Karriereplanung mit Jesus

Jesus Christus, gespielt von Brian Deacon, 1979. Quelle: jesus.ch

Während der Zug in den Bahnhof einfährt, ist auf dem Perron das Plakat einer Aus- und Weiterbildungsagentur zu sehen, es spricht eine unmissverständliche Sprache: zu sehen sind junge, mondän gekleidete und glücklich wirkende jungen Menschen. Dank einer guten Ausbildung haben sie Erfolg und Anerkennung erlangt. Karriere, Wohlstand und gesellschaftlicher Aufstieg stehen ihnen weit offen. Das Institut vermittelt mit den jugendlichen und eleganten Menschen dieses Bild und liegt damit nicht falsch, denn eine gute Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für eine anspruchsvolle Aufgabe, die mit Kompetenzen, aber auch mit mehr Eigenverantwortung verbunden ist, die wahrgenommen werden muss. Am Streben nach Erfolg und Fortkommen im Beruf ist nichts falsches. Der Wettbewerb und ein gesundes Konkurrenzdenken beflügelt Unternehmen zu Höchstleistungen und ist in einem freien Markt der Garant für einen Wohlstand, an dem alle teilhaben können. Erst dann, wenn das Erfolgsstreben zum Selbstzweck wird, wenn nur noch die schnelle Karriere im Vordergrund steht, ist die Zeit für ein Innehalten gekommen.

Auf seinen Wanderungen durch Galiläa begegnete Jesus vielen Menschen. Er traf Fischer wie Petrus und Andreas, die er zu Aposteln berief. Er traf auf Kranke und Invalide, die er von ihren Gebrechen heilte. Und er begegnete Karrieristen, die als Kaufleute, Beamte oder als Kirchenfunktionäre vorankommen wollten. Jesus verurteilte diese Menschen nicht. Im Gegenteil, durch Zuwendung und bedingungslose Liebe machte er sie zu begeisterten Jüngern und Missionaren, die ihm auf seinem Weg folgten. Einer der Jesus nachfolgte, war Levi Matthäus, der Pächter einer Zollstation. Wegen überrissener Zollgebühren waren Zöllner verhasst, sie galten allgemein als unverbesserliche Wucherer. Nicht ganz zu Unrecht, denn Zollstationen wurden zu jener Zeit von der römischen Verwaltung teuer verpachtet. Dies wiederum trieb den Pächter dazu, durch überhöhte Gebühren die Pacht zu amortisieren und gleichzeitig einen Gewinn zu erwirtschaften.

In der Bibel ist überliefert, was Jesus zu Matthäus sagte, als er ihm begegnete: «Folge mir nach!». Und Matthäus tat genau das! Er verliess seinen Posten und begleitete fortan Jesus auf seinen Wanderungen. Warum tat Matthäus das? Jesus war in allem aussergewöhnlich, auch in seiner grossen, von der Liebe getragenen Anziehungskraft auf die Menschen seiner Zeit. Matthäus erkannte die Göttlichkeit von Jesus und seine Einladung zur Nachfolge, er wurde ein Jünger des Nazareners und vieles deutet darauf hin, dass er einer der ersten war, der die Erlebnisse mit Jesus aufschrieb, eines der vier Evangelien trägt seinen Namen. Viele traten in die Fussstapfen des Zöllners Levi Matthäus, sie glaubten dem Evangelium von Jesus Christus und veränderten durch die Kraft des heiligen Geistes ihr Leben. Was ist schon eine rein weltliche Karriere im Vergleich zu dem, was Jesus allen Menschen anbietet: Vergebung der Sünden, Wegnahme von all dem, was uns von Gott trennt.

Eine Karriere im Sinne von Jesus Christus ist die Karriere der Liebe. In ihr ist Raum für persönliche Entfaltung und für das Streben nach Anerkennung und Erfolg. Aber – der Leitstern ist stets die Verbundenheit mit anderen Menschen, und mit Gott. Es geht beim Vorwärtskommen nicht nur darum, anderen nicht zu schaden, sondern vielmehr darum, sie am persönlichen Erfolg teilhaben zu lassen. Karriere im Sinne von Jesus heisst: sei erfolgreich im Glücklichmachen anderer.

Wie eingangs erwähnt, ist eine seriöse Ausbildung wichtig für eine gute berufliche Anstellung. Genau so wichtig aber ist es, sich voll und ganz für die gestellte Aufgabe einzusetzen, Fleiss und der aufrichtige Wille, im Kleinen wie im Grossen die gestellte Aufgabe zuverlässig zu erfüllen. Unser persönlicher Einsatz ist gefordert. Genau das möchte auch Jesus von uns. Doch während im Berufsleben unser Fleiss und Können gefragt ist, steht bei Jesus etwas anderes an erster Stelle: unser ganzer Einsatz mit unserem Herzen. Der ganze Einsatz unseres Vertrauens, dass er unser Leben reicher und gelingender machen kann.

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