«Am Abend ist Weinen, am Morgen ist Freude»

Am vergangenen 1. November wurde im Kirchgemeindehaus Aeschi (SO) an die Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht. Pfarrer Achim Wollmershäuser nahm in seiner Predigt Bezug auf die Seligpreisung nach Matthäus und fand darin Worte, die trösten und Mut spenden. Begleitet wurde die würdevolle Feier von Elsbeth Rösch an der Orgel und vom Alphorntrio Steiweid.

Mit einem schönen Sinnbild der Jahreszeiten eröffnete Achim Wollmershäuser die Gedenkfeier, die rege besucht wurde. Mit dem Sterben kommt auch die Trauer, die voller Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit sein kann, wenn ein Mensch unerwartet aus dem Leben gerissen wird. Stirbt aber ein Mitmensch in hohem Alter, vielleicht gar unter schweren Schmerzen, dann ist die Trauer von anderer Art, ja vielleicht gepaart mit Dankbarkeit, weil eine Seele von ihrem Leiden erlöst worden ist. Trauer ist wie Winter: das Leben ist erloschen, in Kälte, ja in Verzweiflung erstarrt unsere Existenz. Doch wenn der Winter sein Szepter führt, dann ist der Frühling nicht mehr fern. So wie der Winter in einen neuen Frühling übergeht, so erblüht auch in uns neue Hoffnung und Lebensfreude, wenn die Zeit der Trauer endet.


Feierlich geschmückter Abendmahltisch

Nachdem für allen Heimgegangenen des vergangenen Jahres ein Kerze brannte, kam Achim Wollmershäuser in seiner Predigt auf die matthäische Seligpreisung zu sprechen, die zuvor von Barbara Jäggi vorgelesen wurden. Da preist Jesus Christus die Menschen selig, die leiden, trauern und schwere Prüfungen auf sich nehmen müssen (Matth. 5, 2b-12). Aber was heisst es denn, «seelig» zu sein, fragte Pfarrer Wollmershäuser? Wir sind doch gerade dann seelig, wenn es uns gut geht, uns das Glück lacht und wir das Erstrebte erreicht haben. Aber gerade dies fehlt ja den Trauernden und Leidenden. Warum nennt Jesus sie seelig? Es ist ein Versprechen, das Jesus hier gibt: das Versprechen, dass alles Leiden und Trauern in Gottes Reich sein Ende finden wird. Christus ist am Kreuz gestorben und wurde begraben. Aber am dritten Tag wurde er von Gott zum ewigen Leben auferweckt; Jesus ging durch den Tod hindurch in das ewigen Leben. Und er hat uns, die wir ihm nachfolgen versprochen, dass wir durch die Finsternis des Todes zum ewigen Licht gelangen. So wendet sich Jesus allen Menschen zu, den Glücklichen wie den Trauernden, denen er Trost und Halt geben will.

Umrahmt wurde der Gottesdienst von Vorträgen des Alphorntrio Steiweid. Gespielt wurden vor allem Alphorn-Chorale, die zu der Gedenkfeier gut passten.

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