«Drei Monate gratis»

Solothurn ist eine kleine Stadt. Und auch der ganze Kanton besteht nur aus Grenzen, behaupten böse Zungen. Dennoch gibt es in Solothurn zwei Tageszeitungen: Die alteingesessene Solothurner Zeitung («Mittelland Zeitung») und das neue Solothurner Tagblatt («Berner Zeitung»). Und wenn zwei auf engem Raum stehen, dann kann es geschehen, dass sie sich auf die Füsse treten. Beide wollen im eng gewordenen Blätterwald bestehen und versuchen, sich gegenüber ihrem Kontrahenten in eine vorteilhafte Position zu bringen. Mit anderen Worten: Beide Blätter buhlen um die Gunst der Leser. Ich habe einer der beiden Zeitungen abonniert und da ich keine Zeit habe, die andere auch noch zu lesen, verzichte ich auf ein Abo derselben.

Es versteht sich, dass eine neue Zeitung viel Werbung machen muss, um sich zu etablieren, denn nur eine erfolgreiche Tageszeitung kann auch im Inseratemarkt mitmischen. So kommt es, dass die Solothurner zu Stadt und Land fleissig umworben werden. Ich bekam mitterweile bereits dreimal das Angebot zu einem kostenlosen Probeabo. Vor einigen Wochen erhielt ich sogar einen Anruf vom Abodienst dieser Zeitung. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber gestern fand ich schon wieder ein Schreiben im Briefkasten. Darin stand, dass ich die Zeitung nun drei Monate gratis zur Probe zugestellt bekomme. Ich griff also zum Telefon und teilte dem Verlag mit, dass ich bereits eine Tageszeitung habe.

Meine Empfehlung an die Zeitungsmacher: Erstellt eine Verzichtsliste. Ich lese gerne und oft in der Zeitung. Wenn ich eines Tages umsteige, dann werde ich es Euch umgehend wissen lassen. In der Zwischenzeit werde ich mir hin und wieder ein Exemplar am Kiosk kaufen um auf dem Laufenden zu sein.

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