Archiv des Autors: Benjamin Stocker

Herbststimmung an der Emme

Herbst an der Emme
Herbststimmung an der Emme

Vom Südwesten her fällt das Licht der Sonne auf das Herbstlaub am Ufer der Emme. Die bunten Blätter beginnen zu leuchten, im Wasser spiegelt sich das Farbenspiel, das fröhlich, aber doch auch etwas melancholisch wirkt: Die letzten Wochen eines schönen Jahres sind angebrochen, bald wird alles kahl, bereit für den Winter. Aber noch einmal erstrahlt alles, noch einmal leuchten die kräftigen Herbstfarben!

WordPress: Full Site Editor vor dem Start

Wer WordPress regelmässig nutzt, weiss Bescheid: Seit 2018 gibt es beim beliebten CMS tiefgreifende Veränderungen. Wenn diese in nächster Zukunft abgeschlossen sein werden, hat sich WordPress grundlegend verändert: Aus einer Software für Blogger ist ein sogenannter «Page Builder» geworden; ein Werkzeug also, das eine Webseite schon beim Aufbau genau so anzeigt, wie sie auch der Besucher sehen wird. Das Konzept ist natürlich nicht neu, wir kennen es schon aus den 80er Jahren, als Textverarbeitungsprogramme mit «WYSIWYG» angeprisen wurden – What You See Is What You Get!

Für die Macher von WordPress haben die Umbauarbeiten hohe Priorität. Und dies aus gutem Grund. Konkurrenten von WordPress wie Wix, Weebly oder Jimdo offerieren schon schon seit Jahren einfach zu bedienende Page Builder und haben damit grossen Erfolg! Für WordPress gibt es sogar Page Builder Plugins, Elementor ist zurzeit das Bekannteste. WordPress ist aktuell das beliebteste CMS und hat mehr als 40% Marktanteil, was mehr als beachtlich ist, zumal mehrere hervorragende CMS gibt, die wie WordPress als freie Software entwickelt werden. Aber die Entwicklung bleibt nicht stehen und wer nicht Schritt hält, bleibt zurück, was viele Software Entwickler schon leidvoll erfahren mussten!

Mitte Dezember wird WordPress 5.9 erscheinen, bereits diese Version wird mit dem Full Site Editor (FSE) ausgeliefert werden. Und wer nicht warten mag, kann sich schon am 16. November die erste Beta Version holen! Wenn Sie es installieren, erwartet Sie dies:

Neuer Gutenberg Block Editor. Der Gutenberg Editor ist schon seit 2018 mit von der Partie, er hat mit der WP Version 5 den Classic Editor ersetzt und damit für einigen Wirbel gesorgt. Rückwirkend betrachtet hat sich aber gezeigt, dass der Entscheid goldrichtig (!) war. Mit Gutenberg haben die Entwickler den Grundstein für den FSE und für weitere wichtige Veränderungen gelegt. Wie es der Name bereits verrät baut Gutenberg auf einem Block-Prinzip auf: Inhalte wie Texte, Bilder, Listen und Tabellen werden in Blöcke aufgeteilt, was der Struktur der Seite zugute kommt. Zudem gibt es Layoutelemente wie Spalten und Gruppen. Eine Einführung in den Blockeditor finden Sie hier.

(Anklicken für Vergrösserung)

Block Patterns. Das sind Layout Vorlagen für den Inhalt einer Seite, meist werden sie von den Entwicklern des verwendeten Themes mitgegeben. Block Patterns sind Block-Gruppen, die zum Beispiel das Aussehen mehrspaltiger Texte mit Bildern festlegen, den Fussbereich der Seite oder ein hübsches Layout für Karten (Featured Cards). Der Screenshot zeigt einige Block Patterns, die vom Theme Twenty Twenty One angeboten werden: Layouts für mehrspaltige Texte.

Block Patterns sind ausbaufähig. Sie können verändert und als wiederverwendbare Blocks (Reusable Block) gespeichert werden. Reusable Blocks sind ohnehin eine spannende Angelegenheit. Einmal erstellt, können sie auf mehreren Seiten wieder eingefügt werden und sehen überall genau gleich aus! Wenn ein wiederverwendbarer Block verändert wird, passen sich auch alle Kopien automatisch an.

