geheimnissvolle führt. Plötzlich ist alle Geschäftigkeit des Tages in weite Ferne gerückt und es ist, als öffne sich das Tor in ein Zauberreich, in eine Welt der Wunder und Träume, in der alles möglich ist, in der bedeutungslos wird, was uns im Getriebe des Tages wichtig erscheint.
Wer möchte nicht einen Schritt tun durch dieses Tor oder wenigstens für einen Moment die Hand ausstrecken, um nur das kleinste Wunder aus dieser Welt zu sehen oder zu fühlen. Und wenn ich mich dann wende um den Weg weiterzugehen, dann lebt in den Gedanken der Blick in die Zauberwelt fort, einen Moment wenigstens.
Die persönliche Nachrichtenzentrale
Wer sich im Internet über das aktuelle Tagesgeschehen informieren will, findet ein riesiges und täglich wachsendes Angebot: jeder Verlag und jedes Medienunternehmen, jede Zeitung oder Radiostation unterhält ein Nachrichtenportal. Oft auch mehrere, jedes auf eine bstimmte Interessengruppe zugeschnitten. Hinzu kommen Foren, fachtechnische Portale wie Slashdot oder Pro-Linux und eine explosionsartig wachsende Blogger-Gemeinde. Der Leser steht nun vor der schwierigen Aufgabe, aus diesem Ozean an Informationen das herauszufischen, was ihn interessiert. Sind die gewünschten Seiten gefunden, besteht der nächste Schritt darin, Ordner mit Lesezeichen dieser Seiten zu erstellen, so dass die gewünschten Inhalte auch am nächsten Morgen wieder abgerufen werden können. Damit tauchen aber schon die nächsten Probleme auf: ob auf einem der bevorzugten Nachrichtenportale etwas neues zu lesen ist, lässt sich nur durch das Öffnen der Seite herausfinden. Ein mühsamer Prozess, sobald die Zahl der Seiten wächst. Ausserdem sind die Lesezeichen im eigenen Webbrowser gespeichert. Wer viel unterwegs ist, wird damit nicht glücklich werden.
Schon vor einigen Jahren lancierte deshalb der Suchmaschinenexperte Google einen eigenen News-Dienst. Das besondere daran: Google verfassst die Nachrichten nicht selbst sondern holt sie direkt bei den Agenturen und Mediehäusern ab und teilt sie in Regionen und Ressorts ein. Der Leser kann nun selber entscheiden, was er angezeigt haben will. Google News ist zudem in länderspezifischen Versionen erhältlich. Ein Aufruf von news.google.ch zeigt ein auf die Schweiz zugeschnittenes Angebot an. Wer ein eigenes Google-Konto hat, kann sogar selber über die Ressorts und deren Anordnung auf der Seite bestimmen.
Das ist eine feine Sache, hat aber wiederum einen Haken: zwar kann der Benutzer auf einer einzigen Seite bestimmen, zu welchen Ländern und Themen er News wünscht; die Quellen dieser Artikel bleiben aber stets dieselben. Ein Beispiel: wenn der Internet-Auftritt der bevorzugten, kleinen Regionalzeitung vom Suchmaschinenprimus nicht als News-Quelle ausgewertet wird, bleibt eine Suche auf Google-News erfolglos.
Vor ca. einem Jahr lancierte Google ein Programm, das auf den Namen «Google Reader» hört und beim Erscheinen in den Medien wenig Beachtung fand. Eigentlich ist das schade, denn der Google Reader (GR) ist ein exzellentes Werkzeug, um die verschiedensten Nachrichten aus Blogs, Foren und Nachrichtenseiten zusammenzustellen und nach persönlichem Geschmack zu ordnen. Und das ist noch lange nicht alles: GR kann beispielsweise anzeigen, welche Artikel neu sind und noch nicht gelesen wurden, ähnlich dem Posteingang eines Mailprogrammes. Neue Artikel werden zu hierarchischen Gruppen zusammengefasst und in einem eigenen Fenster angezeigt, so dass der Benutzer sich sofort ein Bild über das Geschehen machen kann; durch eine raffinierte Anordnung geht die Übersicht auch dann nicht verloren, wenn die Anzahl der neuen Meldungen wächst! Ist der Bedarf an News gesättigt, können auch alle neuen Artikel als gelesen markiert werden. Besonders interessante Beiträge können mit Schlagworten versehen und später leicht wieder gefunden werden. Und da alle Einstellungen im persönlichen Google-Konto gespeichert werden, kann der Google Reader überall in der Welt aufgerufen werden.

