Tannäste am Wegrand

Hell und warm schien heute die Märzensonne am lichten Himmel und schenkte uns den ersten milden Frühlingstag. Auch mich zog es in’s Freie, ich ging dem Waldrand entlang, freut mich über die warmen Sonnenstrahlen und blieb dann und wann stehen, um die Atmosphäre dieses schönen Tages auf mich wirken zu lassen.

Wie ich weiterging entdeckte ich am Wegrand viele abgebrochene und zerschnittene Tannäste. Sie künden von den vergangenen Winterstürmen, die den Bäumen hart zugesetzt haben. Mancher schöne Baum hat mehrere seiner schweren Äste verloren und andere wurden ganz entwurzelt. Seit den Stürmen sind aber erst wenige Wochen vergangenen und so finde ich die am Weg liegenden Äste noch schön und grün, fast so, als seien sie gar nie abgerissen worden. Eigentlich ist es schade, dass sie so achtlos hier liegen oder gar zetreten worden sind. Denn aus Tannästen entstehen wunderschöne Dekorationen. Es muss ja nicht Weihnachten sein, sie passen auch zu den Frühlingsblumen, die jetzt manches Haus schmücken. Also lese ich einige davon auf und nehme sie mit nach Hause, wo sie nun meinen Hauseingang schmücken.

Es ist kurios, gerade so wie diese Tannästchen gibt es gar vieles, an dem wir achtlos vorübergehen, oder gar drauftreten, ohne es zu bemerken. Und die Unachtsamkeit endet nicht am Ende des Weges, sie ist ein gar bewegliches Ding, findet Zugang zu allem, was uns umtreibt. Wer hat nicht schon erlebt, wie er jemandem eine Freude machen wollte und sich alles in Gedanken so schön vorstellte und zurechtlegte. Wer hat nicht schon erlebt, wie dann der Beschenkte von allem keine Notiz nahm und in seinem gewohnten Trott verharrte.

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