Block Widgets. Bereits mit WordPress 5.8 wurde der sogenannte Block Based Widget Editor vorgestellt. Damit können die Widget-Bereiche mit beliebigen Inhalten des Block Editors ausgefüllt werden. Ursprünglich waren Widgets statische Elemente wie zum Beispiel ein Kalender, ein Suchfeld oder eine Linkliste. Sie konnten nur in den vom Theme vorgesehenen Widgets Bereichen eingefügt werden. Neu sind Widgets Blocks und damit können sie verwendet werden wie ein Absatz oder ein Bild: Sie können grundsätzlich überall auf der Seite eingesetzt werden.

Full Site Editor. Damit sind wir bei der absolut wichtigsten Neuerungen angekommen, die WordPress 5.9 bringen wird. Kurz gesagt: Der FSE gibt Ihnen die Möglichkeit, alle Inhalte Ihrer Webseite in einem Druchgang zu bearbeiten. Bis und mit Version 5.8 gab es den sogenannten Composer. Mit ihm konnten die grundlegenden Eigenschaften einer Webseite bestimmt werden: Farben, Aussehen des Headers, verwendete Schriften, etc. Dies hatte den Nachteil, dass bei der Entwicklung einer neuen Webseite ständig zwischen Block Editor und Composer hin- und hergeschaltet werden musste. Mit dem FSE haben Sie neu alle Werkzeuge an einem zentralen Platz!

Ein Blick auf den Full Site Editor

Der Screenshot zeigt den FSE in unverhüllter Schönheit… vermutlich werden sich bis zur finalen Version noch einige Details verändern, aber Interessierte können sich schon jetzt einen Eindruck davon machen, wie WordPress 5.9 funktionieren wird: Mit dem Block Editor können alle Bereiche der Seite, auch Header und Footer verändert werden. Um zum Beispiel den Titel der Webseite zu ändern, gehen Sie wie folgt vor: Klicken Sie auf den Titel und geben Sie ihn im Textfeld neu ein. Fertig! wenn Sie es ausprobieren möchten, gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • Öffnen wie tastewp.com und starten Sie eine neue WorPress Instanz
  • Installieren Sie ein Theme, das block ready ist, zum Beispiel TT1 Blocks oder Blockbase
  • Installieren Sie das Gutenberg Plugin
  • Nun wird in der Navigation Site Editor (beta) angezeigt

Bitte seien Sie nicht enttäuscht, wenn nicht alles auf Anhieb wunschgemäss funktionieren wird. Es handelt sich hier um Beta Software. Sie könnte nicht nur Fehler enthalten, sie hat immer noch viele davon! Aber, was hier das wichtigste ist, Sie können Sich ein Bild davon machen, wie WorPress ab Dezember aussehen wird.

«Folge du mir nach»

Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon
Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon, 1979. Quelle: jesus.ch

Bestimmt haben die Apostel nie vergessen, was sie am See Tiberias erlebt hatten: Jesus war auferstanden und erschien seinen Jüngern. Einige Zeit später begegnete er ihnen noch einmal, während sie fischten, vermutlich während den letzten Stunden in der Nacht. Im Boot, das auf den Wellen schaukelte, sassen Petrus, Natanaël und noch einige weitere Jünger. Aber sie fingen nichts! Über dem See Genezareth dämmerte schon das erste Tageslicht, als sie am Ufer einen Mann erblickten, der ihne zurief und sie um ein paar Fische zum Frühstück bat. Als sie ihr Netz auf seinen Rat hin noch einmal auswarfen, war es beim Hochziehen übervoll; Johannes hat sogar nachgezählt: 153 grosse Fische! Da erst erkannten sie, dass es Jesus war, der am Ufer auf sie wartete. Er hatte bereits ein Feuer gemacht und zusammen assen sie einige von den Fischen und ein Stück Brot, das Jesus mitgebracht hatte. Wenn Sie diese schöne Geschichte nachlesen möchten, Sie finden sie im 21. Kapitel des Johannes-Evangeliums.

Beim folgenden Gespräch am Feuer bekam Petrus von Jesus einen wichtigen Auftrag: Dreimal foderte dieser ihn auf, für seine wachsende Gemeinde zu sorgen: Hüte meine Schafe! Ganz offensichtlich erhoben sich die beiden während des Gesprächs und gingen ein paar Schritte; dabei offenbarte Jesus dem Fischer auch seine Zukunft. Während er zuhörte, bemerkte Simon Petrus, dass Johannes ihnen folgte und fragte Jesus, welches Schicksal auf Johannes wartet. Die Antwort, die er von Jesus bekam, war kurz, aber enorm wichtig, auch für uns Menschen in den Gegenwart: Du brauchst das nicht zu wissen, lieber Petrus. Folge du mir nach.

