Linux Tool der Woche: baobab

Diese Woche ist erneut ein Desktop Tool an der Reihe: baobab (Affenbrotbaum) von Fabio Marzocca. Das praktische und sehr ansprechend gestaltete Utility ist bei vielen Linux-Distributionen vorinstalliert, so dass es direkt aus Dateimanagern wie Nautilus oder PCManFM aufgerufen werden kann. Doch was genau tut dieses Tool? Um es kurz zu sagen: es zeigt an, wieviel Platz die einzelnen Ordner und Dateien eines Dateisystems belegen. Das besondere daran: baobab stellt den Platzverbrauch der einzelnen Objekte mit farbigen, ineinandergeschachtelten Kreissegmenten dar. Die innersten Kreise symbolisieren dabei die Stammordner des Dateisystems. Mit weiteren, daran anschliessenden Segmenten ist dann der Platz der einzelnen Unterordner zu sehen. Diesen folgen abermals Segmente mit den nächsten, darin enthaltenen Unterordnern, usw. Die Segmente am äusseren Rand des Kreises bilden dementsprechend die tiefer liegenden Ordner in der Verzeichnishierarchie.

Zur Verdeutlichung des Gesagten zeigt das folgende Beispiel die Belegung eines Desktop PC’s. Daraus ist sofort ersichtlich, dass ein Benutzer «bstocker» den grössten Teil des belegten Platzes für sich beansprucht:

Mit einem Klick auf ein Segment können nun weitere Details eines Unterordners angezeigt werden. Wer es genau wissen will, kann sich in der hierarchischen Liste links im Fenster durch die gesamte Ordnerhierarchie «durchklicken». Auf diese Weise kann rasch zu den Unterordnern vorgestossen werden, in denen die Dateien mit dem grössten Platzbedarf liegen, zum Beispiel ISO-Images. Dies ist die Stärke dieses nützlichen kleinen Helfers: mit baobab ist auf einen Blick ersichtlich, wie der Platz auf einer Festplatte oder auf einem FTP Server aufgeteilt ist. Anschliessend kann rasch und bequem analysiert werden, in welchen Unterordnern am meisten Platz benötigt wird.

baobab kann wie gesagt aus einem Dateinamanager ausgerufen werden. Selbstverständlich geht es aber auch von der Kommandozeile aus. Alles andere wäre bei Linux ein Unding! Der folgende Aufruf analysiert den Ordner /opt. Dort sind auf vielen Linux Distros zusätzliche Softwarepakete installiert:

# baobab /opt

baobab durchsucht stets alle Dateien und Unterordner einer Platte oder eines Ordners. Symbolische Links und Gerätedateien ausgenommen. Das kann je nach Grösse der Partition einen Moment dauern. Ein animiertes GNOME-Logo oben rechts im Fenster zeigt deshalb an, dass gerade eine Struktur eingelesen wird. Bei lokalen Festplatten dauert dieser Prozess indes selten länger als einige Minuten.

baobab-remote

Zugriff auf externe Medien

Nun kann baobab aber nicht nur die lokale Festplatte analysieren. Das Tool greift auch auf entfernte Speichermedien zu. Verwendet werden dazu standardisierte Protokolle wie FTP oder SSH. Um beispielsweise die Dateien auf einem Webserver zu analysieren wird die Funktion Entfernten Ordner einlesen… gewählt. Im folgenden Dialog wird als Protokoll FTP mit Zugangsbeschränkung ausgewählt und mit den Login-Informatioen ergänzt. Sobald der Einlese-Prozess gestartet wird, arbeitet sich baobab durch alle Ordner auf dem Server und generiert das gewünschte Diagramm.

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