Klein, einfach und schnell

Ein CMS (Web Content Management System) ist eine feine Sache. Der Inhalt einer Homepage kann damit rasch und ohne Fachkenntnisse aktuell gehalten werden. Und Templates sorgen dafür, dass sowohl Layout als auch Inhalt einer Seite stets ein sauberes und einheitliches Aussehen haben. Freie CMS gibt es heute in grosser Zahl und viele davon haben einen beachtlichen Umfang erreicht. So gilt etwa Typo3 als Schwergewicht; dieses CMS hat eine Myriade an Funktionen und eignet sich auch zur Realisierung von komplexen Firmenauftritten. Entsprechend ist die Komplexität hoch.

Am anderen Ende des Spektrums sind kleine, simple CMS zu finden. Sie bieten sich an für einfachere Aufgaben, wobei aber auch grössere Projekte durchaus im Bereich des Möglichen bleiben. Eines davon soll im folgenden kurz vorgestellt werden. NanoCMS von Kalyan Chakravarthy aus Indien. Kalyan nennt NanoCMS «das kleinste CMS, das du finden kannst!» Und in der Tat. Das in PHP entwickelte CMS ist weniger als 100 KB gross und damit ein echtes Leichtgewicht. Was Kalyan in diese 100 KB hineingepackt hat, ist verblüffend: Zum Grundpaket gehören ein bedienerfreundliches und mehrsprachiges Admintool zum Erstellen und Verwalten einer Website. Ferner ein simpler Template-Mechanismus mit verschiedenen Vorlagen. Ferner eine Programmierschnittstelle «Tweaks» mit der das CMS erweitert werden kann. Endlich eine Online-Dokumentation, die alle Schritte von der Installation bis zur fertigen Webseite erläutert.

Wer NanoCMS ausprobieren will, erlebt bereits bei der Installation die erste positive Überraschung. Das CMS wird lediglich in einen eigenen Ordner kopiert – mehr muss nicht gemacht werden. Kalyan formuliert es so:

«Simply extract the files and folders to your Hard Drive, and then upload them to the correct folder on your website host. Thats it. NanoCMS is installed!»

Das Admin-Tool

Zugegeben, es müssen noch einige wenige Permissions gesetzt werden, aber damit ist NanoCMS dann wirklich einsatzbereit. Selbst eine Datenbank benötigt das kleine CMS aus Indien nicht, denn alle Einstellungen und Seiten werden in Dateien gespeichert. Kalyan spricht deshalb auch von einem Flat-File CMS. Sobald NanoCMS installiert ist, kann die Startseite abgerufen werden. Von dort aus führt ein Link in das data-Verzeichnis und damit in den Admin-Modus. Hier können die einzelnen Seiten der neuen Homepage erstellt, editiert und angeordnet werden. Da auch der Admin-Bereich klein und überschaubar bleibt, ist auch dieser Schritt leicht und intuitiv zu bewältigen. Texte müssen mit HTML-Anweisungen formatiert werden. Wer es einfacher haben will, installiert den Tiny-MCE Tweak. Damit können Texte im WYSIWYG-Modus erfasst und mit Bildern und Tabellen ergänzt werden.

Natürlich drängt sich sehr bald eine entscheidende Frage auf: Wie kann ich das Aussehen der Homepage (Layout, Farben, Schriften) verändern? Antwort: Indem die Stildatei der Webseite verändert wird. Nahezu alle Layoutelemente der Homepage sind in einer zentralen CSS-Datei gespeichert. Hinzu kommen einige wenige PHP-Funktionen, mit denen das Grundlayout gesteuert werden kann. Folgt die neue Homepage beispielsweise dem vorgegebenen Grundgerüst (Header oben, Navigation links, Inhalt rechts), so genügt es, die Stildatei style.css anzupassen. In der aktuellen Version ist diese lediglich 80 Zeilen lang und gut dokumentiert. Mit etwas CSS-Kenntnissen ist es also ein Leichtes, das Aussehen der Seite den eigenen Wünschen anzupassen. Zum ausprobieren habe ich einige Anpassungen an den Farben gemacht und den Header mit einem Hintergrundbild versehen. So gelang es, das Grundgerüst für eine Vereinsseite in weniger als 60 Minuten zu erstellen:

Gewiss, die Hompage ist noch lange nicht fertig. Das Ergebnis nach so kurzer Zeit ist aber sehr ermutigend. Und dies ist zum grössten Teil das Verdienst dieses CMS. Der kleine und klare Aufbau der Software benötigt zum Erlernen und Anwenden nur wenig Zeit, die dann für die eigentliche Aufgabe – dem Webdesign – zur Verfügung steht.
NanoCMS kann als CMS für kleinere Projekte bedenkenlos empfolen werden. Nebst einer guten Dokumentation gibt es eine Community, die bei Fragen oder Problemen weiterhilft. Und es werden laufend neue Tweaks vorgestellt, mit denen das CMS erweitert und auch mit dynamischen Inhalten ergänzt werden kann.

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