Lass dich nicht ablenken, von Dingen, die nicht wichtig sind, oder für deine Aufgabe sogar hinderlich sein könnten. Das war der Rat, den Jesus Petrus gab. Und – das wissen wir aus der Apostelgeschichte und den Briefen – Petrus beherzigte diesen wertvollen Ratschlag: Er gründete Gemeinden, hielt gewaltige Predigten, taufte die ersten nichtjüdischen Christen, heilte Kranke, holte Tote ins Leben zurück, schrieb Missionsbriefe, liess sich auch von den Mächtigen der Welt nicht von seiner Aufgabe abbringen und wurde deshalb mehrfach eingesperrt. Er reiste nach Rom und starb dort als alter Mann am Kreuz.

Das wesentliche an dieser Geschichte: Den guten Rat, den Jesus auch uns gibt, können wir jederzeit annehmen, wir müssen dazu nicht Übermenschliches leisten, so wie Petrus es tat. Wir können den Blick auf die Dinge richten, die in unserem Leben wichtig sind. Denn Jesus fodert alle Menschen auf, ihm nachzufolgen, in ihrem eigenen von Gott geschenkten Leben. Nicht irgendwann in der Zukunft, sondern hier und jetzt! Das Unmittelbare findet sich in der Bibel immer wieder. Der Apostel Johannes nimmt den Gedanken der spontanten Entscheidung am Ende seines Lebens auf, als er die Offenbarung schreibt. In einer Vision sagt Jesus zu ihm (Offb. 3, 20 NGÜ): «Wer meine Stimme hört und mir öffnet, zu dem werde ich hineingehen, und wir werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir.»

Was bedeutet es, Jesus die Türe zu öffnen? Jesus verwendete gerne das Bild der Tischgemeinschaft. Mit ihm Gemeinschaft zu haben bedeutet, seine Gebote zu halten, von denen das Liebesgebot das wichtigste ist. Es bedeutet, daran zu glauben, dass er unsere Sünden auf sich nimmt, damit uns nichts mehr von Gott trennt. Und es bedeutet eben auch, das Wichtige im Leben in Blickfeld zu behalten, genau so, wie es Jesus Petrus sagte: Füreinander da sein, Zeit für seine Mitmenschen haben, Zeit für ein Gebet.

Von Outlook zu Thunderbird

(Oder: Wie konvertiere ich PST Dateien in das EML Format)

Es sieht nach einer einfachen Aufgabe aus: Bei einem Wechsel von Outlook zu Thunderbird sollen alle Mail-Ordner übernommen werden. Das ist genau dann wichtig, wenn zum Lesen der Mails mit Outlook das POP3 Protokoll verwendet wurde. Denn dann werden alle Mails vom Server heruntergeladen und anschliessend auf dem Server gelöscht! Alle Nachrichten sind dann lokal gespeichert und – im Falle von Outlook – in proprietären PST Dateien (Personal Storage Table) abgelegt. Beim IMAP Protokoll verbleiben die Nachrichten auf dem Server. Da aber viele Anbieter mit dem Speicherplatz geizen, verschieben viele Benutzer ihre Nachrichten in lokale Dateien.

Thunderbird Import bleibt hängen
Hat man in Thunderbird den Mailzugang via IMAP (meine Empfehlung) oder POP3 eingerichtet,  kann man sich um den Import der Outlook Dateien kümmern. Hierzu bietet Thunderbird im Menu Extras eine Option Import an. Leider funktionierte diese in meinem Fall nicht (Thunderbird 91, Outlook 365). Der Import startete zwar, blieb aber hängen. Die CPU Auslastung für Thunderbird stieg auf 30%, 20 Stunden lang blieb dies so, ohne dass weiter etwas passierte. Leider halfen auch die ImportExport Plugins nicht weiter, da sie beim Abfassen dieses Textes alle veraltet waren. 

Outlook Viewer springt in die Bresche
Erfreulicherweise existieren zahlreiche Tools, die PST Dateien in ein Format umwandeln können, das Thunderbird versteht, zum Beispiel EML und MBOX. Aber die meisten von ihnen sind kostenpflichtig. Das erfährt man freilich erst dann, wenn der Export bereits läuft! Dieser wird plötzlich von einem Dialog unterbrochen, der eine «Pro» Version anbietet, die selten weniger als 40USD kostet. 

