«Herrgott, wie hesch Du d’Wält schön gmacht»

Die Oberaargauer Jodler gaben sich in ungewöhnlicher Kulisse ein Stelldichein, überbrachten den Konzertbesuchern einen farbenfrohen Jodellieder-Strauss und feierten das 20-jährige Bestehen des Chinderjodlerchörli Roggwil.

Das vom Jodlerklub Roggwil organisierte Treffen aus dem Jahre 2003 ist noch allen Beteiligten bestens in Erinnerung. Aus diesem Grunde war es eine freudige Überraschung, als die Roggwiler sich bereit erklärten, auch dieses Jahr das oberaargauische Jodlertreffen durchzuführen. Bei der Suche eines geeignetes Areals fiel die Wahl auf eine Fabrikhalle der stillgelegten Gugelmann Textilfabrik. Eine ungewohnte Kulisse für ein Jodlertreffen. Aber die Roggwiler verstandes es, die Halle so herzurichten, dass alle Besucher sich darin wohlfühlten. Die Bühne wurde mit hübschen Blumenarrangements und Fahnen dekoriert, der genutzte Bereich der Halle geschickt mit Weizen- und Roggenpflanzen abgegrenzt. Den Jodlerkameradinnen und -kameraden sei auch an dieser Stelle herzlich für ihr grosses Engagement gedankt.

Eröffnet wurde das Konzert vom Gesamtchor der Vereinigung. Einmal mehr verstand es Walter Stadelmann auf’s Beste, die vielen Stimmen zu dirigieren und zu einem schönen, vollen Chorklang zu vereinen. Zur Eröffnung wurde die «Bärg-Arve» von Hans W. Schneller und der «Fyrabig-Jutz» von Fredy Wallimann vorgetragen. Walter Stadelmann besitzt die Gabe, nicht nur die Jodlerinnen und Jodler, sondern auch die Zuhörer im Saal zu begeistern, ja geradezu mitzureissen und so herrschte schon nach kurzer Zeit eine feierliche Stimmung in der alten Fabrikhalle.

Arthur Winkler, der die Vereinigung präsidiert, begrüsste nach diesem gelungenen Auftakt die Besucher, ein spezieller Gruss ging an Paul Mettler, den neu gewählten Kassier des Bernisch Kantonalen Jodlerverbandes. Darauf übergab «Turi» das Mikrofon an Ruedi Spichiger, der durch das Programm führte.

Nach den Vorträgen des Gesamtchores und des Gastgebers kam die Reihe an das Chinderjodlerchörli Roggwil, das dieses Jahr ein Jubiläum feiert. Das Chörli wurde im Jahre 1985 gegründet und kann somit sein 20-jähriges Bestehen feiern. Die Kinder werden vom Jodlerklub Roggwil unterstützt und gefördert, zwischen 20 und 30 Mädchen und Buben machen mit und treffen sich regelmässig zu Proben und Auftritten. Seit der Gründung sind acht Jugendliche in den Jodlerklub übergetreten.

Selbstverständlich bekamen die Besucher zwei Vorträge des Chinderchörli zu hören, es ist immer wieder eine grosse Freude, den hellen Stimmen zuzuhören und die Kinder zu sehen, die in ihren schönen Trachten ungezwungen und entspannt, aber doch mit Überzeugung und Konzentration auftreten. Ein Genuss, der Herz und Gemüt erfreut! Am Ende der Vorträge sangen alle im Saal den Kindern ein «Happy Birthday», während Präsident Marcel Candraja den jungen Jodlerinnen und Jodlern als Geburtstagsgeschenk einen Hut mit der Aufschrift Chinderjodlerchörli Roggwil überreichte.

Alle Klubs der Vereinigung trugen nun je zwei Lieder vor und zeigten sich von ihrer besten Seite, galt es doch auch, die guten Klassierungen der vergangenen Jodlerfeste zu bestätigen. Vor der Pause bekamen die Besucher wieder den Gesamtchor mit dem Lied «Bärnerart» von Paul Müller-Egger zu hören.

Wer die Pause nutzte um sich die Beine zu vertreten, dem bot sich ein unübersehbarer Kontrast. Während auf dem Areal leblose und im Zerfall begriffene Gebäude standen, wurde die Werkhalle vom Liedern mit gängigen Jodlersujets erfüllt: Lebensfreude, eine schöne, intakte Natur und die mit ihr in Harmonie lebenden Menschen und Tiere. Oft werden die Jodler mit diesem Widerspruch konfrontiert. Doch einerseits werden die aktuellen Probleme ja nicht verdrängt, neue Jodellieder, in denen auch Leid und Not Platz haben, beweisen dies. Andererseits weist uns ein grosser Volksdichter darauf hin, dass wir erst im Trüben erkennen, wie schön das Helle und Klare ist. Beides hat im Leben seinen festen Platz. Das Gute vernachlässigen hiesse demnach, Hoffnung gegen Verzweiflung zu tauschen. Genau so wie Oberflächlichkeit entsteht, wenn die Probleme negiert werden.

Nach der Pause folgte der zweite Teil mit wiederum fünf der insgesamt 10 der Vereinigung angehörenden Klubs. Am Ende des schönen Konzertes trat noch einmal der Gesamtchor auf. Vorgetragen wurde «Am Thunersee» von Adolf Stähli und der «Alpsäge» von F. Freyenbühl.

2 Gedanken zu „«Herrgott, wie hesch Du d’Wält schön gmacht»

  1. Stéphanie

    Hallo!

    Kennen Sie die Kamilie Urben in Etziken? Sie sind mein Unkel und meine Tante…Ich wohne in Montreal (Kanada).

    Stéphanie

  2. Benjamin

    Hallo Stephanie!

    Vielen Dank für Deinen Eintrag. Ich wohne auch in Etziken – seit 12 Jahren. Die Urben’s kenne ich aber nicht persönlich.

    Viele Grüsse
    Beni

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