Google Reader (Ausschnitt)
Wie schafft Google Reader das? Ganz einfach, mit Hilfe eines standardisierten Protokolles, das in einem normierten Format Auskunft über die Meldungen einer Webseite gibt. Jeder Beitrag wird mit Titel, Lead, Publikationsdatum und einigen weiteren Attributen in eine Datei geschrieben. Diese Datei kann nun in einer anderen Webseite integriert oder direkt von einem Benutzer ausgewertet werden. Das Verfahren nennt sich in der Fachsprache Syndikation (Verbreitung) und es gibt mittlerweile verschiedene Standards für die Syndikation von Webseiten-Inhalten. Der populärste heisst RSS – Really Simple Syndication (wirklich einfache Verbreitung) und es gibt kaum ein Newsportal, das RSS nicht unterstützt. Einige Webbrowser wie Firefox 2.x zeigen in der Adresszeile das RSS-Symbol an, sobald eine Webseite geöffnet wird, die einen oder mehrere RSS-Feeds (Lieferant) anbietet. Ein einfacher Klick auf dieses Symbol genügt, um einen der angebotenen Feeds als dynamisches Lesezeichen zu speichern. Manchmal ist das Leben auch in der Informatik einfach…
Doch wie gelangt der RSS-Feed nun in den Google Reader? In den meisten Fällen genügt ein Klick auf «Abonnement hinzufügen», gefolgt von der Eingabe der gewünschten Seite, zum Beispiel: http://www.golem.de. Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, muss die genaue Adresse des RSS-Feeds einer Seite gefunden werden. Suchen Sie auf der Seite nach den Begriffen «RSS», «Feed» oder nach dem RSS-Symbol. Auf der Homepage der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist ein Link RSS oben rechts auf der Seite problemlos zu finden. Er führt wie erwartet zu einer Auswahl verschiedener RSS-Feeds.

RSS Feed auf der NZZ Homepage
Der Link wird nun am einfachsten wie folgt in den Google Reader übernommen: 1. Mit der rechten Maustaste (oder der linken, falls Sie Linkshänder sind…) auf den Link klicken und dann im Menu die Option «Link Adresse kopieren» wählen. Damit befindet sich die genaue Adresse des Feeds in der Zwischenablage. 2. Im Google Reader auf «Abonnement hinzufügen» klicken und den Link aus der Zwischenablage einfügen, am einfachsten mit der Tastenkombination Ctrl+v. Mit einem dieser beiden Verfahren können nun alle gewüschten Feeds in den GR übernommen werden.
Anschliessend werden die Abonnemente in Gruppen eingeteilt, damit die Übersicht nicht verloren geht. Auch dies ist mit dem Google Reader recht einfach zu bewerkstelligen: Zuerst links in der Übersicht auf den gewünschten Feed klicken und dann im Menu «Feed-Einstellungen» (oben über dem Artikelfenster) die Option «Neuer Ordner» wählen. Damit kann der Name einer Gruppe gewählt werden, der dann der Feed zugeordnet wird. Beim nächsten Feed wird dann nur noch die gewünschte Gruppe aus der Liste ausgewählt. Feeds können auch mehreren Gruppen zugewiesen werden.
Und nun: viel Spass beim Zusammenstellen Ihrere persönlichen Nachrichtenzentrale.