Ein freundliches Programm Namens «Outlook Viewer» brachte die (Er-)Lösung. Es ist kostenlos und zeigt nach dem Start sofort alle Outlook Mailordner an. Nun muss nur noch im Menu Process die Option EML gewählt werden. Outlook Viewer erzeigt nun eine Verzeichnishierarchie, die genau derjenigen der Outlook Ordnerstruktur entspricht. Alle Nachrichten werden darin im EML Format gespeichert! Das ist prima! Wir sind fast am Ziel.

Importieren: Ordner für Ordner
So bleibt nun nur noch eine Frage: Wie kommen diese Ordner in Thunderbird? Die weniger gute Nachricht vorweg: Die Ordnerstruktur mit dem EML Dateien kann nicht als ganzes importiert werden. Vielmehr müssen die Ordner manuell angelegt werden. Hier eine kurze Anleitung, wie es gemacht werden kann:

  1. Starten Sie Thunderbird und generieren Sie die benötigten Ordner. Entweder direkt unterhalb des Posteingangs oder bei den lokalen Ordnern. Wenn Sie die Ordner zu Ihrem IMAP Konto hinzufügen wollen, achten Sie darauf, dass genügend Speicherplatz für das Postfach zur Verfügung steht. 
  2. Markieren Sie einen neu erstellten Ordner. Und öffnen Sie mit der Dateiverwaltung denselben Ordner, der die zuvor exportierten EML Dateien enthält. An einfachsten stellen Sie beide Programmfenster (Thunderbird, Dateiverwaltung) nebeneinander, so dass in beiden die Ordnerstruktur sichtbar ist.
  3. Markieren Sie in der Dateiverwaltung alle EML Nachrichten eines Ordners und ziehen Sie diese mit der Maus über das Thunderbird Fenster. Aber nicht auf den Ordnernamen, sondern auf die Nachrichtenliste, die standardmässig oben rechts angezeigt wird. Sobald Sie die Maustaste loslassen, startet der Import.
  4. Wiederholen Sie Schritt 3. mit allen Ordnern und Unterordnern.

Das wars auch schon. Weiterführende Informationen zu Thunderbird finden Sie hier. Und wenn Sie grosse Mail Ordner Ihrer Festplatte speichern, stellen Sie sicher, dass diese gesichert werden, zum Beispiel auf ein Cloud Drive.

Der Wert des Tagebuches

Haben Sie in Ihrer Kindheit oder Jugend auch ein Tagebuch geschenkt bekommen? Vielleicht sogar vom Götti oder von der Gotte? Ich jedenfalls erhielt eines von meinem Paten! Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es aussah: Ein hübscher, bunter Einband, eine Lasche und sogar ein kleines Schloss, damit man das Tagebuch vor fremden Blicken schützen konnte! Es gibt diese schönen Tagebücher noch heute in der Papeterie. Aber eigentlich war mein Verhältnis zum Tagebuch damals eher etwas angespannt, zumal ich spielen im Freien viel anregender fand! Und wegen knapp ungenügender Schulnoten setzte es sogar eine Strafarbeit: Während den Ferien Tagebuch führen! Das war der leichtere Teil der Aufgabe. Der Schwierigere bestand darin, nach den Ferien am Esstisch aus dem Tagebuch vorzulesen. Auch dies habe ich irgendwie bewältigt.

Tagebücher

In der Berufsschule hatte ich einen Lehrer, der uns immer wieder anregte, ein Tagebuch zu führen, und zwar so: «Jungs, ihr seid nicht wie Chüngeli, die gemütlich auf einer Wiese sitzen und die Zeit mit wiederkäuen verbringen. Mit dem Tagebuch könnt ihr Euch selbst Rechenschaft darüber geben, was ihr tut. So, und nun zu den Noten der letzten Prüfung…» Der gute Herr L. hatte recht!

Kommen wir noch einmal zurück zu den bunten Kinder- und Jugendtagebüchern. Leider bleiben viele von ihnen leer und das ist schade! Denn eine leere Seite bedeutet immer, dass eine Geschichte, ein Erlebnis oder ein Gedanke nicht aufgeschrieben worden sind. Etwas aufschreiben bedeutet, es noch einmal erleben, schöne Erlebnisse aufschreiben tut gut! Und die weniger schönen? Sie können mit der Reflexion im Tagebuch besser verarbeitet werden. Und dann – ganz wichtig – wird eine neue Seite aufgeschlagen. Ein nordamerikanischer Indianer gab den folgenden Rat: Denke am Ende eines Tages über alles nach, was du erlebt hast. Schliesse mit guten Gedanken die Augen und erwarte mit Dankbarkeit und Freude den nächsten Tag!

Ein Tagebuch führen bedeutet nicht, dass jeder Tag mit ein paar Zeilen erwähnt wird. Manche Menschen schreiben wochen- oder monatelang nichts in ihre Kladde. Doch dann gelangen sie auf ihrem Lebensweg an einen wichtige Wegmarke, vielleicht seit vielen Jahren erwartet, vielleicht völlig überraschend. Und dann füllen sich die Seiten im Tagebuch wieder! Ich finde es besonders schön, wenn ein Ferientagebuch geführt wird. Jahre später kann dann das Erlebte zusammen mit den Photos noch einmal vergegenwärtigt werden.

Hier noch ein paar Tipps: Es müssen keine aufwendig verarbeiteten und gebundenen Bücher sein, schlichte linierte Notizhefte sind in der Handhabung viel einfacher. Am besten liegen sie jederzeit griffbereit auf dem Arbeitstisch und laden dazu ein, auch heute ein paar Zeilen zu schreiben. Es muss auch kein teurer Federhalter her, Kugelschreiber oder Bleistift genügen! Ein Tagebuch ist etwas lebendiges, es können auch Papierstücke eingeklebt werden, die es wert sind, aufbewahrt zu werden. Eine Visitenkarte zum Beispiel, oder ein ganz prosaischer Bierdeckel, auf den jemand etwas wichtiges notiert hat…

Eine neue Webseite für die Kirchgemeinde Rüderswil

www.kircheruederswil.ch (Anklicken für Vergrässerung)

Unsere Kirchgemeinde kann jederzeit im Internet besucht werden, Menschen finden hier Informationen zu den Gottesdiensten, können sich aber auch Fotos von der Kirche ansehen oder die Pfrundscheune für eine Geburtstagsfeier reservieren. Nach zehn Jahren haben wir unsere Webseite rundum erneuert und freuen uns, dass wir virtuelle Besucher mit einem frischen und übersichtlichen Layout willkommen heissen können!

Eine kahle Linde sorgt für Diskussionen

Gerade war es in der Wochen-Zeitung zu lesen: Zwischen Lauperswil und Emmematt wurde eine Linde an der Strasse so stark zurückgeschnitten, dass sie nun aussieht wie eine Säule; die Äste des des Baumes an der Wittenbachstrasse sind nur noch Stummel, die traurig in den Frühlingshimmel ragen. Jetzt wird darüber diskutiert, ob es nicht auch anders ginge. Da die Linde auf Gemeindeland steht, ist die Einwohnergemeinde für den Baum verantwortlich – und diese ist natürlich daran interessiert, dass es nicht durch herabfallendes Holz zu Unfällen oder Personenschäden kommt. Die Linde steht direkt an der Hauptstrasse, die Sitzbank unter dem Baum wird von Radfahreren und Wanderern gerne für eine Pause genutzt.

Nach der Publikation des Berichtes meldete sich ein weiterer Experte, der auf die Linden auf dem Dorfplatz in Linden (nomen es omen) hinwies. Und tatsächlich. Auch dort stehen die Bäume direkt an der Strasse. Aber die Baumkronen haben ihre typische Form behalten. „Es braucht es ein gutes Auge vom Fachmann und viel Liebe und Bereitschaft vom Eigentümer“, sagt der Leser in seiner Zuschrift.

Dorfplatz in Linden (Bild: Google Maps Streetview)

Aus Lützelflüh kam eine weitere Wortmeldung; auch im Gotthelf Dorf gibt es gestumpte Linden und enttäusche Menschen. Eine Anwohnerin sucht nach Möglichkeiten, dass in Zukunft die Bäume im Dorf mit mehr Sorgfalt geschnitten werden. Sie schrieb bereits einen Leserbrief in der Wochen-Zeitung und denkt an ein Votum an der kommenden Einwohnergemeindeversammlung.

Warum reagieren Emmentalerinnen und Emmentaler sensibel, wenn Linden gestumpt werden? Lindenbäume sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Region. Linden sind seit alten Zeiten ein Ort, an dem Menschen sich versammelten, Linden werden in Volks- und Jodelliedern besungen, sie stiften Identität und Heimatwerte. Man kann es eine übersteigerte Reaktion bezeichnen, wenn Menschen es nicht mögen, dass Bäume so zugerichtet werden. Aber wenn dereinst wieder zur Säge gegriffen wird, um einen Lindenbaum zu stumpen, sollte nicht vergessen werden, dass das Sägeblatt nicht nur in das Holz des Baumes dringt, sondern auch in das Gemüt zahlreicher Menschen.

Eine Dusche für Symbo, Snow und Soleil

Am vergangenen Samstag wurde bei der Tierarztpraxis Zollbrück eine neue Selbstbedienungs-Waschanlage für Hunde eröffnet. Zum Programm gehören zwei verschiedene Shampoos und ein Leckerli zur Belohnung. 

Soleil wird gewaschen…

Soleil ist eine freundliche Langhaardackel Hündin mit einem glänzenden braunen Fell. Als Ihre Halterin sie in die Waschbox führt, folgt Soleil ohne zu zögern und lässt sich in der Duschwanne anleinen. Soleil gehört zu den ersten Vierbeinern, die in der neuen Hundewaschanlage der Tierarztpraxis Zollbrück gewaschen, schamponiert und mit einem Föhn wieder getrocknet werden. Die Anlage, die in dieser Form einzigartig in der Schweiz ist, wurde am vergangenen Samstag mit einem kleinen Frühlingsfest eröffnet. «Natürlich ist es am einfachsten, wenn die Hunde von ihren Besitzern gewaschen werden», erklärt Annette Leuenberger von der Praxis. Dies würde den Tieren das Kennenlernen der Waschanlage erleichtern.

Passendes Shampoo für ein weisses Fell
Die Selbstbedienungsanlage beim ehemaligen Postgebäude funktioniert denkbar einfach: Der Hund wird in einer Duschwanne angeleint und dann mit einer Brause abgespült, das Wasser im beheizten Gebäude ist 36 Grad warm und wird damit von Kaniden als angenehm empfunden. Anschliessend kann das Fell mit einem für die Fellfarbe passenden Shampoo gereinigt werden. Zum Schluss heisst es: Spülen und trocknen! Bezahlt werden kann mit Bargeld oder mit einer Karte; je nach Tiergrösse kostet ein Waschvorgang zwischen fünf und zehn Franken. Die Waschanlage ist an jedem Wochentag geöffnet. «Wichtig ist die Hygiene», betont Annette Leuenberger, Besucher könnten die Anlage kostenlos abspülen für den nächsten Gast. Zudem werde der Waschbereich regelmässig automatisch desinfiziert. 

Hund waschen
Labrador Dean mag warmes Wasser
(Klick für Vergrösserung)

Jeder Hund reagiert anders
Und Soleil? Sie blieb gelassen, schüttelte nach dem Waschen das restliche Wasser ab und gönnte sich dann in ihrer bequemen Hundebox eine Schlafpause. Der siebenjährige Snow, ein grosser Schweizer Schäferhund, war da schon etwas misstrauischer! Aber auch er bestieg nach einer kurzen Geruchsinspektion die Wanne, schloss die Augen, senkte den Kopf und liess sich waschen. Gerade so als ob er sagen wollte: «Gebt mir Bescheid, wenn ihr fertig seid». Nur Symbo, der sieben Jahre alte Beagle, traute der Sache nicht über den Weg. «Er ist eher der ruhige Typ», sagte seine Halterin. Vor der Waschanlage aber verweigerte Symbo die Zusammenarbeit, er musste hineingetragen werden. Und als das Duschwasser über sein Fell lief, streichelte ihn ein Kind, um ihn etwas abzulenken. Das liess sich Symbo gerne gefallen.

Hundecoiffeuse und Pet-Shop
Mit dem Waschen des vierbeinigen Begleiters endet das Angebot der Tierarztpraxis natürlich nicht. Neben der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen in der Praxis bietet die Hundecoiffeuse Angela Salzmann ein vielseitiges Pflegeprogramm. Im Pet-Shop werden Futterberatung, Kauartikel aus der Region und Nahrungsergänzungen angeboten.

Eine Radtour zum Fluehüsli

Kennen Sie noch die Filmserie «Die sechs Kummer-Buben» von Franz Schnyder? Die Geschichte erzählt von der Familie Kummer, die im Emmental in einem Kleinbauernhaus lebt. Eigentlich haben Gottfried, Sofie und die sechs «Giele» allen Grund zur Sorge, die Geldnot drückt und von manchen Menschen im Dorf werden ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt. Trotzdem sind sie glücklich! Und als wegen des fehlenden Geldes der Verlust des Hauses droht, ergreifen die Söhne die Initiative und sammeln Geld! Dabei erleben sie mehrere Rückschläge, glauben aber aber ihre Sache und haben zuletzt Erfolg! Auch deshalb, weil ihnen der gutmütige Untermieter Bänz zur Seite steht.

Das Fluehüsli der 6 Kummer-Buben im März 2021
Blick auf das Fluehüsli, März 2021

Das Fluehüsli, bei dem Teile des Films gedreht wurden, steht noch heute. Ganz in der Nähe der Gemeinde Rüegsbach. Wir fuhren mit dem Velo nach Hasle-Ruegsau und bogen beim Behnhof ab in Richtung Rüegsau und Rüegsbach. Nach etwas mehr als drei Kilometern erreichten wir Rüegsbach, nun geht es weiter geradeaus, bis am rechten Strassenrand das Restaurant «Säge» zu sehen ist. Unmittelbar von dem Restaurant geht es weiter nach links in eine Nebenstrasse zum vorderen Rinderbach, dann nach ca. 100 Metern nach rechts, weiter bergauf bis zu einem Bauernhof. Jetzt schon ist das Fluehüsli links im Hang zu sehen, gut erkennbar an einem Blechdach, das über das Schindeldach gelegt wurde.

Unmittelbar vor dem Bauernhaus führt der Weg wieder nach links und auf einem Feldweg ist das Fluehüsli nach 300 Metern erreicht. Leider bietet es einen traurigen Anblick. Das im Jahr 1786 erbaute Küherhaus ist im Zerfall begriffen; um das Gebäude zu schützen, wurde vor Jahren ein Blechdach montiert, das nun aber auch schon schwere Rostspuren aufweist. Viele Fensterscheiben sind zerbrochen, das Innere des verwahrlosten Hochstudhauses dient als Lagerraum. Hier wurden vor etwas mehr als 50 Jahren die fröhlichen Szenen aufgenommen, als die Familie von Gottfrieds Bruder als Untermieter einzog und alle das Volkslied «Luegit vo Bärge u Tal» anstimmten.

Bemaltes Tennstor beim Fluehüsli
Bemaltes Tennstor

Das Gebäude ist im Verzeichnis der Berner Denkmalpflege zu finden, es gilt als schützenswert. Erwähnt werden das bemalte Tennstor und eine vermutlich später angebrachte Inschrift auf der Gadenbrüstung: «Grüss Gott Tritt ein, Bring Glück herein; Gott beschütze dieses Haus, Und die da gehen ein und aus». Erwähnt wird natürlich auch der Schnyder-Film, durch den das Heimet nationale Bekanntheit erlangte.

Und die sechs Kummer-Buben? Die sind bis heute nicht vergessen! Die fröhlichen Buben mit ihren Streichen und Abenteuern werden auch heute noch gern gesehen, zumal es eine restaurierte Fassung des Filmes gibt. 2019 erschien das Buch «Die 6 Kummer-Buben – Drehmomente». Es lässt die Zeit der Dreharbeiten noch einmal aufleben mit bisher unveröffentlichten Drehmomenten und Zeitaufnahmen. Beat Schenk, der im Film als 12-Jähriger den Fritzli spielte, ist Mitautor des reich bebilderten Buches.

Vor dem Haus gibt es noch eine Sitzbank, hier machten wir es uns bequem und gönnten uns eine Pause. Von hier aus weitet sich der Blick durch das malerische Tal und über die grünen Emmetaler Eggen. Sicher genossen auch die Akteure die Aussicht vor dem Fluehüsli während den Drehpausen; sie freuten sich an der Idylle und an der Stille des Ortes, an dem dann und wann die Glocken der Kirche im Rüegsbach zu hören waren.

Ein Stationenweg beleuchtet die Pandemie aus christlicher Sicht

Auf dem Oberdiessbacher Stationenweg ist man rund 1.5 Stunden unterwegs, dabei erfährt der Besucher, dass die Bibel auf die Corona-Pandemie Antworten geben kann.

Eine Feder beim Gumi Findling als Symbol für Liebe und Gnade

Wer am Waldrand über dem Dorf beim Haslifeld angelangt ist, hat bereits vier Stationen kennengelernt. Nun weitet sich der Blick über Oberdiessbach hinaus nach Norden und über die Ebene in Richtung Kiesen. Ganz passend ist hier bei der fünften Station die Schöpfung das Thema; auf einer Tafel kann der Besucher einen Bibelvers lesen, der die Natur mit dem unsichtbare Wesen Gottes verbindet. Gerade in einer Zeit, wo vieles nicht möglich ist, könne die Begegnung mit der Schöpfung Trost und Zuversicht schenken. Die Tafel stellt dem Leser aber auch Fragen, die zum Weiterdenken anregen; hier zum Beispiel, wie die Begegnung mit dem Schöpfer in der Natur den Corona Alltag verändern kann. Oder: «Wo erkennen und erspüren Sie Spuren Gottes in der Natur, im Wald?»

Zu jeder Station gehören zudem Impulse für Kinder; am Waldrand werden sie angeregt, einen Tannenzapfen zu suchen und als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Schliesslich findet sich jeweils eine passende Kunstinstallation von Ursula und Jürg Zurbrügg; bei der fünften Station erfreut eine golden schimmernde Metallplatte mit Wiesenblumen den Betrachter. 

Eine theologische Reflexion der Pandemie
Der Oberdiessbacher Stationenweg wurde am 17. Februar eröffnet und dauert noch bis zum 23. Mai. «Unsere Idee des Projektes ist angelehnt an die meist katholischen Kreuzwege, die betend oder meditierend abgeschritten werden», sagt Pfarrer Daniel Meister. Bereits 2015 habe es einen Stationenweg im Dorf gegeben, dieser wies inhaltlich über Karfreitag hinaus bis zum Pfingstsonntag. Für den diesjährigen Weg seien alle Stationen neu entworfen worden, fährt Daniel Meister fort. «Die Stationen orientieren sich an wichtigen Glaubensthemen und schlagen immer wieder die Brücke zur Corona-Situation. Es ist auch eine theologische Reflexion der Pandemie». Viele Menschen seien dankbar für diese Form der theologischen Auseinandersetzung, erläutert Daniel Meister weiter und erwähnt dabei auch eine erfreuliche Erkenntnis: «Manche Besucher reisen von weit her an, um den Weg zu erwandern.»

Pandemie als Strafe Gottes?
Der Stationenweg beginnt mitten im Dorf beim Brunnen neben der Verkehrsampel, er führt zum Soldatendenkmal und dann am Schulhaus vorbei zum Friedhof. Natürlich wird hier auf die Vergänglichkeit des Lebens hingewiesen. «Was erwarten Sie nach dem Tod», wird auf der Tafel gefragt, die Kunstinstallation zeigt einen zerbrochenen Krug. Über eine Anhöhe führt der Weg weiter dem Wald entlang zum Gumi Findling; über dem Felsen leuchtet eine vom Künstlerpaar gestaltete weisse Feder. Hier bei der sechsten Station wird der Besucher mit einer ernsten Frage konfrontiert: «Ist Corona eine Strafe Gottes»? Wahrscheinlich gäbe es genügend Gründe dafür, ist da zu lesen, denn vieles laufe auf dieser Welt schief! Das klingt zunächst pessimistisch, doch dann kommt es zu einer entscheidenden Wende, denn Jesus habe am Kreuz die Strafe auf sich genommen. Liebe und Gnade entsprechen dem Willen Gottes, nicht Strafe.

Distanz, Nähe und ein Ziel
Beim Ölbergli im Dorf wird auf das Thema Nähe und Distanz eingegangen. «Social Distancing» vermeidet Ansteckungen, kann aber auch entfremden. Auch Jesus habe am Auffahrtstag am Jerusalemer Ölberg die Jünger verlassen. Damit taucht einmal mehr die Frage nach der Distanz auf. Jesus habe seinen Anhängern und allen Menschen den heiligen Geist versprochen, der die Distanz zwischen Gott und Mensch für immer aufhebt. 

Zuletzt führt der Weg zurück zur Kirche in den Raum der Stille; der letzte Posten sei wichtig als Ziel sagt Daniel Meister, «dort haben Besucher die Gelegenheit, vor dem Kreuz und vor Gott still zu werden und zu beten.»